Nachlassordnung
Erbe planen: Warum Offenheit Konflikte verhindert
Erbe planen: So gehen Sie es an!
Warum jetzt schon das Erbe planen? Das fragen sich viele Menschen. Wer noch lebt, denkt eben deutlich lieber über das Leben nach, als die Zeit nach seinem Tod zu planen. Dazu kommt, dass viele Kinder das Thema ihrerseits verdrängen.
Bei Erbrechtsinfo.ch finden Sie hilfreiche Infos zu: Nachlassplanung – Wie sollte ich vorgehen?
Regeln Sie die Dinge im Sinne Ihrer Liebsten
Sobald der Tod da ist, lassen sich Dinge dann nicht mehr gemeinsam besprechen und sinnvoll regeln. Das kann zu finanziell ungünstigen Ergebnissen führen. Wo kein Testament vorliegt, können beispielsweise entfernte Verwandte ihren Anteil an einer Eigentumswohnung erben. Diese müssen dann von Partnern ausbezahlt werden. Und das, obwohl der Kontakt seit Jahren abgebrochen ist oder man sich sogar zerstritten hat.
Vier von zehn Erbschaften enden im Streit. Deshalb lohnt es sich besonders, wenn Sie möglichst vorausschauend planen. Lesen Sie mehr dazu in: Erbschaft ohne Vertrauen – wenn das Testament Streit auslöst
Und selbst ohne solche Probleme wird der Tod eines Angehörigen oft zur Belastungsprobe für die Hinterbliebenen. Kinder fragen sich, wer was übernehmen soll und was nach Wunsch des Verstorbenen gewesen wäre. Das alles passiert mitten in einer Phase der Trauer.
Wenn Menschen ihr Erbe planen, geben sie den Trauernden das Gefühl, dass alles auf die für sie richtige Art geschieht und die Familie zusammenhält.
Testament aufsetzen und offen darüber sprechen
Es gibt zwei Dinge, die Sie tun sollten, sobald Sie Ihr Erbe planen. Setzen Sie erstens ein Testament auf. Mit dem Dokument können Sie nicht nur einzelnen Personen einen höheren Anteil von Ihrem Erbe hinterlassen und andere mit einem geringeren bedenken. Sie haben die Chance, klar zu regeln, wer was bekommt. Falls Sie Immobilien oder Grundstücke so verteilen, macht das den Gang der Dinge einfacher. Komplizierte Verhandlungssituationen in Erbengemeinschaften lassen sich damit vermeiden.
Sie können nahen Verwandten und Partnern Steuern sparen, indem Sie Immobilien oder Vermögenswerte noch vor Ihrem Ableben übertragen. Dinge wie diese sollten Sie mit einem Vermögensberater oder Steuerfachmann besprechen.
Ihre Verfügung sollten Sie nach Möglichkeit mit den betroffenen Personen besprechen. Kinder fühlen sich wohler, sobald sie wissen, was auf sie zukommt. Und falls Sie jemanden enterben möchten, ist der offene Umgang sinnvoll. Auf diese Weise klären Sie möglichen Unmut selbst mit der Person. In vielen Fällen reduziert das Missmut, der später Hinterbliebenen entgegenschlagen kann.
Die wichtigsten Tipps für das Testament:
- Klären Sie Verwandtschaftsgrade, mögliche Erbberechtigte und Pflichtanteile
- Sprechen Sie mit einem Notar und nutzen Sie eine notarielle Beurkundung
- Benennen Sie Erben im Dokument eindeutig, mit korrektem Namen
- Geben Sie das Dokument zur Verwahrung beim zuständigen Amtsgericht
- Sie können jederzeit Änderungen vornehmen oder das Testament widerrufen
Indem Sie das Erbe planen, stärken Sie Ihre Familie
Viele Menschen, die ihr Erbe planen, vererben gezielt kleine Schmuckstücke. Neben dem Sachwert geben Sie einen hohen emotionalen Wert weiter. So können Sie Erinnerungsobjekte und Glücksbringer gezielt an eine Person übergeben. Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, das Ihrem Enkel oder Ihrer Tochter Glück bringen soll. Oder Sie möchten einem Freund eine Sache schenken, die für das steht, was Ihre Freundschaft verbunden hat. Mit der Übergabe solcher Objekte stiften Sie ein soziales Band, das über Ihre Lebenszeit hinausreicht. Das stärkt Familie und Freunde als Gemeinschaft. Und in der unmittelbaren Trauerphase können solche persönlichen Objekte eine Stütze sein.
Wie spricht man über den Tod?
Sprechen Sie über Dinge wie Bestattungswünsche, wenn Sie Ihr Erbe planen. Manchmal werden Wünsche für eine bestimmte Bestattungsart im Testament genannt. Dort können Sie diese Anliegen zur Sprache bringen. Dennoch sollten Sie mit Familienmitgliedern über Ihre Wünsche sprechen. Keine Sorge, sie können nach einem solchen Gespräch trotzdem noch viele Jahrzehnte leben.
Aber Sie stellen sicher, dass Ihre Liebsten sich in ferner Zukunft nicht mit Tränen in den Augen fragen, welchen Bestattungsort, welche Zeremonie, welche Musik und welchen Redner Sie sich gewünscht hätten.
Eine gute Nachricht an der Stelle: Wo Familien sich dem schwierigen Thema offen stellen, ermöglicht die Klärung solcher Fragen angenehme Gespräche. Oft wird der Tod verdrängt. Wo wir uns der eigenen Sterblichkeit bewusst werden, lernen wir, das Leben und die gemeinsame Zeit zu schätzen. Verbinden Sie im Gespräch diese beiden Dinge. Sprechen Sie nicht allein über den Tod, sondern über schöne gemeinsame Stunden und das, was Sie verbindet.
Wer früh regelt, schenkt seinen Liebsten Sicherheit. Patientenverfügung, Erbe etc. sorgen für Klarheit und Entlastung im Trauerfall. Lesen Sie in unserem Beitrag mehr dazu: Abschied planen – Vorsorge mit Weitsicht.
Indem Sie Ihr Erbe planen, erleichtern Sie geliebten Menschen die Zukunft. Sogar die Zukunft eines Haustiers können Sie über das Testament regeln. Sie können einen Willen bekunden, wer das Tier bekommt, oder Geld für eine Organisation bereitstellen, die sich darum kümmern soll.
Noch weiter ging Karl Lagerfeld. Der extravagante Modezar erklärte seine geliebte Katze Choupette kurzerhand zu einem Haupterben. Mit dem Tod des Modedesigners erbte das Tier einen erheblichen Anteil des Millionenerbes. Eine Familie hatte Lagerfeld nicht.
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