GESUNDHEIT

Tabuzone Po: Was tun, wenn es zu Afterjucken kommt?

Jucken am After gilt als peinlich und wird von den Betroffenen als sehr belastend empfunden.

Auf die Frage nach unserem Wohlbefinden, sprechen wir über unsere Probleme beim Wetterumschwung oder über eine Erkältung, die sich hartnäckig hält. Jedoch wird niemand von quälendem Jucken am After berichten.

Es gibt Themen, über die redet man aus Scham oft nicht einmal mit dem Arzt. Allerdings kann das problematisch werden, denn nicht immer sind krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden oder Hygienefehler schuld am Afterjucken. Mitunter können auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

Hämorrhoiden sind häufig der Auslöser für Jucken am After

Bei Afterjucken sprechen Mediziner von „Pruritus ani“. Gemeint ist damit ein juckendes Gefühl am Ausgang des Enddarms (Anus) und in der Perianalregion, dem Hautbereich um die Analöffnung herum. Wirklich aussagekräftige Statistiken, wie viele Menschen mit Afterjucken zu kämpfen haben, gibt es nicht. Männer scheinen insgesamt aber häufiger betroffen zu sein als Frauen.

Ein möglicher Auslöser für das quälende Jucken am After sind Hämorrhoiden. Wie im Ratgeber für Hämorrhoidalleiden beschrieben, kann es passieren, dass bei einer Beeinträchtigung der verschließenden Funktion der Hämorrhoiden, kleinste Mengen Schleim und auch Kot aus dem After fließen und die dort sehr empfindliche Haut mit Jucken und Brennen reagiert. Folgende weitere Ursachen können die Beschwerden hervorrufen:

  • Ekzeme, trockene Haut und andere Hautveränderungen
  • Allergische Reaktionen
  • Ernährung (zum Beispiel zu scharf gewürzte Speisen)
  • Magen-Darm-Infektionen
  • Madenwürmer (vor allem bei Kindern)
  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsenprobleme
  • Pilzinfektionen
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Feigwarzen im Analbereich
  • Medikamente
  • Erkrankungen des Enddarms

Auch ein Reizdarm und andere Darmerkrankungen, wie etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mit anhaltenden Durchfällen, können der Grund für das Jucken am After sein. Der dauerhafte Kontakt mit Kot und das häufige Abwischen der Po-Region führen zu Hautirritationen und Ekzemen. Das daraus resultierende Afterjucken hat dann oft Hygienefehler zur Folge.

Zu wenig und zu viel Hygiene ist bei Afterjucken schädlich

Gerade Betroffene von Jucken am After neigen zu übertriebener Hygiene. Häufig wollen sie verhindern, dass Stuhlreste zurückbleiben. Allerdings können zum Beispiel parfümierte Waschlotionen die Haut angreifen und ihren natürlichen Schutz zerstören. Zusätzlich kann feuchtes Toilettenpapier der Auslöser sein und unter anderem zu einem kontaktallergischen Analekzem führen. Letzteres sollte daher nur dann benutzt werden, wenn hartnäckige Stuhlreste entfernt werden müssen. Um sicherzugehen, dass nach dem Stuhlgang keine Ausscheidungen im Bereich um den After verblieben sind, ist zu empfehlen, den Bereich am besten großzügig mit Wasser zu reinigen und danach mit einem weichen Toilettenpapier vorsichtig und schonend abzutupfen.

Auch das Tragen von synthetischer Unterwäsche kann den Juckreiz fördern, da diese im Gegensatz zu reiner Baumwolle ein feuchtes Hautklima unterstützt. Ebenso sollte Sportkleidung gut sitzen, um den Schweiß möglichst schnell abzutransportieren.  

Afterjucken kann die Lebensfreude einschränken

Treten Beschwerden wie Brennen oder Jucken am After nur gelegentlich auf, dann ist nicht gleich der Besuch beim Arzt notwendig. Hält das Afterjucken allerdings längere Zeit an oder wird es sehr stark, dann ist eine ärztliche Untersuchung beim Hausarzt sinnvoll. Im schlimmsten Fall kann das unangenehme Gefühl nämlich ein Anzeichen von Krebs im Darmbereich sein. Der Arzt erkundigt sich in einem ersten Gespräch nach den Beschwerden, Stuhlunregelmäßigkeiten und Hygienegewohnheiten. Danach betrachtet er den Anus und führt gegebenenfalls eine Tastuntersuchung, eventuell auch einen Abstrich durch. Ein Allergietest und eine Blutuntersuchung können die Diagnose ergänzen. Lässt sich dadurch die Ursache nicht identifizieren, dann wird der Hausarzt einen Besuch beim Proktologen empfehlen. Dieser Facharzt ist auf Erkrankungen des Enddarms spezialisiert und führt auch Darmspiegelungen durch.

Jucken am After gilt als peinlich und wird von den Betroffenen als sehr belastend empfunden, schon allein deshalb, weil sie dem Juckreiz nicht in aller Öffentlichkeit nachgeben können. Letztendlich aber ist es ein Symptom, das verschwindet, sobald die Ursache gefunden und behandelt ist. Hilfreich sind bis dahin Sitzbäder auf Kräuterbasis und die Behandlung mit Cremes, die entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten.