GELD

Fürs Alter sparen: Lohnt sich das noch?

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Pensionskasse ist besser als 3a-Konto: Sparen im Alter.

Auf allen Kanälen werden wir zurzeit angehalten, vor dem Jahresende noch schnell Geld in die Säule 3a einzuzahlen. Einige Faustregeln helfen dabei, schreibt Charlotte Jacquemart in der "NZZ am Sonntag".

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das Vertrauen in AHV und Pensionskassen ist nicht mehr, was es einst war.

Auch die weltweite Geldschwemme, verursacht durch die Notenbanken, lässt gerade bei den Jungen vermehrt die Sinnfrage auftauchen: Lohnt sich ein Konsumverzicht heute zugunsten des Alterssparens überhaupt noch?

Wer garantiert uns denn, dass Papiergeld in vierzig Jahren noch etwas wert ist? Natürlich niemand. Trotzdem kann sich die steuerbegünstigte Säule 3a selbst bei Jungen gut behaupten.

Laut der Bank CIC besitzen 44% der Bevölkerung und 19% der unter 25-Jährigen ein 3a-Konto. Florian Schubiger von den Vermögenspartnern in Winterthur glaubt, dass die meisten allerdings eher vom Reiz der Steuerbegünstigung denn vom Vorbeugen gegen eine mögliche Altersarmut angelockt würden.

"Die steuerliche Vorzugsbehandlung schenkt ein, allerdings gilt dies vor allem für höhere Einkommen ab rund 60 000 Fr." Denn die Einzahlung in die Säule 3a darf vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden; im Alter wird die Auszahlung reduziert besteuert.

"Und die Zinsen, die auflaufen, werden auch erst am Ende mit in die Steuerrechnung einbezogen", sagt Schubiger.

Die Säule 3a ist aber auch vorsorgetechnisch eine sinnvolle Sache. Solange einige Faustregeln beachtet werden: 

  • Keine Säule 3a bei einer Versicherung, sondern immer bei einer Bank einrichten. Wer bei einer Versicherung eine 3a-Police abschliesst, verpflichtet sich in aller Regel, jährlich einzuzahlen. Erfahrungsgemäss ist dies je nach Lebenssituation nicht immer möglich. Bei Banken ist man völlig frei. Wer aus einem Versicherungsvertrag aussteigen will, muss die oft schlechten Kündigungsbedingungen der Versicherung akzeptieren.
  • 3a-Konto verschieben, wenn sich anderswo mehr Zins erzielen lässt. Es gibt bei der Verzinsung von 3a-Konti grosse Unterschiede (siehe Tabelle). Man sollte nicht zögern, sein Konto dorthin zu zügeln, wo man mehr kriegt. Das ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Treue zur Hausbank ist fehl am Platz, wenn diese knausert. Es gibt Banken, die passen ihre 3a-Zinssätze just nach der Jahreswende nach unten an - wenn alle eingezahlt haben. Die Postfinance hat dies 2012 getan. Eine Einzahlung zum Jahresbeginn wäre sowieso intelligenter, weil man so ein Jahr länger vom Vorzugszins profitiert.
  • Mehr als ein 3a-Konto einrichten. Damit kann man sich im Alter die Konti gestaffelt ausbezahlen lassen. Allerdings sollte man sich bei der lokalen Steuerbehörde absichern, wie viele 3a-Konti akzeptiert werden. Baselland beispielsweise lässt keine Staffelung zu.
  • Wenn Wertschriften, dann günstige 3a-ETF-Lösungen. Seit einigen Jahren bieten die attraktiven Anbieter auch ETF-Lösungen für die Säule 3a an. Diese haben deutlich tiefere Kosten als herkömmliche 3a-Wertschriften-Portefeuilles. Das Problem von Wertschriften in der Säule 3a ist allerdings, dass der Aktienanteil von Gesetzes wegen nicht über 50% liegen darf. Der Rest sind Anleihen, die zurzeit nichts einbringen, aber Spesen verursachen. Von daher sind Wertschriftenlösungen in einer Tiefzinsphase nicht nur interessant. Auch sollte man in den Jahren vor der Pensionierung eine Börsenhausse nützen, um das Geld aus der Wertschriftenlösung auf ein 3a-Konto umzuschichten. Es wäre extrem ärgerlich, wenn man das 3a-Depot genau dann beziehen müsste, wenn an der Börse Weltuntergangsstimmung herrscht.

 



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