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Schlafprobleme im Alter – woher sie kommen, was man tun kann


Mit zunehmendem Alter treten bei vielen Personen Schlafprobleme auf. Dabei kann es sich um Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten handeln. Diese lassen sich am besten regulieren, wenn bei den Ursachen angesetzt wird. Schuld sind in der Regel Krankheiten, schlechte Gewohnheiten oder bestimmte Umweltbedingungen.

Wann spricht man eigentlich von einer Schlafstörung? Wenn Menschen ungewöhnlich lange zum Einschlafen brauchen, regelmäßig nachts ein- oder mehrmals aufwachen und nicht mehr in den Schlaf finden oder schon in den frühen Morgenstunden hellwach sind, ohne sich ausgeruht zu fühlen, liegt eine Schlafstörung vor. Ein wichtiges Kriterium ist auch, wie sehr Betroffene unter ihrem sich verändernden Schlafrhythmus leiden. 

 

Wie viel Schlaf ist eigentlich normal?

An dieser Frage scheiden sich die Geister, weswegen es verschiedene Empfehlungen gibt. Fakt ist, das Schlafbedürfnis hängt eng mit dem Alter zusammen und ist zudem stark individuell geprägt. Das bestätigt auch eine übergreifende Studie einer US-Organisation, für die zahlreiche Fachliteratur ausgewertet wurde. Am Beginn unseres Lebens haben wir das grösste, im Alter das kleinste Schlafbedürfnis. Doch es kommt nicht auf die Länge der Nachtruhe allein an. Auch die Qualität des Schlafes ist entscheidend für die Regeneration des Körpers und damit für die Gesundheit.

Ein Problem ist, dass der in einen immer schneller werdenden, von außen bestimmten Lebensrhythmus eingebundene Mensch verlernt, den Bedürfnissen seines Körpers zu folgen. Der Stress und die Lärm- und Lichtverschmutzung gerade in der Stadt tun ihr Übriges dazu, dass die Probleme beim Schlafen eher zu- als abnehmen.

Eine gross angelegte Befragung im Jahr 2012 brachte ans Licht, dass jeder vierte Schweizer Schwierigkeiten beim Schlafen hat. 


Wie Krankheiten den Schlaf stören können

Zahlreiche Erkrankungen können eine Ursache für Schlafstörungen sein. Sowohl bei temporären Krankheiten wie bei einer Grippe als auch bei chronischen Leiden wie der Neurodermitis oder einem Magengeschwür muss erst die Grunderkrankung mit einer geeigneten Therapie gelindert werden, bis sich der erholsame Schlaf wieder einstellen kann. 

Der anfänglich ohne Symptome auftretende Bluthochdruck kann sich durch unerklärliche Schlafstörungen „verraten“ und dadurch frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden. Auch eine Erkrankung der Schilddrüse kann sich durch Ein- und Durchschlafstörungen bemerkbar machen. Betroffene haben dann häufig das Gefühl, „unter Strom zu stehen“. 

Jede Art von Schmerz hindert am ruhigen und ununterbrochenen Schlaf, sodass besonders Menschen mit entzündlichen Erkrankungen der Gelenke nicht die erholsame Nachtruhe geniessen können, die sie eigentlich nötig hätten.

Die organischen Ursachen für Schlafstörungen müssen abgeklärt und im besten Fall ausgeräumt werden. Mit hilfreichen Gewohnheiten kann der gewünschte Zustand dann leichter erreicht werden: ein ungestörter, tiefer und kraftspendender Schlaf.


Gute Gewohnheiten erleichtern das Ein- und Durchschlafen

Es gibt manche lieb gewonnene Gewohnheit, die einem entspannten Schlaf im Wege steht. Dazu gehören der übermäßige Alkoholkonsum und der Nikotinmissbrauch. Beides sind absolute Schlafkiller und sollten wie stark koffeinhaltige Getränke am besten gar nicht oder lange vor der Schlafenszeit konsumiert werden. Auch verschiedene Tees können sehr anregend wirken, ebenso wie das späte Essen, das den Körper durch die nötige Verdauung beschäftigt hält, sodass er schlecht entspannen kann.

Das Einschlafen wird dadurch erleichtert, dass man täglich zur selben Zeit ins Bett geht und sich ein Einschlafritual auswählt, das sich angenehm anfühlt und dem Körper signalisiert, dass der Tag sein Ende gefunden hat. Das können je nach individueller Präferenz zum Beispiel ein kleiner Spaziergang, ein warmes Getränk, ein schönes Bad oder einige Minuten Lesen sein. Es hilft auch, den Tag Revue passieren zu lassen, um das Entstehen unangenehmer Gedanken zu vermeiden, die sich beim Einschlafen in den Vordergrund drängen.


Bewegung ist ein wichtiger Faktor

Viele ältere Menschen schlafen schlecht, weil sie sich am Tag weitaus weniger angestrengt haben, als es früher der Fall war. Auch wenn es etwas schwerer fallen sollte, tägliche moderate Bewegung ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor, sie hält gesund und macht müde. Allerdings sollte man nicht direkt vor dem Schlafengehen Sport treiben. 

Auch das Fernsehen kann zu sehr aufregen, um danach entspannt schlummern zu können, auch wenn es einem nicht bewusst ist, sondern hauptsächlich das Unterbewusstsein die eingedrungenen Informationen zu verarbeiten versucht. Aus diesem Grund ist ein Fernseher im Schlafzimmer ein No-Go. Die laufende Flimmerkiste verhindert auch, dass der Schlaf tief genug wird.


Das Schlafzimmer muss richtig eingerichtet sein

Die Wahl der richtigen Matratze scheint zu einer kleinen Wissenschaft geworden zu sein, wenn man sich verschiedene Empfehlungen durchliest. Im Alter ist man souverän genug, um aufgrund der bisherigen Erfahrungen eine passende Schlafunterlage auswählen zu können. Ob weich oder hart, Schaumstoff oder Federkern, es muss sich gut anfühlen und zu den eigenen Bedürfnissen passen. Auch das Kissen und die Bettdecke sollten möglichst bequem sein.

Der Schlafraum sollte richtig dunkel sein. Die Lichtverschmutzung in der Stadt mit Ihrer dauernden Beleuchtung stört den Tag- und Nacht-Rhythmus des Menschen. Die Produktion des Schlafhormons Melatonin wird gehemmt, wodurch der gesunde Schlaf unmöglich werden kann. Jalousien sind eine von vielen Möglichkeiten, das Schlafzimmer effektiv abzudunkeln. Schlafbrillen sind eine andere, hübsche Alternative.

Der Schlafraum sollte frisch gelüftet und eher kühl als zu warm sein. Zur Ruhezeit sollten möglichst wenige Geräusche zu hören sein, was gerade im städtischen Umfeld eine echte Herausforderung sein kann. Ohrenstöpsel sind eine Hilfe. 

Auf elektronische Geräte wie Handys sollte im Schlafraum verzichtet werden. Elektrosmog hat auf empfindliche Personen schädliche Auswirkungen und kann Schlaflosigkeit verursachen. Auch wenn diese und andere Auswirkungen noch umstritten sind, lohnt sich der Versuch, die Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen und die Qualität des Schlafes danach zu überprüfen.

Guter und erholsamer Schlaf entsteht wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel mehrerer Komponenten und ist immer eine individuelle Angelegenheit. Von Schlafstörungen betroffene Personen sollten nicht aufgeben, die Ursachen ihrer Probleme zu identifizieren und deren Lösung herbeizuführen. Denn richtiger Schlaf ist unerlässlich für die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden.


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