Ressourcen für betreuende Angehörige

Ressourcen für betreuende Angehörige
(Bild schweizerisches rotes Kreuz)
Wer Angehörige pflegt und betreut, vergisst nicht selten sich selbst. Eine gute Balance zu halten, stellt tatsächlich eine Herausforderung dar.

Regelmässige Entlastung hilft. Wer Angehörige zuhause betreut und pflegt, wird immer wieder herausgefordert. An turbulenten Tagen können deswegen schon mal Zweifel auftauchen, ob man der Aufgabe gewachsen ist. Das ist völlig normal. Vielen ergeht es ebenso. Um sich vor Überforderung zu schützen, ist es besonders wichtig, dass Sie sich Sorge tragen und wo möglich Entlastung suchen. Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt Sie dabei.

Beziehungen pflegen

Für betreuende Angehörige ist es besonders wichtig, das eigene Leben, die Partnerschaft und Freundschaften nicht zu vernachlässigen. Denn diese Menschen bieten Rückhalt, sind da, wenn es schwierig wird. Sich zu überanstrengen, bis man vor Erschöpfung selbst krank wird, die eigene Beziehung kriselt und Freunde sich zurückziehen, kann nicht die Lösung sein. Regelmässige Entlastung von aussen hilft dem vorzubeugen.

Hilfe aus dem Umfeld

Wer jemanden zuhause betreut und pflegt, verfügt nicht über unerschöpfliche Ressourcen. Erstellen Sie eine schriftliche Pflegeplanung und klären Sie ab, wer im näheren Umfeld (Geschwister, Freunde, Nachbarn) bereit ist, Aufgaben zu übernehmen. Regelmässige pflegerische Aufgaben können Sie zur Entlastung auch an Organisationen wie die Spitex übergeben.  

Regelmässige Auszeiten schützen vor Erschöpfung

Nehmen Sie sich unbedingt regelmässig Auszeiten – ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Organisieren Sie während Ihrer Abwesenheit, auch stunden- oder tagesweise, eine Vertretung, einen Platz im Tagesheim oder einen externen Entlastungsdienst wie das SRK. Sie können aber auch rechtzeitig einen Ferienplatz in einem Pflegeheim buchen. Dies gewährleistet, dass die zu betreuende Person gut aufgehoben ist, auch wenn Sie länger als einen Tag nicht da sind.

Über Gefühle sprechen

Braucht eine nahestehende Person Unterstützung im Alltag, empfinden das alle Beteiligten meist nicht als ganz einfach. Häufig betreuen die Kinder nun ihre eigenen Eltern. Dieser Rollentausch kann für beide Seiten schmerzhaft sein. Dass der Rollentausch gemischte Gefühle auslöst, ist völlig normal. Diese Gefühle sollten nicht ignoriert, sondern in der Familie offen angesprochen werden. Nur so lassen sich Schritt für Schritt entsprechende Massnahmen treffen, die laufend der verändernden Situation angepasst werden müssen.

Klare Bedingungen dank Pflegevertrag

Wer Angehörige betreut und pflegt, sollte einen Pflegevertrag mit der betreuten Person abschliessen. Darin wird klar geregelt, welchen Umfang die Betreuung umfasst und wie diese Dienstleistungen entschädigt werden. Das erleichtert den Umgang miteinander und verhindert Missverständnisse.

Der Pflegevertrag ist ein hilfreiches und sinnvolles Dokument. Denn dort wird klar festgehalten, was die betreuende Person leistet und wie sie dafür entschädigt wird. Das ist eine gute Ausgangslage für einen längerfristigen Einsatz bei einer zu betreuenden Person.

Recht auf bezahlten Urlaub und Betreuungsgutschriften

Im Januar 2021 ist das neue Bundesgesetzt über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung in Kraft getreten. Zwei der neuen Regelungen sollten Sie besonders beachten:

  • Zur Betreuung von kranken oder verunfallten Familienmitgliedern oder Lebenspartner/innen wird ein bezahlter Urlaub eingeführt. Er beträgt höchstens drei Tage pro Fall und nicht mehr als zehn Tage pro Jahr.
  • Der Anspruch auf Betreuungsgutschriften der AHV wird ausgeweitet, damit mehr Pflegebedürftige selbständig zuhause leben können. Betreuende Angehörige erhalten diese Gutschrift neu ebenfalls, wenn die pflegebedürftige Person eine Hilflosenentschädigung leichten Grades bezieht. Auch Lebenspartner/innen haben Anspruch, wenn das Paar seit mindestens fünf Jahren im gleichen Haushalt lebt.

Wenn Sie jemanden pflegen und betreuen, sind Sie damit nicht allein. Informieren Sie sich über Ihre Rechte, lassen Sie sich beraten und vernetzen Sie sich mit anderen Betroffenen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.

Angebote des Roten Kreuzes

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) steht betreuenden Angehörigen zur Seite. Zu den Angeboten zählen Entlastung durch SRK-Pflegehelfende, Besuchs- und Begleitdienst durch Freiwillige und professionelle Beratung. Viele Rotkreuz-Kantonalverbände bieten Schulungen für pflegende Angehörige an und beraten Sie persönlich. Die Erfahrung zeigt, dass es gut informierten Angehörigen psychisch und physisch besser geht.

Wenden Sie sich an den Rotkreuz-Verband in Ihrer Region. Auf der Infoplattform betreuen.redcross.ch finden Sie alle wichtigen Informationen. 

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