Dual-Tasking Gehirntraining ist wirksam

Dual-Tasking Gehirntraining ist wirksam
Dual-Tasking Gehirntraining ist wirksam
Unter Dual-Tasking-Training versteht man das Lösen einer kognitiven (geistigen) Aufgabe kombiniert mit einer aktiven körperliche Bewegung.

Im Alltag ist man ständig mit Doppel- oder Mehrfachaufgaben konfrontiert. Typische Beispiele sind: Beim Treppen hochsteigen den Hausschlüssel aus der Tasche kramen (beliebt bei Frauen), überqueren einer stark befahrenen Strasse während dem Telefonieren mit dem Handy, SMS schreiben beim Durchqueren der dicht frequentierten Bahnhofhalle, reden mit dem Nachbarn während dem Kochen eines neuen Rezeptes, usw. Das Gehirn empfindet solche Doppelaufgaben als echte Herausforderung. 

Schauen wir die Ursache dieser "Stresssituation" etwas detaillierter an.
Ähnlich wie bei Muskeln, dem Herzkreilaufsystem oder dem Skelett zeigen sich die ersten Alterungsprozesse des Gehirns bereits ab dem 25 Lebensjahr. So richtig subjektiv spürbar ist er in der der 3. Lebensphase. Noch weiss die Wissenschaft nicht schlüssig was den Alterungsprozess im Gehirn auslöst. Nebst den bekannten biologischen Einflüssen ist oft die weniger intensive Benutzung des Gehirns im Berufsalltag für viele 50Plus dafür verantwortlich.

Durch Inaktivtität oder Nichtgebrauch der Gehirnstrukturen bildet sich im Alter die Anzahl der Dendriten und der Synapsen im Gehirn zurück.  Obwohl die Neurogenese wieder neue Zellen bildet sterben sie bekanntlich wegen Nichtbenutzung oder Stress schnell wieder ab. Welch vertane Chance.
Besonders betroffen von der alterungsbedingten Rückbildung sind Hirnareale im Gehirn, die für das kurzzeitige Erinnern (Merkspanne und Arbeitsgedächtnis) und für das Lernen im Hippocampus zuständig sind. Deshalb merken Menschen ab 50Plus  zuerst ein Nachlassen ihrer kognitiven (mentalen) Leistungsfähigkeit oder beim kurzfristen Erlernen oder Erinnern neuer Inhalte.

Auffallend erkennt man diese Veränderungen im Arbeitsgedächtnis, da hier die Kapazität wegen des Alterungsprozesses am augenscheinlichsten schwindet. Andererseits benötigt der 50Plus zur Bewältigung von Aufgaben mehr Konzentration und Aufmerksamkeit. Diese verstärkte Konzentration bindet zusätzliche Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses und steht für das Erinnern kurzeitiger Informationen noch weniger zur Verfügung. Ein verhängnisvoller Teufelskreis. Diese beiden Entwicklungen münden immer wieder in Erinnerungs-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen.

Besonders grosse Probleme haben 50Plus, wenn sie gleichzeitig mehrere  Aufgaben im Gedächtnis behalten sollten, sogen. Dual-Tasking-Aufgaben. Bereits junge Menschen haben mit Dual-Tasking Aufgaben recht Mühe.
Typische Dual-Tasking-Aufgaben sind: Beim schnellen Laufen einen neuen Sachverhalt verstehen, Latein tanzen , Autofahren und kritische Situationen zu meistern beim gleichzeitigen Reden mit dem Beifahrer, zwei drei Zutaten rechtzeitzeitig bereitstellen, wenn der Kochprozess bereits läuft, mehrere Kinder gleichzeitig bei kritischen Verkehrssituationen betreuen, usw. Stress ist dann das natürliche Resultat bzw. Überforderung.

Es ist prinzipiell nicht die Frage des Alters, ob sich das Gehirn weiterentwickelt oder eher abbaut, sondern es ist die Art und Weise wie wir unser Gehirn „füttern“ oder beanspruchen. Jede Inaktivität hat für das Gehirn Folgen; das muss man sich bewusst sein. Gleichzeitiges Arbeitsgedächtnistraining und gezieltes Bewegen halten unser Gehirn bist ins höchste Alter fit.  Also liegt es ganz alleine in der Verantwortung  jedes Einzelnen, was er daraus macht. Eine Kombination dieser beiden Trainingsarten, das Dual-Tasking-Trainieren vereint beiden Methoden. Am Beispiel von Bälle jonglieren konnte nachgewiesen werden, dass diese spezielle  Bewegung das Gehirn strukturell verändert. Sobald die Person mit dem Jongliertraining aufhört bilden sich die gewachsenen Bereiche langsam wieder zurück.

Ältere Personen bleiben beim Spazieren oft stehen , wenn man ihnen etwas neues mitteilt. Der Autor hat bei sich selber festgestellt, wenn er beim Laufen im Walde und gleichzeitigem rückwärts buchstabieren eines längeren Wortes zwingend anhalten muss. Probieren Sie es selber aus. Oder schreiben Sie beim lockeren Waldlauf ein SMS. Teenager meistern das übrigens locker.

Sowohl Arbeitsgedächtnistraining als auch Bewegungstraining bringen separat erkennbare Verbesserungen. Perfekt sind jedoch nur Dual-Tasking-Trainingsaufgaben. Der  Transfer ist nebst  der erzielten und messbaren Verbesserungen auch schnell erkennbar. Einige der vorgeschlagenen Übungen sind allein und in der Gruppe sehr gut durchführbar, machen Spass und sind auch populär.

Einige Übungen finden sie hier: www.neuronalfit.ch/dualtasking/

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