Alterssichtigkeit: Diese Alternativen gibt es zur Lesebrille

Gleitsichtlinsen können die richtige Lösung bei Alterssichtigkeit sein.
Gleitsichtlinsen können die richtige Lösung bei Alterssichtigkeit sein. - Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay
Ab einem Alter von 40 Jahren verändert sich das menschliche Auge. Die Linse verliert merklich an Elastizität. Aufgrund der zunehmenden Versteifung passt sie sich nur schwer an verschiedene Sehentfernungen an.

Diese altersphysiologischen Probleme mit der Akkommodation sind als Alterssichtigkeit (Presbyopie) bekannt. Betroffene brauchen dann oft eine Lesebrille, um auf kurze Distanzen wieder scharf zu sehen. Doch es gibt auch Alternativen.  

Vorab wissenswert: Presbyopie ist keine Weitsichtigkeit im regulären Sinn. Einer solchen liegt ein Brechungsfehler des Auges zugrunde, wohingegen Alterssichtigkeit am normalen Alterungsprozess liegt.

Wieso Lesebrillen oft nicht die beste Lösung sind

Sehhilfen müssen in regelmäßigen Abständen an den aktuellen Zustand angepasst werden. Gerade für Lesebrillen bei Alterssichtigkeit ist dies erforderlich. Die natürliche Linsenversteifung schreitet mit den Jahren nämlich fort. Mit steigendem Alter erkennt das menschliche Auge den Nahbereich dadurch immer unschärfer. Scharf sieht man mit

  • zwei Jahren auf einen Abstand von fünf Zentimetern.
  • sieben Jahren auf einen Abstand von sieben Zentimetern.
  • 20 Jahren auf einen Abstand von zehn Zentimetern.
  • 40 Jahren auf einen Abstand von 25 Zentimetern.
  • 50 Jahren auf einen Abstand von 50 Zentimetern.
  • 65 Jahren auf einen Abstand von zwei Metern.

Mit 40 braucht man daher beispielsweise andere Gläser als mit 50 Jahren. Entsprechend häufig müssen Lesebrillen angepasst werden. Das einzige Gegenargument zur Lesebrille ist der Anpassungsaufwand der Sehhilfe nicht. Falls die Alterssichtigkeit zu einer vorher bestehenden Sehschwäche hinzukommt, braucht man für verschiedene Sehentfernungen außerdem unterschiedliche Brillen. Das ständige Auf- und Absetzen ersparen sich viele Menschen mit sogenannten Gleitsichtbrillen.

Gleitsichtbrille: Beste Alternative für Menschen mit vorher bestehender Sehschwäche

Gleitsichtbrillen basieren auf multifokalen Linsen. Solche sind aus mehreren Zonen aufgebaut. Jede davon ist auf eine bestimmte Sehentfernung optimiert. Die Augen sehen so durch ein und dasselbe Brillenglas alle Entfernungen inklusive Zwischendistanzen scharf. Leidet man zusätzlich zur Alterssichtigkeit an einer Sehschwäche, erspart man sich mit dem multifokalen Konzept die Anschaffung einer zusätzlichen Lesebrille. Die Sehhilfe muss nicht mehr distanzabhängig gewechselt werden. Bei Aktivitäten wie dem Sport können Gleitsichtbrillenträger übrigens jederzeit auf multifokale Kontaktlinsen umsteigen. Dadurch lässt sich das Beschädigungs- und Verletzungsrisiko bei bewegungsintensiven Aktivitäten senken.

Im Vergleich zu weiteren Alternativen ist die Gleitsichtbrille bei vorher bestehenden Sehschwächen die sanfteste, aufwandloseste und preiswerteste Korrektur der Alterssichtigkeit. Optionen wie Operationen sind demgegenüber mit Risiken verbunden und nicht für jedes Auge geeignet.

Einige Patienten klagen bei Gleitsichtbrillen über Schwindel und Kopfschmerz. Wer mit den multifokalen Gläsern der Gleitsichtbrille nicht zurechtkommt, kann auf Bifokallinsen zurückgreifen. Anders als Multifokal-Modelle, sind diese Zweistärkelinsen nur mit zwei Sehbereichen ausgestattet.

Welche Eingriffe helfen gegen Alterssichtigkeit?

Auch mit Laseroperationen am Auge lässt sich gegen Alterssichtigkeit mit oder ohne vorher bestehende Sehschwäche vorgehen. Die meisten Verfahren basieren dabei auf minimalen Einschnitte in die oberen Hornhautschichten. Eine Ausnahme ist der Eingriff mit Femtosekunden-Laser, der sich auf die mittlere Hornhaut ausrichtet. Eines der verbreitetsten Laserverfahren bei Alterssichtigkeit ist die Monovision. Ein Auge wird hierbei auf Fernsicht optimiert. Das andere übernimmt nahe Sehdistanzen. Mit Monovisions-Linsen können Patienten das Prinzip vor dem Eingriff ausprobieren. Voruntersuchungen stellen sicher, dass für den Patienten überhaupt Laserbehandlungen infrage kommen. Alternativ können Implantate eingesetzt werden. Von Kamra-Inlays bis hin zu Presbia-Implantaten werden bei Implantationen genau auf den Träger abgestimmte Linsen auf das Auge gesetzt.

Vorsicht bei Augenkrankheiten! Nicht jedes Auge eignet sich für Laserbehandlungen oder Implantationen. Besonders bei altersbedingten Augenerkrankungen raten Ärzte aufgrund erhöhter Operationsrisiken oftmals von den Eingriffen ab.

 


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