GESUNDHEIT

Osteoporose – Knochenschwund bei Frauen nach den Wechseljahren

Eine mögliche Folge der Menopause ist die Osteoporose, auch Knochenschwund genannt.

Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die oftmals im Alter eintritt. Besonders betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren. Mit ausreichender Bewegung und einer gesunden Ernährung kann man diesem Abbauprozess entgegenwirken.

Rund um das 50. Lebensjahr beginnen bei der Frau die sogenannten Wechseljahre. Es kommt zu hormonellen Veränderungen. Die Eierstockfunktion nimmt ab, bis sie schliesslich ganz erlischt und die Menopause eintritt. In der Zeit bis zur letzten Menstruation erleben Frauen verschiedenste körperliche Veränderungen wie wiederkehrende Wallungen, Schweissausbrüche oder Herzklopfen.

Eine weitere, mögliche Folge der Menopause ist die Osteoporose, auch Knochenschwund genannt. «Man merkt zunächst nichts davon, sondern erst wenn ein Knochenbruch erfolgt», sagt Dr. med. Sara Keller, Gynäkologin und Belegärztin an der Klinik Stephanshorn in St.Gallen. Die Knochen werden porös, instabil und brechen bereits bei geringer Belastung. «Am häufigsten kommen Wirbelkörperbrüche, Oberschenkelbrüche oder distale Radiusfrakturen (handnaher Teil des Unterarmes) vor». Als Warnzeichen für eine mögliche Osteoporose gelten eine Buckelbildung oder die Abnahme der Körpergrösse um mehr als vier Zentimeter.

Primäre und sekundäre Osteoporose

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Im ersten Fall entsteht die Osteoporose ohne erkennbare Ursache mit dem Alter und bei den Frauen mit dem Östrogenmangel weiter einhergehend. Im Gegensatz dazu wird die sekundäre Osteoporose durch eine Grunderkrankung wie Morbus Cushing, Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenüberfunktion, Zuckerkrankheit, gewisse Bluterkrankungen, Zystische Fibrose etc. ausgelöst.

Nicht jede Frau in der Menopause ist von Osteoporose betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, an Knochenschwund zu erkranken, liegt bei Frauen ab 50 Jahren bei 51 %, bei Männern bei 20 %. Dr. Sara Keller erklärt: «Knochenschwund ist ein Prozess, der im Alter sowieso stattfindet. Allerdings beschleunigt der Östrogenmangel, der sich mit den Wechseljahren einstellt, den Knochenabbau zusätzlich.» In der Schweiz leiden etwa 400 000 Personen unter einer erhöhten Knochenbrüchigkeit.

Nebst den genannten Grunderkrankungen gibt es folgende Einflussfaktoren:

  • Genetische Veranlagung
  • Erhöhter Konsum von Kaffee oder Alkohol
  • Rauchen
  • Einnahme von Steroiden
  • Leistungssport
  • Magersucht
  • Vorzeitige Menopause
  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel
  • Östrogenmangel

Diagnose

Ob tatsächlich eine Osteoporose vorliegt, stellen die medizinischen Fachpersonen beim Röntgen anhand einer Knochendichtemessung, der osteodensitometrischen Messung DEXA (Dual Energy X-Ray Absorptiometry), fest. Sie ermittelt den Mineralstoffgehalt von Knochen. Weitere Verfahren sind die quantitative Computertomographie oder eine standardisierte Ultraschalluntersuchung.

Osteoporose ist therapierbar

Vitamin D und Kalzium helfen, die knochenaufbauenden Zellen anzuregen und die knochenabbauenden Zellen zu hemmen. «Aufhören zu rauchen oder Alkohol zu trinken, nützt leider nichts», erklärt Dr. Sara Keller. «Es sind zwar Risikofaktoren für Osteoporose, sie tragen aber nicht zum Gegenprozess bei. Eine der wirksamsten Therapiemethoden ist die Hormonersatztherapie.» Von einem Beginn einer Hormonersatztherapie ab dem Alter von ca. 60 Jahren rät die Gynäkologin jedoch ab. Es besteht ein erheblich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombose. Im höheren Alter sind bei Osteoporose Bisphosphonate hilfreich. Sie bewirken ebenfalls eine Hemmung des Knochenabbaus durch Hemmung der knochenabbauenden Zellen.

Ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung wirken der Osteoporose ebenfalls entgegen. Diese Massnahmen funktionieren natürlich auch präventiv. Allerdings: Der Alterungsprozess der Knochen bleibt. Die Therapien und Verhaltensänderungen können die Osteoporose aber stagnieren lassen.

Ansprechperson

Dr. med. Sara Keller ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Praxis bei Dr. med. Robert Schönenberger und Belegärztin an der Klinik Stephanshorn, St. Gallen. Ihr Schwerpunkt ist die operative Gynäkologie und die Geburtshilfe.

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