VAKUUM

Der neue Schweizer Film VAKUUM mit Barbara Auer

Der neue Schweizer Film VAKUUM mit Barbara Auer

Der neue Schweizer Film VAKUUM mit Barbara Auer

Inmitten der Vorbereitungen für ihren 35.Hochzeitstag erfährt Meredith überraschend, dass sie HIV-positiv ist. Als Überträger kommt nur ihr Mann André in Frage. Je näher die Hochzeitsfeier rückt, desto brüchiger scheint jene Ehe, die da gefeiert werden soll. Mutig, wütend und hoffend, spürt Meredith, dass es eine gemeinsame Zukunft nur geben kann, wenn sie André restlos verzeiht. Doch wie viel Verletzung hält Liebe aus?

KOMMENTAR DER REGISSEURIN CHRISTINE REPOND

Es gibt Gegenden in der Welt, die alles haben, wovon man im Allgemeinen so träumt. Meredith und André wohnen in einer solchen Welt, und sie haben es gut miteinander. Die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, sie macht das Frühstück, bereitet die Brote für seine Lunchbox zu. Der Garten ist weitläufig, so dass Nachbarn nicht auszumachen sind.

Eine zufällige HIV Diagnose zieht Meredith den Boden unter den Füssen weg, zwingt sie unerwartet, die langjährige Ehe zu hinterfragen, denn die Ansteckung kann nur eine Ursache haben. Nirgendwo wird eine HIV-Infektion mehr stigmatisiert als dort, wo sie am wenigsten vermutet wird; also schweigt Meredith. Vor allem aber kämpft sie damit, das Vertrauen verloren zu haben, liegt schlaflos im Bett, leidet. Anfänglich versucht sie, sich nicht vom Kummer überwältigen zu lassen, doch ihre Suche nach Wahrhaftigkeit wird immer unausweichlicher. Es gelingt ihr zunehmend weniger, sich hinter Routinen und Rollenmustern zu verstecken. Der veränderte Blick, die fremde Berührung, das Sich-Abwenden, – all das Ungesagte bricht hervor.

André, jener Mann, mit dem Meredith Jugend, Familie und Hoffnungen teilte, scheint sie aufrichtig zu lieben, so dass er sich kaum als Feindbild eignet. Versuche, die offensichtliche Liebe wieder aufleben zu lassen, pendeln zwischen Demütigung und Schmerz. Wie viel Enttäuschung hält Liebe aus? Können zwei, die so lange zusammen waren, überhaupt wieder Einzelne werden, oder bleiben sie jetzt für immer Bruchstücke eines Ganzen?

Mit VAKUUM, welches in seinem Kern auf authentischen Geschehnissen beruht, wollte ich ausloten, was übrig bleibt, wenn eine besondere Vertrautheit nicht mehr ausreicht. Welche Anteile an Liebe oder Verpflichtung treiben diese beiden Menschen an, ein sorgfältig eingerichtetes Leben nicht einfach wegzuwerfen? Selbst wenn die Handlung im bürgerlichen Milieu verortet ist, so haben auch in jungen Generationen traditionelle Rollenmuster wieder Konjunktur. Merediths Ringen mit ihrer aus den Fugen geratenen Weltordnung weist weit über sie hinaus. Ebenso wie die über alle Milieugrenzen hinweg brennende Frage: Wie gut war das Gute und kann man es festhalten oder vergeht es einfach, wenn das Vertrauen verloren ist?