Hurtigruten ab Oslo
Hurtigrute: Jetzt bietet der beliebte Klassiker noch mehr
Jeden Morgen nach dem Aufwachen schweift der Blick vom Bett aus direkt zum Kabinenfenster. Welcher Ausblick wird uns erwarten? Fjorde, Inseln, Berge, rote Fischerhäuschen, ein Städtchen, schroffe Felsen? Nichts von alledem. Heute sind es wogende Wellen. Schäumende Gischt klatscht an den Bug. Plötzlich nehmen wir eine Bewegung wahr. Da, eine Robbe. Sie schwimmt nur wenige Meter von unserem Kabinenfenster im Nordmeer. Taucht unter, taucht auf und verschwindet wieder in den Wellen.
Sanfte Orangetöne am Himmel verkünden den baldigen Sonnenaufgang. Rasch, raus den Federn! An Deck fährt der Wind in Haar und Wangen, als das Schiff mit gemächlichen 15 Knoten den Polarkreis am 66. nördlichen Breitengrad überquert. Jetzt beginnt unser arktisches Abenteuer auf hoher See. Die Landschaft wird karger. Die Luft riecht nach Schnee. Seeadler kreisen, und ein bisschen fühlen wir uns wie Polarforscherinnen auf einer Expedition. Je nördlicher wir fahren, desto rauer zeigt sich die Küste.
Jenseits von Zeit und Raum
Eben noch flanierten wir durch das bunte Hansestädtchen Bergen, erklommen den Hausberg der Jugendstilstadt Ålesund und bestaunten die bunten Fenster der Mitternachtskathedrale im Tromsø, auch „Paris des Nordens“ genannt. Und schon begeistert uns die endlose Weite zwischen Meer und Himmel, jenseits von Zeit und Raum.
Typisch Hurtigrute: Jeder Tag auf der „schönsten Seereise der Welt“ steckt voller Überraschungen. Hier gibt die Natur den Takt an, Stimmungen und Wetter wechseln so schnell wie die Aussicht. Es ist entschleunigend und anregend zugleich, an der Reling zu stehen oder in der Panorama-Lounge zu Klaviermusik am Fenster zu sitzen und sich dem Naturkino hinzugeben: Mal begleiten anmutig springende Zwergwale unser Schiff, mal verzaubert uns die Dämmerung mit allen Farben von hellem Pink bis zu sattem Purpur, dann tanzt das Nordlicht direkt über unseren Köpfen. „Nirgendwo hat man einen besseren Blick auf die norwegische Küste als vom Wasser aus“, sagt der einheimische Serviceangestellte Einar, während er den Kabeljau „Krei“ serviert, der in der Nähe des Nordkaps gefischt wird und auch als „Gold der Wikinger“ bekannt ist.
Bereit fürs Naturkino
Den Wikingern entkommt niemand hier. Denn die Hurtigrute bedeutet Norwegen pur, und das gilt auch für die Küche. Auf den Teller kommen frische Köstlichkeiten aus dem jeweiligen Streckenabschnitt. Wir geniessen Stockfisch, Rentiergeschnetzeltes, Karottenstock – und die beste Erdbeerkonfitüre der Welt auf würzigem dunklen Brot. „Captains’Table“, Smoking und Abendkleider sind dabei nirgends in Sicht. Dafür: robuste Schuhe, wetterfesten Jacken. Denn wenn das Naturkino die nächste hinreissende Szene bietet, heisst es, bereit zu sein fürs Aussendeck.
Die filmreifen Momente zwischen Bergen und Kirkenes beschränken sich keineswegs auf die Zeit an Bord. Zu Land offenbaren sich uns immer neue Welten – vom wilden Wikingerfest auf der Inselgruppe der Lofoten bis hin zum unbeschreiblichen Gefühl, auf der Nordkap-Plattform zu stehen, am fast nördlichsten Punkt Europas. Im Wissen, dass der Nordpol von hier aus näher liegt als Oslo.
Erstmals ab Oslo
Apropos Oslo: Norwegens elegante Hauptstadt ganz im Süden wird erstmals Ausgangspunkt der neuen Hurtigruten-Reise ans Nordkap. Es ist eine von drei zusätzlichen Routen: von Oslo und Hamburg ans Nordkap und von Bergen nach Spitzbergen. Abseits der üblichen Hurtigrute-Stopps erkunden selbst eingefleischte Fans der traditionellen Postschifflinie mit dem Expeditionsteam neues Terrain und erleben die wilde Westküste von einer unbekannten Seite. Die beiden Schiffe der Reederei Hurtigruten, MS Trollfjord, MS Midnatsol und MS Finnmarken, wurden 2022 eigens für diese Expeditions-Abenteuer umgebaut.
Unser Abenteuer, die klassische Hurtigrute, endet nach 12 Tagen, 2500 Seemeilen (4600 Kilometer), 34 Häfen und unzähligen Glücksmomenten wieder in Bergen. Seit 1893 verzaubert die Postschiffroute zuverlässig ihre Gäste – nun wissen wir, weshalb. Als wir von Bord gehen, fühlen wir noch immer den Wellengang in den Beinen, den Wind im Haar, die Weite im Blick. Und eines wissen wir jetzt schon: Morgen früh werden wir den Blick aus dem Kabinenfenster schmerzlich vermissen.
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