Finanzen

Finanzielle Knackpunkte. An diesen Stellen gilt es richtig zu entscheiden

Finanzielle Vorsorge fürs Alter

Abbildung 1: Wie viel Geld bleibt nach dem Übergang vom Erwerbsarbeitsleben in die Pensionierung? Nur wer bereits mit Mitte 50 für Transparenz in puncto Finanzen und Erwartungen sorgt, kann die Zeit der Pensionierung auch in vollen Zügen geniessen. - pixabay.com © moritz320 (CC0 Public Domain)

Finanzielle Vorsorge fürs Alter

Abbildung 2: Wer plant nach der Erwerbstätigkeit viel zu reisen, muss bereits in frühen Jahren vorsorgen, denn: Zwischen dem Erwerbseinkommen und den Rentenbezügen klafft in der Regel eine Lücke von 30 bis 40 Prozent. Damit ermöglicht eine durchdachte, finanzielle Vorsorge auch, sich Träume wie das gemeinsame Reisen zu ermöglichen. - pixabay.com © pasja1000 (CC0 Public Domain)

Es gibt zahlreiche Scheidewege im Laufe des Lebens, die mitunter auch darüber entscheiden können, wie die eigene Zukunft finanziell betrachtet aussehen könnte.

In jüngeren Jahren ist das vornehmlich die schulische und berufliche Bildung. Ergriffene Weiterbildungsoptionen sowie eine umsichtige Vorsorgeplanung mit Hilfe von Rücklagen und Versicherungen sind weitere Faktoren, die zur Zeit der Familiengründung eine finanzielle Vorausplanung ermöglichen. Hinzu kommen aber auch unvorhersehbare Ereignisse, wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit oder andere Schicksalsschläge, die selbst ein wohl durchdacht gestaltetes finanzielles Gerüst ins Wanken bringen können. Welche Knackpunkte und Hürden es im Alter zu bezwingen gibt, verrät dieser Beitrag.

Die Finanzen der Schweizer in Zahlen: hohes Vermögen und hohe Schulden

Den Effekt von einer wohl durchdachten Finanzplanung und unvorhersehbaren Ereignissen, die das Leben so mit sich bringt, dokumentiert die Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung mit diesen Worten: „Schweizer Privathaushalte haben in Westeuropa sowohl die höchsten Nettofinanzvermögen als auch die höchsten Schulden.“ In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Einem durchschnittlichen Nettovermögen von 173.800 Euro stehen 90.000 Euro Schulden pro Kopf gegenüber. Erklärbar wird dieser immens hohe Schuldenstand durch die Immobilienhypotheken, die zwar nicht abbezahlt werden, aber auch durch die Liegenschaften an sich gedeckt sind.

Damit die Umstellung mit 50plus klappt, hilft Transparenz und rechtzeitige Planung

Wenn der Termin zur Pensionierung erst zum Greifen nah ist, ist es beinahe zu spät, diese neue Lebensphase finanziell auf sichere Beine zu stellen. Stattdessen ist mit Mitte 50 der richtige Zeitpunkt, um die Pensionierung in finanziell sichere Bahnen zu leiten. Nun gilt es sich die Tatsache vor Augen zu führen, dass die Rentenbezüge aus Pensionskasse und AHV in Summe etwa 60 bis 70 Prozent des Erwerbseinkommens ausmachen. Nun muss die Frage folgen: Reicht das aus, um den Lebensstandard im Ruhestand zu bestreiten?

Wird nach dieser Berechnung klar, dass eine Einkommenslücke klafft, stellt die Säule 3a für viele Schweizer eine gute Option dar. Dahinter verbergen sich freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse. Darüber hinaus helfen diese Tipps dabei, Finanzmittel zu kontrollieren und sogar Geld zu sparen, das dann im Ruhestand zur Verfügung stehen kann.

Tipp 1: Umschulden statt hohe Zinsen bezahlen

Wird deutlich, dass die monatlichen Ausgaben regelmässig die monatlichen Einnahmen übersteigen, passiert dies häufig ohne grosses Aufsehen, denn: Via Dispokredit werden Rechnungen trotzdem beglichen, allerdings gerät das Konto damit regelmässig in eine teure Schieflage, die die Banken sich mit Dispozinsen bezahlen lassen. Nach einer durchdachten Berechnung, wie hoch der Finanzbedarf ist, macht es Sinn an eine Umschuldung zu denken. Und das bedeutet: den Dispokredit ablösen und mit günstigeren Zinsen den Finanzbedarf decken.

Tipp 2: Realistische Pläne für die Zeit der Pensionierung schmieden

Viele Menschen scheitern an der Illusion, die sie mit Blick auf die Zeit der Pensionierung verfolgen. Das bedeutet: Die Idee davon, weniger Geld auszugeben, weil kein Arbeitsweg und damit keine Fahrtkosten mehr anfallen, oder weniger schicke Kleidung für den Job im Büro anfallen, mag zwar stimmen, doch die frei gewordene Zeit will auch genutzt werden, was wiederum kostet.

Wer sich also vorgenommen hat, mehr Zeit in Hobbys zu investieren – wie in Reisen, Kultur, Kunst oder auch in teure Sportarten wie Skifahren oder Golf, muss davon ausgehen, dass die Lebenshaltungskosten in der Zeit der Pensionierung mindestens auf dem Niveau liegen wie zur Zeit des Vollzeiterwerbs. Summa summarum gilt es also eine Einkommenslücke von 30 bis 40 Prozent zu schliessen oder direkt die Anforderungen an die Zeit der Pensionierung zurückzuschrauben.

Experten gehen davon aus, dass

  • die Ausgaben im Bereich des Wohnumfelds, bei Heizung, Strom, Ernährung, Hausarbeit, Körperpflege und Gesundheit sowie für Kommunikation und Freizeitgestaltung steigen werden.

  • die Ausgaben für Kleidung, Mobilität und Versicherungen sinken werden.

Diese Einschätzung kann dabei helfen, den finanziellen Spielraum für die Zeit der Pensionierung abzuschätzen. Zudem handelt es sich insofern um einen Knackpunkt, da ab Mitte 50 Ausgaben gründlicher überlegt werden wollen – auch mit Blick auf den nahenden Übergang in die Pension.

Tipp 3: Die drei Säulen der Altersvorsorge zu Papier bringen

Zwischen dem theoretischen Wissen darüber, welches Einkommen nach dem 64. oder 65. Altersjahr, also zum Bezugspunkt der AHV-Rente, zur Verfügung steht, und der Transparenz, die Zahlen auch zu Papier bringen können, klafft eine grosse Lücke. Die erste Säule der Altersvorsorge, die AHV-Rente, ist abhängig von den Jahren der Beitragszahlungen, von der Höhe des Einkommens sowie von Gutschriften, die für Erziehungs- und Betreuungszeiten berechnet werden.

Hinzu kommt die zweite Säule, die berufliche Vorsorge, die für Erwerbstätige in der Schweiz Pflicht ist – und zwar ab einem Einkommen von 21.330 Schweizer Franken. Bezeichnet wird die Summe der Beträge als Altersgutgaben. Der Umwandlungssatz liegt bei 6,8 Prozent für all jene, die das reguläre AHV-Rentenalter erreicht haben. Die dritte Säule ist die freiwillige Vorsorge, deren Einzahlungen teilweise steuerbegünstigt sind. Schätzungen ermöglicht das Online-Tool der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Abbildung 1: pixabay.com © moritz320 (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © pasja1000 (CC0 Public Domain)


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