KINDERPATENSCHAFT

Freunde fürs Leben

Renate Müller hat ihr Patenkind Vinita 10 Jahre lang unterstützt. Sie ist noch immer Patin, heute für ein Mädchen aus Bangladesch.

Vinita ist heute 23 und Krankenschwester in Lalitpur, Indien. Ohne Patenschaftsprogramm hätte ihr Leben anders ausgesehen.

Ex-Patenkind Vinita zwischen Mutter und Grossmutter: Als Krankenschwester verdient die selbstbewusste junge Frau heute nicht nur ihr eigenes Geld, sie unterstützt sogar ihre Familie.

Jede Kinderpatenschaft kann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Sie verändert Leben. So wie für Vinita aus Indien und ihre Patin Renate aus der Schweiz.

Renate Müller aus Rubigen im Kanton Bern ist seit vielen Jahren Patin. Monat für Monat hat sie mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass sich ein kleines indisches Mädchen trotz aller widrigen Umstände ihren Lebenstraum erfüllen konnte: Krankenschwester werden. Ihr Patenkind Vinita ist heute eine selbstbewusste, erfolgreiche junge Frau. Im Interview erzählt die World Vision-Patin, wie stolz sie darauf ist, was ihr die Patenschaft gegeben hat und warum sie überzeugt ist, dass sie damit etwas bewirkt.

Hätten Sie sich jemals träumen lassen, dass Ihre Patenschaft so viel bewirkt?

Nein, niemals. Aber es ist sehr schön, das mitzuerleben. Richtig schön, dass ich das machen konnte.

Erkennen Sie auf den Fotos von heute noch das kleine Mädchen von damals?

Sie ist eine junge hübsche Frau geworden und wirkt sehr freundlich auf mich. Aber gegenüber den Fotos von früher, die ich aufbewahrt habe, sieht sie schon anders aus. Sie ist erwachsen geworden.

Können Sie sich vorstellen, welche Schwierigkeiten Vinita in ihrem Dorf zu überwinden hatte?

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Wir sind selbst einmal nach Indien gereist und haben miterlebt, dass Mädchen dort nicht viel zu sagen haben.

Nachdem Vinita volljährig wurde und aus dem Programm ausgeschieden ist, haben Sie eine neue Patenschaft übernommen. War Vinitas Erfolg mit ein Grund dafür?

Auf jeden Fall. Das war ein entscheidender Grund dafür, dass ich eine neue Patenschaft übernommen habe. (Anmerkung: Renate Müller ist heute Patin eines Mädchens in Bangladesch.)

Haben Sie sich bewusst wieder für ein Mädchen entschieden?

Ja, weil ich das Gefühl habe, dass Mädchen in diesen Ländern noch mehr benachteiligt sind und irgendwie untendurch rutschen.

Können Sie sich vorstellen, Ihr Patenkind einmal zu besuchen?

Das könnte ich mir sehr gut vorstellen. Es ist sicher sehr interessant, einmal nach Bangladesch zu reisen und selbst vor Ort zu sehen, wie sie lebt und wohnt.

Was wünschen Sie sich für sie?

Viel Kraft und Ausdauer für die Zukunft, um in die Schule zu gehen. Vor allem aber, um nach der Schule etwas zu lernen – so wie Vinita.

Was hat Sie vom Patenschaftsmodell überzeugt? Sie hätten ja auch einfach nur irgendwo Spenden können.

Zur Patenschaft habe ich mich entschlossen, weil ich selbst keine Kinder habe. Mich hat daran fasziniert, dass man über eine lange Zeit den Werdegang eines Menschen begleiten und mit eigenen Augen sehen kann, was aus ihm wird. Das hat mich überzeugt.

Eine Kinderpatenschaft ist ein einzigartiger, sehr effektiver Weg, messbar wirksam zu helfen: Als Patin oder Pate bei World Vision Schweiz erleben Sie persönlich und hautnah mit, was Ihre Unterstützung bewirkt. Mehr Informationen...