Hörstress
Hörstress früh erkennen und vermeiden
Warum Hörstress im Alltag zunimmt
Unser Alltag ist lauter denn je: Pendeln im Verkehr, Telefonate, Haushaltsgeräte und die regelmässige Nutzung von Kopfhörern erzeugen eine konstante Geräuschkulisse, die unser Gehör spürbar fordert. Das Innenohr kann vieles ausgleichen, doch die feinen Haarzellen reagieren sensibel auf Dauerbelastung – und sie erneuern sich nicht. Umso wichtiger ist es, ihnen immer wieder Erholungsphasen zu geben, bevor sich Hörstress bemerkbar macht.
Hörstress entsteht, sobald Lärm, Lautstärke oder Dauer zu hoch werden. Viele bemerken dies durch ein kurzzeitiges Pfeifen im Ohr, ein wattiges Gefühl oder Schwierigkeiten, Gesprächen in geräuschvollen Situationen zu folgen. Solche Warnsignale zeigen, dass das Gehör überlastet ist – auch wenn ein messbarer Hörverlust noch nicht vorliegt.
Gerade Kopfhörer können zu unbewusster Überbeanspruchung führen. In Bus oder Bahn wird oft lauter gedreht, um den Umgebungslärm zu überdecken. Doch bereits moderate Erhöhungen der Lautstärke bedeuten deutlich mehr Belastung. Bei 85 Dezibel – vergleichbar mit dichtem Stadtverkehr – ist unser Gehör nur etwa einen Arbeitstag lang gesundheitlich unbedenklich belastbar. Jede kleine Steigerung verkürzt diese Zeit spürbar, und viele Kopfhörer liegen im Alltag weit darüber.
Hörstress durch Arbeit, Familie und Freizeit
Hörstress entsteht nicht nur durch laute Situationen, sondern auch durch eine Vielzahl kleiner, alltäglicher Störfaktoren: klingelnde Telefone, Gespräche in Gruppen, Strassenlärm, Musik oder dauerhaft laufende Geräte im Haushalt. Gleichzeitig steigt häufig der Stresspegel – sei es beruflich, durch organisatorische Aufgaben oder durch soziale Verpflichtungen.
Forschungen zeigen, dass diese Faktoren sich gegenseitig verstärken: Stress kann das Gehör empfindlicher machen und Ohrgeräusche verstärken, während Lärm und Kopfhörer die Erholungsfähigkeit des Innenohrs reduzieren. Das Ergebnis: Man ist schneller hörmüde, Gespräche werden anstrengender, und die Konzentration sinkt. Viele Menschen erleben genau diese Kombination aus Lärm und Stress im Alltag – häufig ohne zu wissen, dass sie damit ihr Gehör langfristig belasten.
Zum Glück lässt sich der Alltag mit kleinen Anpassungen deutlich entspannen. Bewusste Ruhephasen, kurze Kopfhörerpausen sowie leicht reduzierte Lautstärken haben eine grosse Wirkung. Auch eine gute Schlafqualität und gelegentliche Entspannungsmomente helfen, das Gehör widerstandsfähiger zu halten. Wichtig: Regelmässige Hörtests helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor sie spürbar werden.
So beugen Sie Hörstress effektiv vor
Um Hörstress zu reduzieren, lohnt es sich, ein paar einfache Strategien zu verinnerlichen. Halten Sie die Kopfhörerlautstärke idealerweise unter 60 bis 70 Prozent und legen Sie pro Stunde eine kurze Pause ein, damit sich das Innenohr erholen kann. Noise-Cancelling-Kopfhörer helfen Ihnen, leiser zu hören, weil Umgebungsgeräusche gedämpft werden. Zusätzlich kann das Tragen von individuell angepasstem Gehörschutz bei lauten Umgebungen oder Freizeitaktivitäten das Gehör wirksam entlasten.
Zuhause oder unterwegs sind kleine Ruhefenster hilfreich: Fenster schliessen, lärmreduzierende Materialien nutzen oder Hausarbeiten bündeln, statt über den Tag zu verteilen. Wer viel telefoniert oder in Meetings sitzt, profitiert von kurzen Unterbrechungen, die das Gehör entlasten.
Besonders wichtig ist es, Veränderungen frühzeitig abzuklären. Ein professioneller Hörtest zeigt zuverlässig, ob bereits erste Anzeichen einer Überlastung oder eines Hörverlusts bestehen. Ab 50 Jahren empfiehlt sich eine regelmässige Kontrolle – ähnlich wie beim Blutdruck oder bei den Augen. Je früher man reagiert, desto besser lässt sich die Hörgesundheit langfristig schützen.
→ Jetzt kostenlosen Hörtest buchen
Über Amplifon
Amplifon ist der Schweizer Marktführer in der Hörberatung und spezialisiert auf die Früherkennung und Prävention von Hörstress und Hörminderung. In über 100 Filialen erhalten Sie eine persönliche, professionelle Begleitung – vom kostenlosen Hörtest über moderne Hörlösungen bis hin zu individuellem Gehörschutz. Ziel ist es, Ihr Hörvermögen langfristig zu schützen und Ihre Lebensqualität zu stärken.
Quellen:
WHO — Make Listening Safe (Informationsbroschüre & Meta-Analyse / Empfehlungen). cdn.who.int+1
WHO — Q&A zu Deafness and hearing loss: Safe listening (aktualisierte Empfehlungen zu 80–90 dB und Expositionszeiten). Weltgesundheitsorganisation
Dillard et al., BMJ Global Health — Meta-Analyse: Unsafe listening practices können über 1 Mrd. junge Menschen gefährden (2022). gh.bmj.com+1
RNID / NHS — Übersicht zu Alltagspegeln und sicheren Expositionszeiten (85 dB = ~8 Std.). RNID
Stress und Tinnitus (Zusammenhang zwischen psychosozialem Stress und Ohrgeräuschen). PMC
Newsletter abonnieren und gewinnen! 
Melden Sie sich für unseren wöchentlichen Newsletter an und nehmen Sie automatisch an der nächsten Verlosung des Preisrätsels teil.