Gesundheit

Bewegung gegen Corona-Angst

Mässige Bewegung alleine an der frischen Luft hilft gegen die Corona-Angst

Mässige Bewegung alleine an der frischen Luft hilft gegen die Corona-Angst (Bild: Fotolia)

Besorgt wegen COVID-19? Möglicherweise setzen Sie sich einem unnötigen Risiko aus, denn chronische Angst unterdrückt das Immunsystem und erhöht unser Infektionsrisiko.

Die psychologischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie verursachen unglaubliches Leid. 

Obwohl es wichtig ist, während dieser Pandemie vorbereitet zu sein, brauchen wir nicht in Panik zu geraten. Körperliche Aktivität kann helfen, das Immunsystem vor den Auswirkungen von Stress zu schützen.

Angst vor dem Unbekannten
Die Angst vor dem Unbekannten (wie z.B. das Risiko von COVID-19) kann das Angstzentrum im Gehirn, die Amygdala, hyperaktivieren. Es wirkt wie ein auslösender Alarm, der sich mit dem Stresssystem verbindet, um unseren Körper und unseren Geist in höchster Alarmbereitschaft zu halten, solange wir uns ängstlich fühlen.

Die Forschung zeigt, dass die blosse Suggestion von Gefahr, auch wenn sie nie erlebt wird, ausreicht, um die Amygdala auszulösen und die Stressreaktion zu aktivieren. Das ist es, was die Menschen nachts wach hält, wenn sie im Bett liegen und sich über COVID-19 Sorgen machen.

Das Problem ist, dass die chronische Aktivierung der Stresssysteme unsere Zellen schädigen und viele Körperfunktionen stören kann. Unser Immunsystem trägt die Hauptlast.

Obwohl psychischer Stress an sich nicht pathogen ist, löst der Schaden, den er den Körperzellen zufügt, eine Immunantwort aus, die uns für einen fremden Erreger anfälliger macht. Dies kann unser Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2, dem Coronavirus, das COVID-19 verursacht, erhöhen.

Besorgte Kranke
Das Immunsystem agiert wie ein Grenzschutz und patrouilliert im Körper nach fremden und schädlichen Zellen. Es funktioniert ähnlich wie das Nexus- oder Global-Entry-Programm für vorab genehmigte Reisende; jeder, der in das Programm aufgenommen wird, lässt seine Iris scannen, um seine Identität für einen schnellen Grenzübertritt schnell zu bestätigen.

Aber anstatt die Iris zu scannen, scannt das Immunsystem die äussere Oberfläche einer Zelle nach ihrem biologischen Pass oder nach dem, was Wissenschaftler als Motiv bezeichnen, ab.

Die Körperzellen haben ein Motiv (ein "Selbst"-Motiv), das sich von dem "Nicht-Selbst"-Motiv fremder Zellen und Krankheitserreger, wie SARS-CoV-2, unterscheidet. Dieses Nicht-Selbst-Motiv ist als pathogenassoziiertes molekulares Muster (PAMP) bekannt.

Eine andere Art von Motiv ist das "geschädigte Selbst"-Motiv, das als schadensassoziiertes molekulares Muster oder DAMP bekannt ist. Dieses Motiv wird von einer geschädigten oder sterbenden Zelle ausgedrückt, die dem Körper nicht mehr dient.

Stress schädigt die Körperzellen und verwandelt Selbstmotive in geschädigte Selbstmotive. Dadurch wird die Entzündung im ganzen Körper auf ähnliche Weise erhöht, als ob sie infiziert wäre. Diese Reaktion wird in Abwesenheit einer tatsächlichen Infektion als sterile Immunantwort bezeichnet.

Die chronische Überbesorgnis über COVID-19 kann unsere Anfälligkeit für Viren verstärken, indem sie ein Ungleichgewicht in der Immunfunktion erzeugt. Dies liegt daran, dass das Immunsystem auf mehrere Verletzungen der Immunität ähnlich reagiert wie die Flughafensicherheit auf mehrere Verletzungen der Sicherheit, indem es die Reaktion eskaliert.

Denken Sie daran, wie wachsam die Flughafensicherheit nach 9/11 wurde, indem sie die strengsten Kontrollverfahren für alle Passagiere und das gesamte Gepäck einführte.

Übermässige Angst vor COVID-19 kann eine Immunreaktion auslösen, die die Entzündung verstärkt und das Immunsystem auf das Äquivalent von Spezialkräften, die so genannten Inflammasome, vorbereitet.

Wenn sich SARS-CoV-2 wie andere Viren verhält, dann werden die Inflammasome nach der Infektion zum Handeln aufgefordert, um die Entzündung noch weiter zu verstärken. Aber eine zu starke Entzündung schadet mehr als sie nützt; sie dereguliert die Immunfunktion und erhöht unser Risiko einer Virusinfektion.

Mein Labor hat kürzlich gezeigt, wie schnell unsere Gesundheit unter chronischem Stress abnimmt. Wir verfolgten sesshafte, aber ansonsten gesunde Studenten in den Wochen vor ihren Abschlussprüfungen, und wir beobachteten, wie sechs Wochen Stress zu den Symptomen einer Depression führten.

Widerstand gegen die Auswirkungen von Angstzuständen
Was können wir tun, um Panik zu verhindern und den Immunschutz zu stärken? Körperliche Aktivität kann Ihren Körper vor chronischen, stressbedingten Entzündungen schützen.

Ein zügiges Gehen (bitte alleine oder mit zwei Metern Abstand zur anderen Person), mit dem Hund spazieren oder ein paar Kräftigungsübungen auf der Turnmatte in der Wohnung können dazu beitragen, dass Sie in diesen unsicheren Zeiten ruhig und gesund bleiben, so dass Sie sich ohne Panik mit der Corona-Krise auseinandersetzen können.



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