Einfaches Pilgern für Einsteiger

Gerade während hektischen und schwierigen Zeiten sehnen sich viele Menschen nach einem einfachen Leben und mehr Spiritualität.

Eine Pilgerreise auf dem spanischen Jakobsweg kommt diesem Wunsch ganz nah.

Eigentlich müssten wir über 700 Kilometer wandern, um auf dem Jakobsweg von Pamplona bis nach Santiago de Compostela zu kommen. Wir schaffen das in der Rekordzeit von 11 Tagen. Aber nur, weil wir den berühmten Camino Francés nicht auf der ganzen Strecke zu Fuss bewältigen. Pilgern light sozusagen, denn nicht jeder hat die Zeit oder die Kondition dazu. Der Wunsch schwirrt allerdings allen Mitreisenden schon länger im Kopf herum.

Ob Alleinreisende, Mutter und Tochter, Freundinnen oder Pärchen: Alle freuen sich auf die Reise auf dem berühmten Jakobsweg. Für den ersten Foto-Halt auf dem Alto del Perdón mit der metallenen Pilgerkarawane reichen noch die Turnschuhe. Nach einer kurzen Fahrt bis zur Kapelle Santa María de Eunate gilt es aber ernst. Unser Chauffeur stellt die Klappstühle auf, damit die Gäste bequem vom Strassen- auf den Wanderschuh wechseln können.

Die erste Etappe führt uns bis nach Puente la Reina, wo wir schliesslich nach einer kurzen Wanderung und über eine mittelalterliche Brücke den Fluss Rio Arga überqueren und wieder in den Bus steigen. Alle strahlen glücklich, und ohne eine einzige Blase an den Füssen fahren wir bequem im Car bis nach Burgos. Nach dem Abendessen im Hotel beschnuppert sich die Gruppe an der Bar, und einige probieren die lokalen Spirituosen. Es ist zwar Freitagabend, trotzdem ziehen sich alle zeitig zurück, denn am nächsten Tag geht es früh wieder los.

Auch wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht den ganzen Jakobsweg pilgern, die Reise liegt allen am Herzen und pünktlich sitzt am Morgen jeder auf seinem Platz. Der Chauffeur hat seine Schäfchen im Griff und mit der lokalen Reiseführerin sind wir mit einem absoluten Dream-Team unterwegs. Während wir den grössten Teil der Strecke entlang des Jakobwegs entspannt im Bus verbringen, hält uns die Reiseleiterin mit spannenden Erklärungen wach.

So manchem Pilger steht nach den strapaziösen Tagesetappen, die auch mal sieben Stunden dauern können, nicht mehr der Sinn nach einer Besichtigung der Sehenswürdigkeiten. Dabei gibt es Aussergewöhnliches zu entdecken. Wie zum Beispiel das Federvieh in der Kirche von Santo Domingo del Calzada oder die Statue der schwangeren Jungfrau Maria in der prächtigen Kathedrale von León.

Während wir in unseren Vier-Sterne-Hotelbetten übernachten, sehen die Pilgerunterkünfte bedeutend einfacher aus. In Rabanal del Camino schauen wir uns eine typische Herberge etwas genauer an, und so mancher ist froh um sein Doppelzimmer mit Bad und WC; aber was die Verpflegung anbelangt, fahren die «richtigen» Pilger manchmal etwas besser.

Die letzte Etappe des Camino Francés führt durch kleine, jedoch für Pilgerreisende bedeutende Dörfer mit zahlreichen Kirchen und Pilgerherbergen. Wir streifen durch Wiesen und duftende Eukalyptuswälder nach Boente. Kurz vor Santiago – vom berühmten „Berg der Freude“ – sehen Sie bereits die eindrückliche und ehrwürdige Kathedrale von Santiago; das Ziel unzähliger Pilger. Glücklich stehen wir schliesslich vor der Kathedrale und haben grössten Respekt vor jedem, der den Weg unter seine Füsse nimmt.

HIGHLIGHTS DIESER REISE:

Camino Francés
Geschichtsträchtige Städte
Kathedrale von Santiago de Compostela
Einzigartige Atlantikküste
Architekturmetropole Bilbao

Weitere Informationen finden Sie hier...

Verfasser Barbara Blunschi

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