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50PLUS – ARBEIT

Wie bringt man Firmen dazu, mehr 50plus anzustellen?


Erfahren, aber teuer: Arbeitskräfte über 50.

Ältere Arbeitslose brauchen im Mittel deutlich länger für die Stellensuche als jüngere. Finanzielle Anreize für Arbeitgeber sollen das Problem lindern, schreibt Hansueli Schöchli auf «nzz.ch».

Manche ältere Stellensuchende leiden unter Existenzängsten. Man müsse etwas tun, um deren Situation zu verbessern. Das sagt der Zürcher Arbeitsrechtler Denis Humbert, der viele ältere Stellensuchende und auch Arbeitgeber berät.

In einem zehnseitigen Papier schlägt der Anwalt diverse Massnahmen vor. Eine seiner Stossrichtungen ist der Ausbau des Kündigungsschutzes für Ältere bzw. die Klärung der Regeln dazu.

Seit einem Urteil des Bundesgerichts von 2014 herrsche grosse Rechtsunsicherheit. Laut Bundesgericht haben Arbeitgeber gegenüber älteren Angestellten eine erhöhte Fürsorgepflicht. 2014 hatte das Gericht zudem quasi das Recht von Älteren auf eine "letzte Chance" vor einer Entlassung verankert.

Kündigungen bleiben aber weiterhin möglich. Denis Humbert setzt vor allem auf finanzielle Anreize. Er möchte Kündigungen von Älteren verteuern (längere Kündigungsfristen, grössere Abfindungen) und die Beschäftigung von Älteren verbilligen.

Die beiden Ansätze können sich aber zum Teil widersprechen: Eine Verteuerung der Kündigung von Älteren reduziert die Anreize zu deren Anstellung. In Sachen Anstellung kennt das Gesetz schon heute finanzielle Anreize.

Dies betrifft etwa die Möglichkeit von Einarbeitungszuschüssen für Personen, "deren Vermittlung erschwert" ist - was auch ältere Stellensuchende betreffen kann. Während der ersten sechs bis zwölf Monate kann die Arbeitslosenversicherung 40% bis 60% des Lohns übernehmen, sofern der Betroffene danach eine Festanstellung erhält.

Das Instrument sei bei Arbeitnehmern wie Arbeitgebern "kaum bekannt", sagt Anwalt Humbert. Wo es angewendet werde, führe es in 90% der Fälle zu einer Festanstellung. Dieses Jahr flossen im Mittel pro Monat Einarbeitungszuschüsse für etwa 1700 Beschäftigte, wovon gut 650 auf die Gruppe 50 plus entfielen.

Es gebe keinen automatischen Anspruch für alle Älteren auf Einarbeitungszuschüsse, da viele diese gar nicht nötig hätten, sagt das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich. Die Behörden empfehlen Einarbeitungszuschüsse laut AWA dort, wo eine besondere Einarbeitung nötig sei.

Das Instrument könne aber zweischneidig sein, wenn es das Signal vermittle, dass der Stellensuchende nicht genau auf das Profil der betroffenen Stelle passe. Letzteres sagt auch der Arbeitgeberverband.

Der Verband betont überdies, dass in der Praxis nicht ein allfälliger Einarbeitungszuschuss entscheidend sei, sondern das Potenzial des Stellensuchenden für die zu besetzende Stelle.

Anwalt Denis Humbert schlägt einen finanziellen Anreiz in Form eines Steuerabzugs für Arbeitgeber vor, die über 50-Jährige beschäftigen. Dies stösst aber auf grosse Skepsis.

Ein Experte des Staatssekretariats für Wirtschaft betont, dass man Vorurteile der Arbeitgeber gegenüber älteren Stellensuchenden abbauen wolle und eine solche Subvention psychologisch eher das Gegenteil bewirken könnte.

Auch der Arbeitgeberverband will solche Subventionen nicht. Zum einen liege das Hauptproblem älterer Stellensuchender nicht beim Mangel an "Anschubfinanzierung", sondern darin, dass ihr Profil oft nicht zu offenen Stellen passe.

Und zum andern verursachte ein neuer Steuerabzug Kosten, die jemand bezahlen müsse. Bei über einer Million Beschäftigten in der Altersgruppe 50 plus könnte ein Steuerbonus für die Arbeitgeber den Fiskus rasch Hunderte von Millionen Franken pro Jahr kosten. 

Lesen Sie den ganzen NZZ-Artikel hier.


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