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50PLUS-INTERVIEW

6 Fragen an... Klaus Stöhlker


50plus-Interview, Fragen an... Klaus J. Stöhlker (72), PR- und Kommunikationsberater.

Klaus J. Stöhlker (72), PR- und Kommunikationsberater.

Klaus J. Stöhlker (74) ist ein bekannter PR- und Kommunikationsberater und seit über 20 Jahren im Geschäft. Er äussert seine Meinung pointiert und hat deshalb eine hohe Medienpräsenz. Die Führung seiner Agentur in Zollikon ZH hat er inzwischen seinen Söhnen Raoul D. und Fidel S. Stöhlker übergeben.

1. Wenn Sie zurück blicken, worauf sind Sie besonders stolz?
Immer unabhängiger Zeitzeuge gewesen zu sein, der Führungskräften in Wirtschaft, Politik, Kultur und Kirche in die Augen blicken und mit ihnen sprechen durfte, war bisher wohl mein grösstes Erlebnis. Gleichzeitig habe ich dies mit einem andauernden intensiven Theoriestudium in diesen Fächern verbunden, womit ich die eigentliche Motivation einiger grosser Männer (und weniger Frauen) besser verstanden habe. Amerikaner sagen dazu: "You can't trick me." Daraus ist ein Weltbild von grosser Klarheit entstanden, das mir hilft, die Risiken der Gegenwart gut einzuschätzen.

2. Was haben Sie verpasst im Leben?
Der Erfolg eines Menschen liegt heute in der Beschränkung. Ich habe es verpasst, Han-Chinesisch zu lernen, Golf zu spielen, Tennis zu verstehen und fliegen zu lernen. Doch dies spielt keine Rolle. Es war mir immer wichtiger, unsere Antriebskräfte zu verstehen und künstlich errichtete Tabuzonen zu durchbrechen. Das ist viel aufregender und anspruchsvollen als das Besteigen von Bergen, die an den menschlichen Ameisen an ihren Flanken ohnehin kaum interessiert sind. Wo alle die Aktion suchen, bin ich für Interaktion.

3. Was würden Sie gerne noch lernen?
Es wäre mir wichtig, einen Zauberstab oder das Zauberwort zu finden, um die alternde Schweiz oder das alternde Europa vor dem drohenden Untergang zu retten. Es ist unglaublich, wie unsere Eliten, von altem Wohlstand und Leistungen ihrer Vorfahren lebend, heute verschenken, was während Jahrhunderten und -tausenden aufgebaut wurde. Ich würde gerne lernen, wie man diesen Prozess geistigen und materiellen Niedergangs stoppen könnte. Rezepte gibt es viele, aber eine Einheit im Vorgehen ist weit entfernt.

4. Was kann man von Ihnen lernen?
Ich lehre die Menschen, beruflich oder privat, nicht vorzeitig abzustürzen, sondern den Weg zum Erfolg fortzusetzen. Es ist unglaublich, wie gerade bei uns in der Schweiz die Menschen lernunwillig sind. Sie lernen immer mehr von immer weniger, während es besser wäre, immer mehr von sehr viel zu lernen. Der falsche Weg führt in die Isolation und die vorzeitige Krise, was heute viele erleben müssen. Der richtige Weg schafft laufend neue Kräfte, macht den Menschen flexibel und überlebensfähig. Wer gerne lernt, kann auch gut kommunizieren.

5. Wären Sie gerne nochmals 20?
Ja und nein. Ja, weil ich dann erleben dürfte, wie die Welt sich in diesem Jahrhundert verändern wird. Es ist ein unglaublich spannender Prozess, den wir jetzt erleben oder erleiden, ganz nach Standort. Es ist auch eine Frage der Wahrnehmungsfähigkeit, denn gleichzeitig zu verstehen, was bei uns, in Italien, in Syrien und im Iran sowie in den globalen Superstrukturen vor sich geht, ist ein intensiver Vorgang.
Nein, denn die meisten 20jährigen tun mir leid. Sie gehen einer ungewissen Zukunft entgegen, wo sich die materiellen und geistigen Aussichten für die meisten eher verschlechtern. Die heute 20jährigen sind von einer Konsum-Trägheit gekennzeichnet, die mit unserer Jugendzeit nicht vergleichbar ist. Gleichzeitig liegen sie in Konkurrenz mit unendlich vielen talentierten Asiaten, Lateinamerikanern und Afrikanern, die hart an sich arbeiten, um uns abzulösen.

6. Welches Motto würden Sie der Generation 50plus mit auf den Weg geben?
Gerne gebe ich das Motto weiter, welches seit meinem 15. Lebensjahr auch mein Leben bestimmt hat: "Im Zweifel tun." Man erlebt dann ganz merkwürdige Dinge, steckt Niederlagen ein und wird manchmal beschimpft. In der Summe, besser als in jedem Casino, sind die Gewinnchancen jedoch weitaus grösser als die Verlustrisiken. Dieses Motto hat mich bei seiner Anwendung weit getragen, z.Bsp. auch in die Schweiz.


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