50 PLUS GESUNDHEIT

Geschwollene Beine – das hilft

Regelmässige Bewegung ist wichtig

Auch gesunde Ernährung hilft

Geschwollene Beine: Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe sind unangenehm und können schmerzhaft sein. Was kann man dagegen tun?

Geschwollene Beine – was steckt dahinter?
Vor allem an heiß-schwülen Sommertagen oder nach einem langen Tag auf den Beinen können sich diese schon einmal müde und schwer anfühlen. Häufiger Grund: In den Venen staut sich Blut und es sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe an. Treten geschwollene Beine oder Füße jedoch häufiger auf, sollte dieses Anzeichen nicht ignoriert werden, denn: Es gibt viele weitere Gründe, die für dicke Knöchel & Co. sorgen können. 

Rechtsherzinsuffizienz – wenn das Herz nicht mehr richtig pumpt
Eine mögliche, ernst zu nehmende Ursache für einen geschwollenen Fußrücken, geschwollene Knöchel oder Beine kann eine Rechtsherzinsuffizienz betroffen ist. Es gibt Krankheiten, die den Herzmuskel auf Dauer schwächen können, zum Beispiel Herzkranzgefäßerkrankungen, Bluthochdruck oder Entzündungen, die den Herzmuskel oder die -klappen angreifen. Das Herz hat dann nicht mehr die Kraft, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Die Folge: Das Blut staut sich in den Venen. Dadurch steigt der Druck in den Venen und es wird Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gepresst. Somit können Wassereinlagerungen im Körper, insbesondere an den Füßen und Knöcheln entstehen. Heilbar ist die Herzinsuffizienz noch nicht, aber medikamentös oder operativ (zum Beispiel durch Einsetzen eines Herzschrittmachers) behandelbar. Trotzdem betonen Ärzte, wie wichtig es ist, selbst einen Beitrag zu leisten, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern: Übergewicht abbauen, weniger rauchen, weniger Alkohol – nur ein paar Beispiele für einen herzgesunden Lebensstil. 

Venenschwäche: Eine weitere Ursache für geschwollene Beine
Aufgabe der Venen ist es, sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Das bedeutet, dass die Venen, die unterhalb des Herzens verortet sind, gegen die Schwerkraft – von unten nach oben – pumpen müssen. Ist das Bein geschwollen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Venen eben diese Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen können. Damit das Blut nicht automatisch wieder zurückfließt, besitzen Venen eine besondere „Vorrichtung“, die das verhindert: die Venenklappen.

Doch es gibt Einflüsse, die zu einer gestörten Venenklappenfunktion führen, zum Beispiel ein zu hoher Blutdruck, der auf die Gefäßwände einwirkt. Sind die Venenklappen nicht mehr intakt, kommt es zu einem Rückstau des Blutes. Irgendwann können die Venen dem erhöhten Druck nicht mehr standhalten – sie weiten sich. Ein Venenleiden kann somit nicht nur Ursache für geschwollene Beine sein, sondern auch Besenreiser oder Krampfadern hervorrufen. Doch was tun gegen die Venenschwäche?

Neben regelmäßiger Bewegung können im Reformhaus erhältliche Kompressionsstrümpfe oder spezielle Druckverbände den Blutfluss in den Venen unterstützen. Ist die Venenschwäche bereits stark ausgeprägt, kann der behandelnde Arzt entwässernde Medikamente verschreiben. Es gibt zudem operative Methoden, bei denen zum Beispiel krankhaft erweiterte Venen verödet oder Krampfadern chirurgisch entfernt werden.

Wenn Medikamente die Ursache für geschwollene Beine sind
Auch bestimmte Medikamente können für das Bein, das geschwollen ist, verantwortlich sein. Beispiele hierfür sind Hormonpräparate wie zur Therapie in den Wechseljahren, Bluthochdruckmedikamente oder nichtsteroidale Antirheumatika, das sind entzündungshemmende Schmerzmittel zur Rheumatherapie. Stehen Medikamente im Verdacht, zu den Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe zu führen, sollte das mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Tipps für Zuhause: Geschwollene Beine – was hilft?
Sitzen über mehrere Stunden am Stück, zum Beispiel bei langen Flugreisen oder Autofahrten, fördert geschwollene Beine. Mit ein paar einfachen Tipps können Sie das vermeiden:

Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige Bewegung kurbelt die Durchblutung an und hilft, geschwollenen Beinen vorzubeugen beziehungsweise bereits vorhandene Wassereinlagerungen abzubauen. Wie wäre es also mit einem Spaziergang an der frischen Luft, Rad fahren oder im Hallen- oder Freibad ein paar Bahnen zu schwimmen? Vielleicht mögen Sie sich auch einer Sportgruppe anschließen, in der Sie sich auch austauschen und gegenseitig motivieren können.  

Füße hochlagern
Füße hoch! Wenn Ihr Bein geschwollen ist, kann durch das Hochlagern der Rückfluss des Wassers aus den Beinen gefördert werden und sich die Flüssigkeit wieder normal im Körper verteilen. Beim Einlegen dieser Ruhepausen sollten die Fersen jeweils höher als das Becken gelagert werden. 

Weniger Salz essen
Zu viel Salz bindet Wasser im Körper. Um Wassereinlagerungen zu vermeiden, sollten daher möglichst salzarme Gerichte auf den Tisch kommen. Ein erster Schritt: Auf Fertigprodukte verzichten, da diese oftmals wesentlich mehr Salz als frisch zubereitete Gerichte enthalten. 

Wechselbäder machen
Wechselbäder können die Funktionsweise der Blutgefäße verbessern und die Beschwerden bei geschwollenen Beinen lindern. Für die Wechselbäder müssen Sie nur eine kleine Vorbereitung treffen: Füllen Sie zwei Eimer oder Fußbäder – einmal mit warmen, einmal mit kaltem Wasser. Nun können Sie schon loslegen. Stellen Sie beide Füße für circa fünf Minuten ins warme Wasser. Danach wechseln Sie ins kalte, für etwa 20 Sekunden, bevor es wieder zurück ins warme Wasser geht. Die Bäder können abwechselnd für 15 bis 20 Minuten durchgeführt werden, auch mehrere Wiederholungen täglich sind möglich. Es gibt jedoch Situationen, in denen keine Wechselbäder gemacht werden sollen, zum Beispiel bei bestehenden Entzündungen der Harnblase oder Gefäßverschlüssen an den Beinen (Thrombosen). Bei Unsicherheit ist es besser, vor der Anwendung den Hausarzt zu fragen.



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