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50PLUS – ERINNERUNG

Gehirn-Implantate für besseres Gedächtnis


Mit einer Gehirnprothese das Gedächtnis von 50plus stützen.

Wie eine Prothese für das Gehirn: US-amerikanische Wissenschaftler der Universität von Südkalifornien haben erfolgreich Implantate in menschliche Gehirne eingepflanzt, um das Gedächtnisvermögen wesentlich zu verbessern. Die Ergebnisse der Studie können sich als ausschlaggebend für die Zukunft der Medizin erweisen.

Neuralink, eine Firma von Tesla-Autobauer Elon Musk, will dem Menschenhirn ganz neue Eigenschaften verschaffen, zunächst aber geht es darum, Leiden zu mildern, "mit Geräten, die Information aus dem Gehirn herauslesen und in es hineinlesen können".

So formulierte es Musk im April, er verwies darauf, dass es solche Geräte schon gibt, etwa ins Gehirn eingepflanzte Chips gegen Parkinson. Es gibt auch Versuche, Gedanken zu lesen - zunächst entwickelt für Querschnittsgelähmte, die auf diesem Weg wieder mit der Umwelt kommunizieren könnten.

Zuletzt ist es gelungen, Gehirnen Selbstmordgedanken abzulauschen, dazu muss nichts eingepflanzt werden, bildgebende Verfahren und Algorithmen ermöglichen es. Und nun kommt ein Schritt in Richtung Erinnerung.

Dong Song, Bioingenieur der University of Southern California, hat auf der Jahrestagung der Society of Neuroscience in Washington eine Gehirnprothese präsentiert, die das Gedächtnis stützt. Diese entwickelt Song seit Jahren mit Hilfe von Tierversuchen, die mit Forschungsgeld von Darpa, der Wissenschaftsabteilung des US-Militärs, finanziert werden. Das US-Militär hat ähnliche Fantasie wie Musk.

Hoffnung bei Alzheimer

Nun hat Song die Gehirnprothese erstmals an Menschen getestet, und zwar an solchen, denen ohnehin Elektroden in die Gehirne eingebaut wurden, um epileptische Anfälle zu mildern. 20 Patienten liessen sich auf Bitten des Wissenschaftlers bei dieser Gelegenheit noch andere Elektroden implantieren, in den Hippocampus, in ihm sitzt das Gedächtnis.

Auf dessen elektrische Aktivitäten lauschten die Elektroden zunächst, sie identifizierten die Muster, mit denen das Kurzzeit- und das Arbeitsgedächtnis funktionieren. Letzteres sorgt für Überblick, etwa dafür, dass man am Ende eines Satzes noch weiss, wie er begonnen hat.

Im zweiten Schritt drehte Song alles um, nun liess er die Testpersonen Gedächtnisaufgaben lösen, zugleich spielte er die elektrischen Muster in ihre Gehirne ein. Das half bei fünf Testpersonen, das Kurzzeitgedächtnis erinnerte sich um 15, das Arbeitsgedächtnis um 25 Prozent besser.

"Wir haben den neuronalen Code geschrieben, der die Gedächtnisfunktion verbessern kann. Das hat niemand vor uns getan", triumphierte Song. Die grosse Hoffnung heisst natürlich Hilfe bei Alzheimer bzw. Demenz, das Experiment zeigte aber auch die mögliche Kehrseite: Mit dem Einspielen falscher Muster kann man das Gedächtnis durcheinanderbringen.


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