MEDIZIN

Operation am Knie ohne Übernachtung im Spital – wie läuft so etwas ab?

Mit dem Operationszentrum Bellaria an der Klinik Im Park verfügt Hirslanden in Zürich über eine Einrichtung, die darauf spezialisiert ist, solche ambulanten Operationen durchzuführen.

Seit 2017 haben verschiedene Kantone Listen eingeführt, wonach bestimmte medizinische Eingriffe nur noch ambulant, also ohne Übernachtung im Spital, durchgeführt werden dürfen, so auch der Kanton Zürich. Ab 2019 folgen zudem schweizweite Vorgaben.

Zu diesen Eingriffen gehört die Arthroskopie des Knies, ein minimalinvasiver Eingriff zur Behandlung von Schädigungen des Kniegelenks. Das bedeutet Veränderungen für Spitäler und Patienten. Erfahren Sie nachfolgend, wie eine solche ambulante Knieoperation im Operationszentrum Bellaria abläuft.

Ein Operationszentrum speziell für ambulante Eingriffe
Mit dem Operationszentrum Bellaria an der Klinik Im Park verfügt Hirslanden in Zürich über eine Einrichtung, die darauf spezialisiert ist, solche ambulanten Operationen durchzuführen. Zur Infrastruktur gehören zwei OP-Säle, 8 ambulante Patientenbetten und 8 kurzstationäre (für eine Nacht). Das Operationsspektrum umfasst alle ambulanten und kurzstationären Eingriffe. Das Angebot steht Patienten aller Versicherungsklassen offen.

Das nachfolgende Patientenbeispiel zeigt, wie ein typischer ambulanter Behandlungsablauf aussieht und dabei die Patientensicherheit im Vordergrund steht.

Ambulante Knieoperation – 4 Stunden nach Spitaleintritt wieder nachhause

6 Tage vor der Operation

Tennisanlage Mythenquai: Im entscheidenden Game eines feierabendlichen Matchs versucht S. Meier, einen fast quer gespielten Ball seines Gegners mit einem Ausfallschritt nach rechts noch zu erreichen. Den Ball verpasst der 36-Jährige, aber sein rechtes Knie hat es erwischt. Ein stechender Schmerz schiesst hinein. S. Meier versucht vorsichtig, das Bein zu strecken, merkt aber sofort, dass das nicht mehr möglich ist. An Weiterspielen ist nicht zu denken, und so fährt ihn sein Tennispartner nach Hause.

5 Tage vor der Operation

Der schmerzgeplagte S. Meier sucht seinen Hausarzt auf. Nach einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung stellt dieser die Verdachtsdiagnose einer Meniskusverletzung mit Blockade des Kniegelenks. Zur weiteren Abklärung überweist er S. Meier an einen Orthopäden, der auf Knieverletzungen spezialisiert ist.

4 Tage vor der Operation

Der Spezialist teilt die Vermutung des Hausarztes und veranlasst eine MRI-Untersuchung an der Hirslanden Klinik Im Park. Durch das MRI können zusätzliche Begleitverletzungen, die sich klinisch nicht immer feststellen lassen, diagnostiziert werden. Gegenüber S. Meier deutet er schon an, dass eine arthroskopische Operation notwendig werden könnte.

3 Tage vor der Operation

Am Vormittag begibt sich S. Meier für das MRI in die Klinik Im Park. Unmittelbar danach hat er erneut einen Termin beim Orthopäden. Die MRI-Aufnahmen bestätigen den Verdacht: S. Meier hat sich einen sogenannten Korbhenkelriss zugezogen, bei dem ein Teil des Meniskusgewebes in das Gelenk einklappt und die Bewegungseinschränkung oder Blockade verursacht. Als Therapie ist eine ambulante arthroskopische Operation angezeigt, um die Bewegungsfreiheit rasch wiederherzustellen. Der Arzt klärt S. Meier über den Eingriff auf und erläutert ihm, wie es danach weitergeht. S. Meier ist mit der Operation einverstanden. Noch in der Praxis füllt er das Einwilligungsprotokoll aus und unterschreibt es. Danach meldet der Arzt ihn beim Operationszentrum Bellaria an. Der Eingriff kann in zwei Tagen stattfinden. Die Uhrzeit wird S. Meier am Tag vor der Operation mitgeteilt. Zu Hause beantwortet er den Anästhesiefragebogen und schickt ihn ans Operationszentrum.

1 Tag vor der Operation

Der für die Operation zuständige Anästhesist meldet sich telefonisch bei S. Meier, nachdem er die Unterlagen von der orthopädischen Praxis erhalten hat. Er bespricht mit ihm die Narkose und teilt ihm mit, dass er am Folgetag um 8.00 Uhr morgens operiert wird. S. Meier entscheidet sich für eine Vollnarkose. Denkbar wäre auch eine Regionalanästhesie (Spinalanästhesie). Sie hätte allerdings zur Folge, dass er seine Beine nach dem Eingriff noch für zwei bis vier Stunden nicht bewegen könnte.

 

Tag der Operation

7.30 Uhr

S. Meier meldet sich beim Empfang des Operationszentrums Bellaria an, wo er von einer diplomierten Pflegefachfrau abgeholt wird. Sie begleitet ihn zu einer Umkleidekabine, wo er sich für die Operation umzieht. S. Meier erhält ein Patientenarmband und überprüft zusammen mit der Pflegefachfrau die Richtigkeit der darauf gemachten Angaben. Anschliessend leitet sie ihn an, mit einem Filzstift die zu operierende Seite (rechtes Knie) eigenhändig zu markieren.

7.40 Uhr

Zur Qualitätssicherung und für die Patientensicherheit liegen den Eingriffen am Operationszentrum Bellaria dieselben klar definierten medizinischen Prozesse zugrunde wie den stationären Eingriffen an der Klinik Im Park. Dazu gehört als zentrales Element die chirurgische Sicherheits-Checkliste. Anhand dieser werden alle für die Operation relevanten Punkte nochmals überprüft. Den ersten Teil der Sicherheits-Checkliste füllt die Pflegefachfrau aus.

7.45 Uhr

Die Pflegefachfrau bringt S. Meier in den Operationstrakt und übergibt ihn der Lagerungs- und der Anästhesiepflege. In der Schleuse vor dem Operationssaal wird S. Meier auf den OP-Tisch gebettet und für den Eingriff bereit gemacht. Kurz darauf wird er vom operierenden Orthopäden begrüsst, der nochmals alle wichtigen Punkte anspricht und kontrolliert. Anschliessend arbeiten die Lagerungs- und die Anästhesiepflege ihre Punkte auf der Sicherheits-Checkliste ab und schieben S. Meier in den OP.

7.55 Uhr

Das Anästhesieteam geht seinen Teil der Sicherheits-Checkliste durch und leitet danach die Narkose ein. Sobald die Narkose wirkt, erfolgen die Hautdesinfektion und die sterile Abdeckung. Parallel dazu wird die technische Apparatur für die Operation aufgebaut. Unmittelbar vor dem Hautschnitt überprüfen der Operateur und das anwesende Team abermals eine Reihe von Punkten auf der Sicherheits-Checkliste.

8.15 Uhr

Bei einer Kniearthroskopie werden über mehrere kleine Schnitte Instrumente ins Kniegelenk eingeführt. Dazu gehören eine Optik, die mit einer Kamera verbunden ist, sowie verschiedene Arbeitsinstrumente. Um sich einen Überblick zu verschaffen, beginnt der Operateur die Arthroskopie in der Regel mit einem standardisierten «Rundgang» durchs Kniegelenk, den er mit Bildern dokumentiert. Anschliessend erfolgt die eigentliche Operation mit der Entfernung der störenden instabilen Meniskusanteile. Für eine Refixation (Wiederbefestigung) bzw. Meniskusnaht sind sie – wie bereits anhand der MRI-Aufnahme vermutet – zu klein. Zum Schluss wird nach einer gründlichen Spülung des Kniegelenks ein Verband angebracht.

8.45 Uhr

Der Operateur erfasst im Anschluss an die Operation am Computer seine Leistungen und geht, bevor S. Meier den Operationssaal verlässt, mit dem OP-Team den letzten Abschnitt der Sicherheits-Checkliste durch. Mit dem Anästhesisten bespricht er die die Verabreichung der Medikamente nach der Operation, die auf einem Verordnungsblatt festgehalten wird.

10.00 Uhr

S. Meier erhält einen kleinen Imbiss. Kurz darauf kommt der Operateur zur Visite. Er erkundigt sich nach dem Befinden von S. Meier und erklärt ihm den durchgeführten Eingriff anhand von Bildern, die er während der Operation aufgenommenen hat. Danach erläutert er ihm und der anwesenden Pflegefachfrau die weitere Behandlung.

10.30 Uhr

Unter Anleitung eines Physiotherapeuten kann S. Meier ein erstes Mal aufstehen. Dabei lernt er auch, wie er die Gehstöcke einsetzen muss.

11.30 Uhr

Nach der Austrittsvisite durch die diplomierte Pflegefachfrau kann S. Meier das Operationszentrum verlassen. Arztzeugnis und Rezept für die Medikamente hat er dabei. Ebenso hat der Arzt mit ihm bereits den Kontrolltermin vereinbart. Er wird von seiner Frau, die sich den Nachmittag frei genommen hat, abgeholt. Sollte S. Meier zu Hause aus irgendeinem Grund mit dem behandelnden Arzt sprechen wollen, so ist dieser jederzeit direkt über seine Praxis oder die Notfallstation der Klinik Im Park telefonisch erreichbar. Obwohl medizinisch nicht notwendig, hätte S. Meier auch die Möglichkeit gehabt, aus Komfortgründen oder einem Sicherheitsbedürfnis heraus gegen eine Pauschale eine Nacht im Operationszentrum Bellaria zu verbringen (diese wird allerdings von den Krankenkassen nicht übernommen).

1 Tag nach der Operation

S. Meier kommt zum Kontrolltermin in die Praxis des Orthopäden. Dieser entfernt und wechselt den Verband und bespricht mit S. Meier nochmals die weitere Rehabilitation. Bei ihm war nur eine kleine Korbhenkelverletzung ohne zusätzliche Knorpelschädigung vorhanden, so dass er das Bein lediglich für kurze Zeit an Gehstöcken entlasten muss. Im Anschluss daran ist ein Aufbau unter physiotherapeutischer Kontrolle geplant.

Ansprechperson

Die Privatklinikgruppe Hirslanden umfasst 18 Kliniken in 11 Kantonen, viele davon mit einem ambulanten Chirurgiezentrum und einer Notfallstation. Sie betreibt zudem 4 ambulante Praxiszentren, 17 Radiologie- und 5 Radiotherapieinstitute. Sie finden in jeder einzelnen Klinik optimale Voraussetzungen für eine rasche und umfassende Behandlung.

Weitere Blogartikel der Privatklinikgruppe Hirslanden finden Sie auf https://blog.hirslanden.ch/