CORONA KRISE

Schön geschützt

Masken, Corona, Ansteckung schützen, präventiv

Peter Hofstetter, Inhaber Coutureshop

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Ehefrau von Peter Hofstetter

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Sohn von Peter Hofstetter

Die Corona-Krise macht vielen Schneiderinnen schwer zu schaffen. Sie verloren den Grossteil ihrer Aufträge. Bis Peter Hofstetter beschloss, Couture-Masken nähen zu lassen.

Er hilft damit auch krebskranken Kindern.

In der Krise entstehen häufig die besten Ideen. Das Corona-Virus stand unfreiwillig Pate für den coutureshop.ch. Eine langjährige Bekannte von Peter Hofstetter ist Schneiderin mit eigenem Couture-Atelier. Als das Virus kam, fielen bei ihr viele Aufträge weg.

Was tun mit der Arbeitskraft? Zusammen kamen sie auf eine Lösung, die nicht nur das Problem der Atelier-Besitzerin lösen würde, sondern auch das vieler gefährdeter Menschen.

Sie beschlossen, Gesichtsmasken gegen die Verbreitung des Virus zu produzieren. Gesichtsmasken, die auch einem ästhetischen Bedürfnis gerecht werden, die neben guter Funktionalität auch schön anzusehen sind.

Der Prozess von der Idee zur Umsetzung ist immer chaotisch, besonders in Corona-Zeiten. Eine Testkampagne sollte zeigen, ob eine solche Couture-Maske Abnehmer finden würde. Die Schneiderin nähte in 33 Arbeitsschritten aus weissem Stoff einen Prototypen.

Nun musste die Welt aber noch von der Corona-Couture-Maske wissen. Peter Hofstetter, ehemals Gründer der bekannten Mediaagentur Mediaxis, bekam Hilfe von seiner Familie. Sohn und Ehefrau stellten sich für die Fotos als Models zur Verfügung.  

Masken neben Hämmern
Um die Masken zu bewerben, kreierte Hofstetter eine Landing Page mit der URL mask4you.ch, die ihm ein Freund zur Verfügung stellte. Über seinen Werkzeug-Onlineshop Professionello.ch wickelte er die Verkäufe ab. «Merkwürdig war es schon, die schönen Couture-Masken neben Hämmern und Zangen zu sehen», sagt er.

Trotzdem waren die Masken sehr gefragt. Luxus-Unternehmen bestellten sie plötzlich mit aufgesticktem Logo. Anfragen aus New York und Deutschland trafen ein, auch Anfragen von Unternehmen, die am Konzept interessiert sind.

Der Test verlief erfolgreich, nun konnten Hofstetter und seine Familie es wagen, ernsthaft in die Maskenproduktion einzusteigen. Coutureshop.ch war in kurzer Zeit mit eigener Domain und eigenem Branding geboren.  

Hofstetter war plötzlich ein sehr gefragter Mann. Designerinnen riefen ihn an, weil sie einen Absatzkanal für ihre Kreationen suchten. Seit der Lancierung präsentieren bereits fünf Designerinnen ihre Werke auf dem Portal.

Zehn diplomierte Couture-Schneiderinnen nähen Vollzeit für den Shop. Sie entscheiden selbst, welches Produkt in welcher Auflage angeboten wird. Oftmals sind die Modelle limitiert, weil ausschliesslich Ökotex-Stoffe verarbeitet werden. Sie sind zur Zeit schwierig zu beschaffen. 

Hofstetter freut sich über jede neue Bewerbung: «So können wir auf die Menschen aufmerksam machen, die während der Corona-Krise einen Teil ihres Einkommens verloren haben und sich über ihre Kreativität einen Ausweg schaffen.» Er besucht jede Designerin und jede Schneiderin, bevor er deren Produkte im Shop anbietet.

Zur Qualitätssicherung. Hofstetter: «Ich staune über die enorme Kreativität.» 45 Minuten wird an einer einzelnen Maske zu einem Stundenlohn von 35 Franken gearbeitet. Dazu kommen die Kosten für das Material, die Werbung, Transport, Verpackung und Porto.

Für 65 Franken gehen die Couture-Masken schliesslich in den Verkauf. Hofstetter freut sich jeden Abend, wenn er sein Team anrufen und neue Absatzrekorde mitteilen kann. 

Den Kundendienst erledigt er selbst. Er beantwortet jede Frage, reagiert persönlich auf Lob und Kritik. Stellvertretend für viele zufriedene Kundinnen sagt Evelyn S.: «Ich bestellte ein Exemplar für meine behinderte Schwester, weil mir das Design ausgezeichnet gefiel.

Sie lebt in einem Heim und darf mich ja nicht auf der Fribourger Alp besuchen. Das Design mit Kuh-Motiven und Alpabzügen wird sie an mich erinnern und ihr grosse Freude machen.»

Kinder mit seltenen Krankheiten 
Coutureshop.ch stellt Gesichtsmasken für alle her, aber noch keine Schutzmasken. Dafür müssten sie erst zertifiziert werden. In Zukunft will Hofstetter einen Stoff anbieten, der in die zweilagige Maske eingelegt werden kann und die Übertragung des Virus einschränkt. Die Materialwissenschaftler der Empa forschen derzeit noch an einem solchen Material. 

Von Ärzten bekommt der umtriebige Unternehmer zudem Tipps und Anregungen, wie der Virenschutz verbessert werden könnte – insbesondere bei Kindern mit Krebs, die einem besonderen Corona-Risiko ausgesetzt sind.

Dr. Frank Grossmann, Gründer und Geschäftsführer der Förderstiftung OrphanHealthcare aus Zürich, sagt: «350’000 Schweizer Kinder und ihre Familien sind besonders gefährdet, da sie an sogenannten ‹Seltenen Krankheiten› leiden. Über drei Millionen Kinder sind es allein in Deutschland. Diesen empfehle ich ausdrücklich die nachhaltig hergestellten und wiederverwendbaren Masken von Coutureshop.ch. Neben der eigentlichen Funktion ist für mich besonders wichtig, dass wir in dieser Zeit zusammenstehen und dazu gehört für mich auch die Unterstützung unserer lokalen Produzenten und Partner.»

Hofstetter spendet der international tätigen Stiftung pro verkaufter Maske zwei Franken. Davon können weitere Projekte für betroffene Familien unterstützt werden. Die Couture-Shop-Designerinnen haben spezielle Motive für die betroffenen Kinder entworfen.

Prominente Schweizer wie der Fussballtrainer Uli Forte zeigen in Videos der Stiftung, wie die Masken angewendet werden und wie man sich und andere so noch besser schützt.

Das Ende der Corona-Krise wird nicht das Ende des coutureshops.ch sein. Hofstetter plant, den Shop um weitere Produkte seiner Designerinnen zu erweitern. Er denkt an Schals oder Mützen. Hauptsache wunderschöne Stoffe mit einzigartigen Schnitten. So werden mitten in der Corona-Krise aus vermeintlichen Verliererinnen dank einer guten Idee und viel Enthusiasmus plötzlich Siegerinnen.

 
Kontakt:  
Peter Hofstetter
+41 (0)79 222 21 86
www.coutureshop.ch
 
Eichengrund GmbH
Eichengrundweg 4
CH - 6343 Risch
 
 



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