Im Strassenverkehr ruhig und gelassen bleiben

Bestimmte Verkehrssituationen lösen Stress aus
Bestimmte Verkehrssituationen lösen Stress aus (Bild Denys Nevozhai on Unsplash)
Wenn Sie glauben, ein paar kräftige Flüche würden Sie entspannter machen, irren Sie. Das Gegenteil trifft zu.

Die Frage, ob der tägliche Verkehr unsere geistige Gesundheit beeinträchtigen kann, beantworten Forscher mit einem klaren Ja!
Verkehrsstaus und Lärm können insbesondere bei Pendlern Stress, Müdigkeit, Reizbarkeit und Wut verursachen. Klinische Tests haben aber auch gezeigt, dass Menschen für diese Art von Gemütszuständen empfänglich sind, wenn sie bereits in anderen Bereichen ähnlich vorbelastet sind.

Soll heissen, wer Stress in der Partnerschaft hat, am Arbeitsplatz unter immensem Druck steht, mit signifikanten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, der ist für Stresssymptome am Steuer deutlich anfälliger.

Bestimmte Verkehrssituationen lösen Stress aus

Der dichte innerstädtische Fahrzeugverkehr, insbesondere Staus und lange Wege, können vor allem Pendler in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen. Lautes Hupen, Strassenrummel und Geschwindigkeitsüberschreitungen können sich auf die Person selbst und andere Pendler auswirken.

Und eine der gravierendsten Folgen davon ist Stress. Allgemein sind damit Situationen gemeint, die uns auf die Nerven gehen, unsere Aura und unseren intimsten Gefühlsbereich stören.

Auswirkungen von Stress im psychologischen Bereich

Stress ist ein sehr weit gefasster Begriff mit mehreren Dimensionen, dessen Symptome vorzugsweise über die Nerven transportiert werden. Auf psychologischer Ebene kann Stress im Verkehr zu Angstzuständen, mangelnder Kontrolle, Frustration bei der Arbeit oder Problemen bei der Reaktion in Form von deutlichen Verzögerungen führen.

Auf kognitiver Ebene werden zudem verschiedenste Gefühlsstadien vermittelt. Dies sind insbesondere das Gefühl:

  • die Kontrolle zu verlieren oder nur bedingt die Kontrolle über eine Situation zu haben.
  • das Gefühl der Hilflosigkeit
  • der Frustration, wobei die Schwelle bis zum Einsetzen dieses Gefühls sehr niedrig ist.
  • des Verlustes der Selbstbeherrschung. In der Folge kommt es zu Überreaktionen, unkontrollierten Wutausbrüchen und mitunter zu unlogischen, irrationalen Reaktionen.

Messbare körperliche Reaktionen auf Stress im Strassenverkehr

Auf körperlicher Ebene kann es zu Bluthochdruck, einem Gefühl der Nervosität, der zitternden Nerven und einer erhöhten Aktivität im autonomen Nervensystem (ANS) kommen.

Letzteres ist der Teil des Gehirns, der für die Steuerung von Körperfunktionen verantwortlich ist, die nicht bewusst gesteuert werden, wie der Herzschlag, die Verdauung oder die Körpertemperatur. Bleibt eine Stresssituation über lange Zeit bestehen oder ist täglich wiederkehrend, verringert sich die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Folgeerkrankungen stehen in der Regel häufig direkt mit Stress in Verbindung, insbesondere wenn der psychische Druck permanent und damit die Aktivität im ANS hoch ist.

Tipps, wie sich beim Autofahren Stress im Verkehr abbauen oder verhindern lässt:

Wenn Sie merken, dass sich ärgerlich werden, Ihnen die Verkehrssituation zuwider ist, versuchen Sie so ihren aufbauenden Stress zu unterbinden:

  • Tief durchatmen. Ein tiefer Atemzug kann helfen, Verspannungen zu lindern.
  • Gönnen Sie sich viel Zeit. Fahren Sie bewusst einen Umweg auf einer verkehrsarmen Strasse.
  • Hören Sie Musik. Vor allem leichte Klänge förden Stressabbau, während schwere Opern oder aggressive Rockmusik den Effekt verstärken können.

Welche möglichen Auswirkungen von Stress im Verkehr sind auf sozialen Ebene bekannt?

Auf sozialer Ebene äussert sich Stress auf mannigfaltige Weise. Betroffene:

  • gehen nicht mehr zur Arbeit, zumindest tageweise, um dem Stress im Pendelverkehr zu entgehen.
  • wechseln den Beruf oder Arbeitsplatz, obwohl ihnen der alte Job eigentlich sehr gut gefallen hat und wohlmöglich besser bezahlt war.
  • reagieren mit Lustlosigkeit und ziehen sich von der Familie und Freunden zurück.

Wer ist für Stress im Verkehr besonders anfällig? Andere Gründe und Auswirkungen

Verkehr selbst löst Stress aus. Es gibt allerdings Faktoren, die die Spannung verstärken:

  • Konflikte zu Hause
  • Druck oder Ärger bei der Arbeit
  • eine chronische Erkrankung
  • eine depressive Störung oder Depressionen
  • körperliche Unausgeglichenheit, beispielsweise Bewegungsmangel oder sexuelle Frustration
  • Nehmen Menschen Situationen im Verkehr gleich wahr?

Verkehrssituationen werden beim Autofahren von den jeweiligen Personen oftmals deutlich unterschiedlich aufgenommen, gefühlsmässig eingeordnet. Grund dafür sind die individuellen Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen, die grossteils vom Charakter abhängig sind.

Anders ausgedrückt; einige Menschen sind schneller reizbar als andere. Hinzu kommen Situationsfaktoren wie Zeitmangel oder der Hang zum Perfektionismus.

 

 

 

 


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