Leber verfettet heimlich. Warum es jeden treffen kann

Die Leber verfettet oft unbemerkt, selbst bei Menschen, die sich gesund fühlen. Wer Warnsignale ernst nimmt, kann seine Leber rechtzeitig schützen.
Leber verfettet heimlich. Warum es jeden treffen kann
Anzeichen verfettete Leber erkennen (Bild: iStock)

Leber verfettet heimlich - ein Risiko für jeden

Die Realität erkennen - wenn die Leber verfettet

Vielleicht fühlen Sie sich im Alltag ganz ok, höchstens etwas müde nach dem Mittag oder abends schneller erschöpft. Umso grösser ist der Schreck, wenn der Hausarzt erhöhte Leberwerte findet oder der Ultraschall zeigt, dass die Leber verfettet ist.

Weltweit ist etwa ein Viertel der Menschen von einer nicht alkoholischen Fettleber betroffen. In der Schweiz leiden schätzungsweise zwei Millionen Menschen daran. Die Erkrankung bleibt lange unbemerkt, weil sich die Leber kaum meldet.

Typische Warnzeichen gibt es wenige. Manche Betroffene fühlen sich dauernd müde oder spüren einen Druck im rechten Oberbauch, andere merken gar nichts. Oft wird die Diagnose zufällig gestellt, wenn Blutwerte kontrolliert werden oder ein Ultraschall aus einem anderen Grund erfolgt. Wenn Sie zu einer Risikogruppe mit Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten oder Diabetes gehören, lohnt es sich, die Leber regelmässig mitchecken zu lassen.

Wenn die Leber leise um Hilfe ruft

Leberzellen lagern Fett ein, wenn mehr Energie hereinkommt, als der Körper verbraucht oder verarbeiten kann. Besonders Bauchfett, Diabetes, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und Bewegungsmangel spielen hier zusammen. Auch schlanke Menschen können betroffen sein, zum Beispiel wenn sie viel sitzen, wenig Muskulatur haben oder sehr zuckerreich essen. Nicht immer ist Alkohol der Hauptgrund.

Viele Auslöser verstecken sich im Alltag. Häufige Snacks, gesüsste Getränke, Fertigprodukte, wenig Schlaf und anhaltender Stress belasten die Leber. Wenn die Leber verfettet, wird sie empfindlicher für Entzündungen. Bleibt das über Jahre so, kann sich das Gewebe umbauen, es entsteht eine Entzündung, später Narbengewebe. Dann steigt das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs deutlich.

Mit kleinen Schritten die Leber stärken

Sie müssen Ihr Leben nicht komplett umkrempeln, um die Leber zu entlasten. Entscheidend sind einige kleine, konsequente Schritte. Ein wichtiger Hebel ist das Gewicht, vor allem der Bauchumfang. Schon eine Gewichtsreduktion von etwa fünf bis zehn Prozent kann die Leberverfettung deutlich verringern und Entzündungen bremsen. Noch wichtiger als jede Diät ist eine langfristige Umstellung, die zu Ihrem Alltag passt.

Sehr hilfreich ist eine Ernährung, die an die mediterrane Küche erinnert. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Olivenöl und eher wenig Zucker und Weissmehl tun der Leber gut. Softdrinks, Fruchtsäfte und stark verarbeitete Produkte sollten selten auf den Tisch kommen. Wer Alkohol trinkt, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob und in welcher Menge das sinnvoll ist. An manchen Stellen lohnt es sich, für eine Zeit ganz darauf zu verzichten, damit die Leber sich erholen kann.

Bewegung ergänzt diesen Effekt. Schon 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag, Treppen statt Lift und einfache Kräftigungsübungen zu Hause helfen dem Stoffwechsel. Sie müssen keinen Marathon laufen, sondern Ihren Körper täglich daran erinnern, dass er Energie verbrennen darf.

Damit die Leber nicht weiter verfettet - Kurswechsel im Alltag

Wenn die Leber verfettet ist oder Sie ein erhöhtes Risiko haben, lohnt ein persönlicher Fahrplan. Schreiben Sie auf, was Sie in den nächsten drei Monaten konkret verändern wollen. Kleine Schritte zählen mehr als grosse Vorsätze. Zum Beispiel unter der Woche keine gesüssten Getränke und jeden Tag ein Gemüse mehr auf dem Teller.

Hilfreich können kleine Rituale sein:

  • Wasser oder Tee griffbereit halten und vor jeder Mahlzeit ein Glas trinken.
  • Den Tag mit einem kurzen Spaziergang oder ein paar Dehnübungen beginnen.
  • Den Einkauf planen, damit weniger spontane Süssigkeiten im Wagen landen.
  • Zwei oder drei leberfreundliche Lieblingsgerichte etablieren, die schnell gehen.

Viele Studien zeigen ausserdem, dass ein moderater Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für bestimmte Lebererkrankungen verbunden ist. Wenn Sie Kaffee gut vertragen und Ihr Arzt nichts dagegen hat, dürfen Sie ihn daher mit etwas besserem Gefühl geniessen. Wichtig bleibt trotzdem die Gesamtbilanz aus Ernährung, Bewegung, Gewicht, Alkohol und Medikamenten.

Wann es kritisch wird und wer helfen kann

Kritisch wird es, wenn zur Leberverfettung eine Entzündung dazukommt und sich nach und nach Narbengewebe bildet. Dann entwickelt sich eine Fettleberhepatitis, später je nach Ausmass eine fortgeschrittene Lebererkrankung bis hin zur Leberzirrhose und die Leber kann ihre Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllen. Das erhöht auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere Folgeprobleme.

Sie sollten ärztlich abklären lassen, wie es Ihrer Leber geht, wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen: deutlicher Bauchumfang, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, gestörter Zuckerstoffwechsel, bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, regelmässiger Alkoholkonsum. Hausärzte, Internisten und Gastroenterologen können die Leberwerte kontrollieren, Ultraschalluntersuchungen veranlassen und mit Ihnen besprechen, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Schritt für Schritt zu einer starken Leber

In vielen Fällen kann sich eine verfettete Leber erholen, wenn Sie früh gegensteuern und Ihren Lebensstil anpassen. Nehmen Sie erste Veränderungen als persönliche Investition in Ihre nächsten Jahre. Sie tun nicht nur der Leber etwas Gutes, sondern auch Herz, Kreislauf, Gelenken und Gehirn.

Planen Sie in Etappen von drei bis sechs Monaten, feiern Sie kleine Erfolge und holen Sie sich Hilfe, wenn es alleine schwerfällt. So verwandeln Sie die stille Gefahr in einen Anstoss, Ihr Leben bewusster, leichter und gesünder zu gestalten.


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