Seniorengerechtes Einrichten im Wohnzimmer

Das Herzstück ist das bedarfsgerechte Sofa.
Das Herzstück ist das bedarfsgerechte Sofa. - (Bild von Skitterphoto auf Pixabay)
Auf was ist bei der Einrichtung des Wohnzimmers zu achten? - Je älter man wird, desto mehr Zeit verbringt man in den eigenen vier Wänden.

Umso wichtiger ist es, dass man sich nicht nur wohlfühlt, sondern die Einrichtung auch zu den sich verändernden Bedürfnissen passt und den Anforderungen des Alters entspricht. Schließlich möchte man so lange wie möglich in seiner gewohnten Umgebung bleiben.

Wo man früher noch mehr Wert auf Design gelegt hat, so steht nun der funktionale Aspekt im Vordergrund. Dies gilt insbesondere für das Herzstück des Wohnzimmers - die Couch. Doch auf was ist zu achten und wie findet man die Couch, die am besten zu den persönlichen Bedürfnissen passt?

Welche Couch soll es sein?

Ein Sofa kann vieles sein. Der beste Platz zum TV schauen, ein Buch lesen, für Handarbeiten der auch, um einen Mittagsschlaf zu machen. Geht man heute in ein Möbelhaus, findet man unzählige Modelle vor. Ob klassischer 3-Sitzer oder doch lieber eine L- oder U-Form, jedes Sofa ist in verschiedenen Ausführungen vorhanden. Ist das Sofa groß genug, kann man auch noch mit Freunden zusammensitzen.

Man sollte sich zunächst klar werden, zu welchem Zweck das Sofa benutzt und wie viel Platz benötigt wird. Außerdem sollte es sich gut in den Raum einfügen und diesen nicht zu sehr einnehmen. Ältere Menschen benötigen mehr Platz zum Aufstehen, ein gewisser Freiraum um das Sofa herum für Gehhilfen muss also vorhanden sein.

Höhe, Tiefe und Bezug

Das richtige Aufstehen fällt bei niedrigen und besonders weichen Sofas schwer. Senioren sollten daher bei dem Kauf auf die richtige Sitzhöhe achten. Können die Füße gut auf dem Boden stehen und sind die Knie im rechten Winkel, so ist die Höhe optimal. 

Experten gehen davon aus, dass ca. 45-50cm Couchhöhe perfekt sind.

Auch die Sitztiefe spielt eine Rolle, damit man nicht im Sofa “versinkt” und jederzeit ohne Hilfe wieder aufstehen kann. Der Rücken sollte keinesfalls durchhängen und fest an der Lehne anliegen. Ein fester Sitz aus Kaltschaum oder Federkern sorgt für die nötige Stabilität.

Nicht immer sind Kinder, Enkel oder Pflegepersonal da und auch ältere Menschen sollten so autark wie möglich leben. Unterstützend wirkt hier auch die richtige Rückenlehne. Ist diese ergonomisch auf den Körper ausgelegt, wird der gesamte Bewegungsapparat entlastet und Haltungsschäden vorgebeugt.

Viele Sofas bieten die Option, das Kopfteil anzupassen. Verstellbare Armlehnen unterstützen beim Aufstehen zusätzlich.

Bei der Wahl des Bezugs stehen Leder und verschiedene (Web-)Stoffe zur Auswahl. Natürlich ist es primär Geschmackssache, allerdings ist echtes Leder wesentlich robuster und hygienisch besser zu reinigen. Seine Atmungsaktivität verlängert die Lebensdauer des Materials um ein Vielfaches. Alternativ ist Mikrofaser eine langfristig gute Lösung. Auffällige Farben sind zu vermeiden.

Praktisch sind auch ein kleiner Hocker oder ein ausklappbares Fußteil, um die Beine bei Bedarf hochzulegen und bei einem Mittagsschlaf perfekt zu entspannen. Die Blutzirkulation wird unterstützt und das Thromboserisiko vermindert.

Die richtige Position

Da sich das Leben auf das Sofa verlagert, ist die richtige Position im Raum umso wichtiger. Viel Licht und die Möglichkeit aus dem Fenster zu schauen, schaffen eine wohlige Atmosphäre und erleichtern den Alltag. 

Kleine Beistelltische sorgen dafür, dass Fernbedienung, Lesebrille, Zeitung und Kreuzworträtsel immer in greifbarer Nähe liegen. Jedoch ist auf eine gewisse Stabilität zu achten. Wacklige Gegenstände können zu Stürzen führen, wenn man sich darauf abstützt.

Sämtliche Stolperfallen rund um das Sofa sollten eliminiert werden. Dazu gehören herumliegende Kabel von Leuchten, TV, Telefonen und gegebenenfalls Internet-Router. Es empfiehlt sich, Teppichkanten ebenfalls abzukleben. Zu hoch ist das Verletzungsrisiko. Neben der eigenen Sicherheit steht so auch der Besuch der Enkel unter einem guten Stern.

Nutzen Sie eine Aufstehhilfe

Oft verbindet man mit dem eigenen Sofa auch langjährige Erinnerungen und möchte sich ungern trennen. Allerdings hindert der Gedanke ans mühselige Aufstehen die Entspannung. Hier kommen Hilfsmittel zum Einsatz. Aufstehgestelle können als Beistelltische getarnt und in die Wohnlandschaft integriert werden. Ein Katapultsitz erleichtert den Prozess mit einem Federmechanismus. Dieser ist portabel und kann auf jedweder Sitzmöglichkeit genutzt werden. Vor allem Personen mit verminderter Kraft in den Beinen oder Hüft- und Knieproblemen profitieren.

Rollstuhlfahrer können mithilfe eines Hubtischs ohne große Anstrengung auf ihre Sitzmöglichkeit gelangen. Der Motor wird kinderleicht über eine normale Steckdose betrieben. 

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