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Nichtmedikamentöse Therapien bei Demenz

Mehr Lebensqualität durch geeignete Therapien

Wichtig ist, dass die gewählte Therapie Spass macht und dass die Person dabei Erfolgserlebnisse hat.

Nichtmedikamentöse Therapien verdienen mehr Beachtung bei der Behandlung von Demenzsymptomen. Oft verbessert sich die Lebensqualität von Menschen mit Demenz wesentlich dank einer oder mehrerer nichtmedikamentösen Therapien. Kommt hinzu, dass sie nebenwirkungsfrei sind.

Der Einsatz von nichtmedikamentösen Therapien hat bei Menschen mit Demenz viele positive Effekte. Beispielsweise stützen sie die kognitiven Fähigkeiten, stärken das Selbstvertrauen und verbessern die Stimmung. 

Den eigenen Vorlieben entsprechend können Demenzbetroffene mithilfe ihrer Angehörigen aus einem grossen Spektrum an Therapien auswählen. Wichtig ist, dass die gewählte Therapie Spass macht und dass die Person dabei Erfolgserlebnisse hat. Wird klar, dass sich die Person mit Demenz überfordert fühlt, sollte man eine andere Aktivität wählen. Sprich, die Therapiewahl muss den Stand der Krankheit berücksichtigen.

Vielfältige Therapien: So wie’s wirkt.
Einerseits gibt es Therapien, die Menschen mit Demenz dabei unterstützen, sich – trotz veränderter Wahrnehmung sowie Orientierungs- und Kommunikationsschwierigkeiten – im Alltag zurechtzufinden. In der Realitätsorientierung etwa wird mit gezielten Orientierungshilfen wie angeschriebenen Schränken gearbeitet. Oder es werden Kalender aufgehängt, die besonders leicht lesbar sind. Alzheimer Schweiz gibt einige Tipps, wie die Orientierung in den eigenen vier Wänden für Demenzerkrankte erleichtert wird (s.a. «Wohnung anpasssen»). Therapeut_innen können etwa vor Ort auf die spezifischen Bedürfnisse der oder des Erkrankten eingehen.

Andere Therapien zielen vor allem darauf ab, das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten zu stimulieren. Bei der Erinnerungspflege zum Beispiel nutzen die Therapeut_innen Fotos, Gegenstände, Lebensmittel und Musikstücke und vieles mehr. Damit wecken sie positive Erinnerungen und verstärken die Lebensfreude. Das Wohlbefinden kann sich ebenso mit einer Aktivierungstherapie verbessern: Gemeinsam im Garten oder in der Küche arbeiten; dies ist auch möglich, wenn die kognitiven Fähigkeiten schon sehr herabgesetzt sind. Denn letztlich geht es stark um positive Erlebnisse, die angenehme Empfindungen auslösen.

Dann gibt es die körperbezogenen Therapien, sei es das aktive Bewegen in einer Turngruppe, eine Physiotherapie oder Tanzen. Die körperbezogenen Therapien sind zudem zentral für das Gleichgewichtstraining und zur Sturzprävention. Ob und wie eine Person mit Demenz auf eine bestimmte Therapieform reagiert, stellt man meistens schnell fest. Auch hier gilt der eigene Gusto; während die einen bei Bewegung aufblühen, sprechen andere mehr auf eine kreative Therapie wie Musizieren und Tanzen an.

Willkommene Folgen für die Angehörigen
Die erwiesenermassen guten Ergebnisse solcher Therapien bei Demenerkrankten beeinflussen ebenso positiv das Wohlbefinden der Angehörigen. Die neu entstandene Dynamik bereichert ungemein. Oft erhalten die Angehörigen dadurch Ideen und Anregungen. Sie entwickeln mehr Selbstvertrauen und Eigeninitiative. Und last but not least: Weniger Stress und die Entlastung stärkt sie in ihrem Durchhaltevermögen bei der Betreuung und Pflege.

Das Geld darf kein Hindernis sein
Ärztlich verordnete Therapien wie zum Beispiel eine Ergotherapie oder Physiotherapie vergütet die Krankenkasse. Alzheimer Schweiz rät im Vorherein abzuklären, ob eine spezifische nichtmedikamentöse Therapie im Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung enthalten ist. Eine Zusatzversicherung übernimmt auch bestimmte Therapien. 

Findet sich keine andere Möglichkeit, kann Alzheimer Schweiz über ihren Unterstützungsfonds auch individuelle Finanzhilfe gewähren, etwa Beiträge für nichtmedikamentöse Therapien. Und: Viele nichtmedikamentöse Therapieansätze können auch Nichtspezialist_innen inspirieren, diese gut ohne zusätzliche Kosten im Alltag selbst umzusetzen.

Lesen Sie hier auch, wie das Leben von Armando Krummenacher dank «seiner» Turngruppe an Qualität gewinnt.

Mehr zu nichtmedikamentösen Therapien in den Infoblättern
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