Kreatin fürs Gehirn: So unterstützt es das Gedächtnis

Kreatin liefert Gehirnzellen schnell verfügbare Energie. Das kann die Ihr Gehirn und die Merkfähigkeit stärken und den Abruf von Wissen erleichtern.
Gehirnenergie durch Kreatin
Kreatin fürs Gehirn: So unterstützt es das Gedächtnis (Bild: iStock)

Kreatin fürs Gehirn: So unterstützt es das Gedächtnis

Was bewirkt Kreatin im Gehirn?

Kreatin ist eine körpereigene Verbindung, die in Leber und Nieren aus Aminosäuren gebildet wird. Der grösste Teil befindet sich in der Muskulatur. Auch das Gehirn verfügt jedoch über eigene Kreatinspeicher und nutzt den Stoff für seine Energieversorgung.

Gehirnzellen benötigen Energie, um elektrische Signale zu erzeugen, Botenstoffe freizusetzen und Informationen zwischen verschiedenen Hirnregionen auszutauschen. Diese Energie wird hauptsächlich in Form von ATP bereitgestellt. Weil ATP nur in kleinen Mengen gespeichert werden kann, muss es laufend erneuert werden.

Hier übernimmt Kreatin eine konkrete Aufgabe: Als Phosphokreatin hält es eine schnell nutzbare Energiereserve bereit. Sobald eine Nervenzelle mehr ATP benötigt, hilft dieses System, verbrauchte Energie rasch zu ersetzen. Kreatin unterstützt damit keinen unspezifischen «Brain-Boost», sondern einen grundlegenden Vorgang der Gehirnarbeit.

Für das Gedächtnis ist diese Funktion besonders relevant. Neue Informationen müssen aufgenommen, verarbeitet und als Gedächtnisspur stabilisiert werden. Beim späteren Erinnern werden dieselben neuronalen Verbindungen erneut aktiviert. Alle diese Schritte benötigen zuverlässig verfügbare Energie.

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Welche Vorteile hat Kreatin für das Gedächtnis?

Die bisherige Forschung zeigt den deutlichsten geistigen Nutzen beim Gedächtnis. Eine aktuelle wissenschaftliche Gesamtauswertung kommt zum Ergebnis, dass Kreatin-Monohydrat die Gedächtnisleistung verbessern kann. Der gemessene Effekt war zwar nicht riesig, aber statistisch klar erkennbar.

Kreatin kann insbesondere drei Bereiche unterstützen:

  • Informationen aufnehmen und im Gedächtnis festigen
  • kürzlich Gelerntes zuverlässiger abrufen
  • Gedächtnisaufgaben mit gleichbleibender Leistung bearbeiten

Damit betrifft der Nutzen sowohl das kurzfristige Behalten als auch das spätere Wiedererkennen oder Wiedergeben von Informationen. Das kann beispielsweise beim Lernen neuer Begriffe, beim Merken von Namen oder beim Verarbeiten komplexerer Inhalte relevant sein.

Zusätzlich gibt es Hinweise auf eine schnellere Informationsverarbeitung. Dieser Effekt ist jedoch weniger eindeutig belegt als der Vorteil fürs Gedächtnis. Für Aufmerksamkeit, allgemeine Denkfähigkeit und komplexe Planung lassen sich derzeit keine ebenso klaren Aussagen treffen.

Die zentrale Botschaft lautet deshalb: Kreatin ist nicht für jede geistige Fähigkeit gleich wirksam. Sein überzeugendster Nutzen liegt in der Unterstützung von Lern- und Erinnerungsprozessen.

Gegen Vergesslichkeit: Demenz vorzubeugen wird mit zunehmendem Alter wichtiger. Die Demenzprävention Ernährung leistet einen bedeutsamen Beitrag dazu. In unserem Beitrag erfahren Sie mehr dazu: Demenzprävention durch Ernährung: Wichtige Nährstoffe.

Warum verbessert mehr Gehirnenergie das Erinnern?

Erinnerungen entstehen durch Veränderungen in den Verbindungen zwischen Nervenzellen. Werden neue Informationen gelernt, müssen diese Verbindungen aufgebaut, verstärkt und über eine gewisse Zeit stabilisiert werden.

Dieser Vorgang ist energieintensiv. Fehlt kurzfristig ausreichend ATP, können Nervenzellen ihre Arbeit nicht mit derselben Geschwindigkeit fortsetzen. Das Kreatinsystem hilft, solche Schwankungen abzufedern.

Kreatin unterstützt das Gedächtnis deshalb nicht wie ein klassischer Wirkstoff, der einen einzelnen Rezeptor aktiviert. Es verbessert vielmehr die energetische Grundlage mehrerer Gedächtnisprozesse:

  • Nervenzellen können Signale zuverlässig weiterleiten.
  • Gedächtnisinhalte lassen sich stabiler verarbeiten.
  • Bereits gespeicherte Informationen können effizienter aktiviert werden.
  • Die Energieversorgung bleibt bei länger dauernden Aufgaben konstanter.

Das erklärt auch, weshalb die Wirkung nicht sofort nach einer einzelnen Portion eintritt. Zunächst müssen sich die Kreatinspeicher im Körper erhöhen. Eine regelmässige Einnahme ist daher wichtiger als ein bestimmter Einnahmezeitpunkt.

Was ist über Kreatin und das alternde Gehirn bekannt?

Mit zunehmendem Alter verändern sich Energieumsatz, Durchblutung und Stoffwechsel des Gehirns. Kreatin ist deshalb für die Forschung interessant, weil es direkt an der zellulären Energiebereitstellung beteiligt ist.

Bislang lässt sich daraus aber keine Behandlung oder Vorbeugung gegen Demenz ableiten. Die vorhandenen Erkenntnisse beziehen sich vor allem auf Leistungen in Gedächtnistests. Ob Kreatin langfristig vor einem krankhaften geistigen Abbau schützt, ist nicht nachgewiesen.

Für Menschen über 50 ist die Unterscheidung wichtig:

  • Kreatin kann normale Gedächtnisprozesse unterstützen.
  • Es ist kein Medikament gegen eine Gedächtnisstörung.
  • Es verhindert Alzheimer oder andere Demenzformen nicht nachweislich.
  • Eine deutliche Verschlechterung des Gedächtnisses gehört medizinisch abgeklärt.

Der Nutzen liegt somit in der Unterstützung eines normal arbeitenden Gehirns, nicht in der Behandlung einer neurologischen Erkrankung.

Welche Kreatinform ist sinnvoll?

Am besten untersucht ist Kreatin-Monohydrat. Diese Form wurde auch in den Studien zur geistigen Leistungsfähigkeit verwendet. Spezielle Produkte mit Bezeichnungen wie «Brain Creatine», «Neuro Formula» oder «Memory Complex» bieten keinen nachgewiesenen Vorteil.

Ein geeignetes Produkt enthält:

  • Kreatin-Monohydrat als einzigen Wirkstoff
  • eine klar ausgewiesene Menge
  • eine kurze Zutatenliste
  • nachvollziehbare Herstellerangaben
  • keine Heil- oder Demenzversprechen
  • keine unnötigen Mischungen mit Koffein oder Pflanzenextrakten

Die Schweizerische Gesellschaft für Sporternährung bezeichnet Kreatin-Monohydrat als die Referenzform. Andere Kreatinverbindungen sind häufig teurer und teilweise weniger gut auf Wirkung und Sicherheit untersucht.

Wie viel Kreatin wird eingenommen?

Eine eigene, offiziell festgelegte Dosierung ausschliesslich fürs Gehirn existiert bisher nicht. Für die längerfristige Ergänzung sind aus dem Sportbereich Tagesmengen von etwa drei bis fünf Gramm Kreatin-Monohydrat bekannt. Die Schweizer Fachinformation nennt ebenfalls eine tägliche Erhaltungsmenge um drei Gramm.

Für die praktische Anwendung gilt:

  • Kreatin täglich und regelmässig einnehmen
  • die angegebene Tagesmenge nicht überschreiten
  • das Pulver vollständig in Flüssigkeit einrühren
  • grosse Einzelportionen vermeiden
  • keine hohe Ladephase für einen Gedächtniseffekt durchführen

Ob die Einnahme morgens, mittags oder abends erfolgt, ist für die Speicherbildung weniger entscheidend als die Regelmässigkeit. Mit einer Mahlzeit lässt sich Kreatin meist unkompliziert in den Alltag integrieren.

Eine hohe Dosierung führt nicht automatisch zu einer stärkeren Wirkung im Gehirn. Grössere Mengen erhöhen vor allem das Risiko für Verdauungsbeschwerden.

Muss Kreatin über Lebensmittel aufgenommen werden?

Nein. Der Körper bildet Kreatin selbst und ist nicht auf eine bestimmte Ernährungsform angewiesen. Nahrungskreatin kommt zwar überwiegend in Fleisch und Fisch vor, eine kreatinfreie pflanzliche Ernährung führt jedoch nicht zu Mangelerscheinungen. Die körpereigene Produktion deckt den grundlegenden Bedarf.

Wer die Kreatinspeicher gezielt erhöhen möchte, kann Kreatin-Monohydrat unabhängig von der Ernährung als Supplement verwenden. Handelsübliches Kreatin wird üblicherweise synthetisch produziert und ist häufig vegan.

Damit gilt:

  • Niemand muss für Kreatin Fleisch oder Fisch essen.
  • Eine vegane Ernährung verhindert die körpereigene Bildung nicht.
  • Das Supplement passt zu unterschiedlichen Ernährungsweisen.
  • Kreatin ist eine optionale Ergänzung und kein lebensnotwendiger Nährstoff.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Kreatin-Monohydrat wird von vielen gesunden Erwachsenen gut vertragen. Ein Teil des zusätzlichen Kreatins gelangt in die Muskelzellen und bindet dort Wasser. Das Körpergewicht kann deshalb etwas steigen, ohne dass Körperfett aufgebaut wird.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • weicher Stuhl oder Durchfall
  • Bauchkrämpfe
  • Unverträglichkeit grosser Einzelmengen

Bei einer bestehenden Nierenerkrankung sollte Kreatin nicht ohne ärztliche Rücksprache verwendet werden. Besondere Vorsicht ist auch bei Diabetes, schwer einstellbarem Bluthochdruck oder mehreren Medikamenten angebracht.

Kreatin kann ausserdem den Kreatininwert im Blut verändern. Dieser Wert wird zur Beurteilung der Nierenfunktion eingesetzt. Informieren Sie die Arztpraxis deshalb vor einer Blutuntersuchung über die Einnahme.

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Was ist die wichtigste Erkenntnis?

Kreatin unterstützt das Gedächtnis über einen klaren biologischen Mechanismus: Es hilft Gehirnzellen, den Energieträger ATP rasch zu erneuern. Dadurch stehen für das Speichern, Verarbeiten und Abrufen von Informationen stabilere Energiereserven zur Verfügung.

Am besten belegt ist der Nutzen für die Gedächtnisleistung. Weniger eindeutig sind die Ergebnisse für Aufmerksamkeit, komplexe Planung und die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit. Kreatin-Monohydrat ist deshalb kein universeller Gehirnverstärker, aber eine interessante und vergleichsweise gut untersuchte Ergänzung für normale Lern- und Erinnerungsprozesse.


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