SEXUALITÄT IM ALTER

Sex in der Menopause – Kein Tabu

Das Lustempfinden findet auch beim Sex in der Menopause vor allem im Kopf statt.

Sex in den Wechseljahren ist anders – aber immer noch schön. Wenn der Hormonspiegel schwankt, reagieren Körper und Psyche und lassen Frauen ihre Sexualität neu erleben. Das geht nicht immer ohne Turbulenzen ab. Trotzdem bleiben über 90% der Frauen sexuell aktiv.(1)

Sex in den Wechseljahren – Ohne Kondome?

Während der Menopause sinkt die Fruchtbarkeit. Die Menstruation wird unregelmäßiger und bleibt immer öfter aus. Viele Frauen verzichten deshalb vermehrt auf die Verhütung beim Sex in den Wechseljahren. Wer im Zuge dessen die Kondome weglässt, sollte sich jedoch auch der Risiken bewusst sein:

  1. Honeymoon-Zystitis

Neben körperlichen Veränderungen liegen die Wechseljahre auch oft in einer Zeit persönlicher Umbrüche. Ein neuer Partner beim Sex – und damit eine neue Keimflora – oder eine trockene Scheide können unter anderem die sogenannte  Honeymoon-Zystitis nach sich ziehen. Sie entsteht, wenn beim Sex Keime in die Harnröhre getragen werden. Diese haben dann nur noch einen kurzen Weg bis in die Blase und lösen dort eine Blasenentzündung aus.

  1. Erhöhtes Risiko sexuell übertragbarer Krankheiten

Wer sie nicht mehr für die Verhütung braucht, vergisst mitunter: Kondome schützen nicht nur vor einer Schwangerschaft. Wer sie weglässt, erhöht sein Risiko, sich sexuell übertragbare Krankheiten einzufangen.

Sex in der Menopause – Folgen der Hormonschwankungen

Während der Menopause schwankt der Östrogenspiegel stark, auch wenn er tendenziell immer weiter sinkt. Phasen mit erhöhtem Spiegel wechseln sich also mit Phasen eines niedrigen Spiegels ab. Das kann sich auf das Verlangen nach Sex in den Wechseljahren auswirken.

Lustempfinden beim Geschlechtsverkehr

Das Lustempfinden findet auch beim Sex in der Menopause vor allem im Kopf statt. Wenn Sie also plötzlich weniger Lust verspüren, ist das nicht der sinkende Östrogenspiegel, der sich meldet. Vielleicht verleiden Ihnen körperliche Veränderung wie eine zunehmende Trockenheit der Scheide den Genuss. Vielleicht haben sich aber auch Ihre Ansprüche und Bedürfnisse im Laufe der Jahre verändert und werden mit den aktuellen Praktiken nicht mehr (so gut) erfüllt. Schauen Sie also ruhig mit Ihrem Partner, ob sich das intime Miteinander in eine neue Richtung entwickeln sollte.

Wenn die Lust auf dem Trockenen liegt

Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst auch Haut und Schleimhäute und damit sehr direkt das weibliche Empfinden beim Sex in den Wechseljahren. Die Haut verliert an Feuchtigkeit und Elastizität. Die Schleimhäute werden dünner und sind schlechter durchblutet. Sie brauchen also mehr Zeit und Stimulation, um ausreichend Feuchtigkeit zu produzieren. Mehr Vorspiel und gezieltere Reize reichen dafür mitunter schon. Andernfalls helfen auch Gleitmittel wie wasserbasierte Gleitgele oder pflanzliche Öle – letztere nur, wenn Sie keine Latexkondome verwenden.

So haben Sie Spaß am Sex in der Menopause

Mit den Wechseljahren verändert sich der ganze Körper:

  • Die Haut verliert an Spannkraft.
  • Die ersten Falten sind nicht mehr zu leugnen.
  • Viele Frauen nehmen etwas zu.

So manche Frau hadert deshalb mit ihrer eigenen Attraktivität. Bin ich jetzt für Sex noch attraktiv? In der Menopause treibt diese Frage viele um. Darauf ein klares: „Ja!“ Für die Mehrheit der Männer bleiben ihre Partnerinnen auch dann noch attraktiv. Schließen Sie also Frieden mit diesen Veränderungen. So verhindern Sie Blockaden, die dann wirklich auf Ihr Liebesleben schlagen.

Mitunter sind reife Frauen für Männer sogar attraktiver. Sie kennen ihren Körper und ihre Bedürfnisse und können einiges an Erfahrung in die Liebe einbringen.

Erfahrung ist auch die beste Basis für neue Wege. Probieren Sie also ruhig Unbekanntes aus. Neue Stellungen, neue Spielzeuge, neue Szenarien – oder einfach mal raus aus dem Alltag. Buchen Sie zum Beispiel ein lauschiges Hotel mit sinnlichem Ambiente und Sie werden sehr schnell feststellen: Sex wird auch über die Wechseljahre hinaus nicht seinen Reiz verlieren.

(1) https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=16&aid=192871&s=Haversath (15.07.2019).


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