GESUNDHEIT

Wann muss ich mit Halsschmerzen zum Arzt?

Halsschmerzen

Mit Halsschmerzen können sich viele Krankheiten bemerkbar machen.

Es kratzt im Hals, das Schlucken tut weh, vom Mund abwärts fühlt sich alles rau und offen an. Zwei- bis dreimal im Jahr haben Erwachsene mit Halsschmerzen zu kämpfen, Kinder im Durchschnitt noch viel häufiger.

In der Regel steckt eine banale Erkältung dahinter, begleitet von Symptomen wie laufender Nase, Husten, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Hinter dem Halsweh können sich aber auch Erkrankungen wie eine Kehlkopf- oder Mandelentzündung und sogar Tumore verbergen. Wann also ist bei Halsschmerzen der Gang zum Arzt angebracht?

Meist sind Halsschmerzen harmlos

Mediziner unterscheiden zwischen akuten, wiederkehrenden und chronischen Halsschmerzen. In der Regel handelt es sich bei Betroffenen um akute Halsschmerzen als Teil einer Erkältung (grippaler Infekt), die innerhalb weniger Tage auskuriert sind. Werden die Schmerzen jedoch schlimmer, treten sie einseitig auf, wie bei einer Seitenstrangangina (Entzündung der Lymphbahnen im Seitenbereich des Rachenraums) oder kommt hohes Fieber dazu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Denn dann kann eine spezielle Behandlung, eventuell sogar die Gabe von Antibiotika notwendig werden. In den meisten Fällen ist ein Besuch beim Hausarzt ausreichend. Ist eine weiterführende Therapie angesagt, wird dieser Sie an einen HNO-Arzt verweisen.

Vorsicht bei diesen Begleitsymptomen

Besteht der Verdacht, dass mehr als eine Erkältung hinter den Schmerzen steckt und stellen Sie mindestens eines der folgenden sieben Symptome an sich fest, dann sollten Sie einen (Fach-)Arzt aufsuchen:

  • hohes Fieber
  • stark angeschwollene Lymphknoten
  • einseitige Halsschmerzen
  • massive Schluckbeschwerden
  • kloßig-klingende Sprache
  • Übelkeit und Erbrechen
  • heftige Kopfschmerzen und Nackensteife

Vorsicht bei Kindern: Hinter plötzlich auftretenden Halsschmerzen können nicht nur Verätzungen, Verbrennungen, verschluckte Fremdkörper oder Insektenstiche als Auslöser stecken, sondern auch giftige Dämpfe und Allergien. Bei Verdacht am besten gleich zum Kinderarzt gehen.  

Diese Krankheiten können sich hinter Halsschmerzen verbergen

Ein Blick in den Rachen genügt selbst einem Laien, um den Zustand der Mandeln zu erkennen. Geschwollene, gerötete und belegte Mandeln sind ein Anzeichen für eine Mandelentzündung (Tonsillitis) oder Angina. Hinter Halsschmerzen können sich aber auch folgende Erkrankungen verbergen:

  • Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Mumps
  • Masern
  • Diphterie
  • Scharlach
  • Grippe
  • Kehlkopfentzündung/Kehldeckelentzündung
  • Entzündungen der Speise- oder Luftröhre
  • Mundsoor
  • Schilddrüsenerkrankungen

Bei Mund- oder Rachentumoren kann es ebenfalls zu Halsschmerzen kommen, die bis in die Ohren ausstrahlen. Glücklicherweise ist dies aber nur in den wenigsten Fällen der Grund für einen schmerzenden Rachen.

Halsschmerzen – was tun?

Halsschmerzen sind meist ein Symptom für eine Entzündung im Hals-Rachen-Raum. Und um diese zu heilen, braucht der Körper Ruhe. Je mehr Sie Ihr Immunsystem unterstützen, indem Sie selbst langsamer machen, desto schneller sind Sie die lästigen Beschwerden wieder los. Schlaf ist die beste Medizin – aber nicht immer sind zwei Tage Auszeit auf der Couch möglich und man will oder muss etwas tun, um die Halsschmerzen schnell in den Griff zu bekommen. Folgende Maßnahmen können reizlindernd wirken:

  • Lutschtabletten
  • Salzpastillen (regen den Speichelfluss an)
  • Kartoffel- oder Quarkwickel
  • Dampfinhalationen
  • betäubende Gurgellösungen oder Sprays aus der Apotheke mit desinfizierender Wirkung (Alternative: Salzwasser)
  • viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten
  • frisch aufgebrühter Salbeitee

Ein altes und bewährtes Hausmittel ist Honig, entweder im Tee oder auch einfach frei weg vom Löffel gelutscht. Um seine antibakterielle Wirkung zu entfalten, sollte der Honig aber nicht erhitzt werden. Denn seine gesunden Inhaltsstoffe sind wärmeempfindlich und werden durch die Hitze zerstört.