GESUNDHEIT

Krank durch Plastik – Warum ist Kunststoff gesundheitsschädlich?

Kunststoffe drängen seit ihrer Erfindung immer mehr in deinen Alltag und werden bis heute stetig weiterentwickelt. Mit der Flut verschiedenster Plastiksorten schleichen sich aber auch Schadstoffe in deinen Haushalt und sogar in deinen Körper ein. Doch was genau ist an Plastik eigentlich gesundheitsschädlich?

Auswirkungen auf den Körper

Plastik gelangt in unzähligen Formen bis in den letzten Winkel der Erde. Sei es der Müllstrudel im Nordpazifik, die Weichmacher in unserer Luft und im Hausstaub oder hormonähnliche Stoffe in unseren Gewässern. Und irgendwann kommt es zu uns zurück – in der Nahrung, im Trinkwasser und in vielen Dingen, mit denen wir Kontakt haben. Dass Plastik gesundheitsschädlich ist, können selbst die Produzenten nicht mehr bestreiten.

Es verursacht unter anderem:

  • Unfruchtbarkeit
  • erhöhte Raten von Fehlbildungen bei Babys
  • Hautprobleme
  • Schäden an Niere und Leber

Wenn du dir also beispielsweise alles zu Hautproblemen sowie Hautpflege angelesen hast und gezielt befolgst, deine Haut aber trotzdem verrücktspielt, ist das vielleicht die Schuld von Kunststoffen.

Gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe von Plastik

Dabei ist es nicht einmal das Plastik selbst, das gesundheitsschädlich ist. Um es zu dem Stoff mit den unglaublich flexiblen Eigenschaften zu machen, bekommt es zahllose Zusätze wie:

  • Weichmacher
  • Stabilisatoren
  • Antistatika
  • Flammschutzmittel
  • Farbstoffe

Das Problem: Genau diese lösen sich aus dem Grundmaterial. Sie dünsten aus in unsere Luft, werden durch Fette oder Alkohole in unser Essen aufgenommen oder vom Wasser ausgewaschen und so in der Umwelt verteilt. Bisher ist nicht ausreichend untersucht, wie diese Stoffe im Körper wirken. Und selbst wenn Grenzwerte bestehen – und eingehalten werden – kann Plastik gesundheitsschädlich sein.

Was dir nämlich keiner sagen kann: Wie diese Stoffe in den unterschiedlichen Kombinationen wirken, in denen sie auf deinen Körper treffen. Wie auch, bei rund 30.000 künstlichen Substanzen (i), die in beliebiger Weise kombiniert in der Umwelt auftreten?

Der Fall Bisphenol A

Seit der Fokus immer mehr darauf rückt, dass Plastik gesundheitsschädlich ist, ist ein Stoff besonders ins Gespräch gekommen. Mit Sicherheit hast du Bisphenol A schon einmal gehört. Eine US-amerikanische Studie konnte es im Körper von rund 90 Prozent aller Erwachsenen im Land nachweisen. (ii)

Du findest es in praktisch allen Lebensbereichen. Vom Campinggeschirr über Kofferhüllen bis hin zu Fahrscheinen und Spielzeug. Trotzdem wurde es erst im Januar 2018 (iii) überhaupt auf die Liste der Stoffe gesetzt, die das Hormonsystem schädigen können. Komplett verboten ist es bis heute nicht. Lediglich bei Babyflaschen ist es inzwischen nicht mehr zugelassen. Aber schon wenn du dir eine Konservendose oder eine Dose Limo aufmachst, kannst du wieder damit in Kontakt kommen. Die sind nämlich bis heute mitunter mit Bisphenol A beschichtet.

Weil die Erkenntnis „Plastik ist gesundheitsschädlich“ aber gerade Bisphenol A Produkten inzwischen einen Imageknick verpasst, versuchen immer mehr Hersteller mittlerweile darauf zu verzichten. Diese Artikel sind dann als „BPA-frei“ gekennzeichnet. Wenn du aber glaubst, das sei dein Kompass zu gesunden Produkten, muss ich dich leider enttäuschen: Oft werden stattdessen Bisphenol F oder Bisphenol S eingesetzt – und die haben eine vergleichbare Wirkung. Krank durch Plastik kannst du also auch aufgrund von gelabelten Kunststoffprodukten werden.

Krank durch Plastik – Die Rolle von Mikroplastik

Mikroplastik ist ein ähnlicher Globetrotter wie Bisphenol A. Hier geht es allerdings nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um die Größe. Klein, kleiner, Mikroplastik. Entsprechend groß ist die Oberfläche dieser Teilchen im Vergleich zur Masse. Das begünstigt sowohl die Abgabe von Zusatzstoffen, durch die das Plastik gesundheitsschädlich wird, als auch die Anlagerung von Giften. Diese winzigen Sondermülleinheiten schaukeln dann fröhlich vor allem durchs Meer und werden irgendwann wieder von Fischen und Wirbellosen (zum Beispiel Muscheln) aufgenommen, die dann – Mikroplastik inklusive – auf unseren Tellern landen. Na lecker!

Du willst Mikroplastik vermeiden? Dann hilft es nicht, nur deine Kosmetik auf die Minikügelchen zu filzen. Sie entstehen auch beim Waschen von Kleidung aus Kunststofffasern oder aus wild in der Botanik entsorgten Kunststoffen. Wenn wir also nicht mehr krank durch Plastik werden sollen, hilft eins am besten: (Plastik-)Müllvermeidung. Das ist übrigens der beste Weg, um jegliche Gesundheitsgefährdung durch Kunststoffe zu reduzieren. Also, wann fängst du an?