Urologie betrifft den Mann – und die Frau

Der Urologe ist nicht nur ein «Männerarzt»: Urologie umfasst auch die Abklärung und Behandlung von Problemen mit den Harnorganen von Mann und Frau.

Urologie – auch ein Frauenthema

Dass Urologie ein Männerthema ist wissen viele, da zum Beispiel Beschwerden im männlichen Genitalbereich oder Sexual- und Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann dazugehören. Der Urologe ist aber nicht nur ein «Männerarzt»: Das Fachgebiet umfasst die Vorsorge, Abklärung und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der männlichen Geschlechtsorgane sowie auch der Organe des Harntraktes von Mann und Frau. Somit ist der Urologe ebenso bei Problemen mit der Blase (wie Blasenschwäche, Inkontinenz oder Blasenentzündung), bei Steinleiden (Blasen-, Nieren-, Harnsteine) oder bei Tumorerkrankungen (Krebs) in diesem Bereich zuständig.

Andrologie – die männliche Gynäkologie

Das Pendant zur Frauenärztin, die für die Gynäkologie zuständig ist (bei Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes), ist der Androloge – somit tatsächlich der «Männerarzt» –  der sich mit den Störungen der Fortpflanzungsfunktionen (Sexualstörungen / Fruchtbarkeitsstörungen) und der Hormonproduktion (Testosteronmangel) des Mannes beschäftigt. Die Andrologie ist ein Teilgebiet der Urologie.

Blasenentzündung – meist ein Frauenproblem

Blasenentzündungen entstehen meist aufgrund einer aufsteigenden Infektion der kurzen weiblichen Harnröhre, wenn sich dann Bakterien in der Harnblase vermehren und Giftstoffe absondern (bakterielle Infektion).

Eine Blasenentzündung kann intensive Schmerzen im Unterbauch auslösen, wobei in der Regel ein erhöhter Drang zum Wasserlösen besteht und die Entzündung häufig ein starkes Brennen beim Urinieren verursacht. In schweren Fällen kann es sogar zu sichtbarem Blut im Urin kommen – spätestens dann sollte eine Abklärung beim Spezialisten stattfinden. Bei verspäteter Behandlung kann es zu Begleitinfektionen führen wie einer Nierenbeckenentzündung.

Mittel gegen eine Blasenentzündung können harntreibende Tees sein (z.B. Bärentraubenblätter, Brennnessel, Goldrutenkraut oder eine Tee-Mischung aus der Apotheke) sowie warme Kleidung und Preiselbeersaft. Verzichtet werden sollte hingegen auf Kaffee, Alkohol und Zitrusgetränke, weil sie die Harnwege zusätzlich reizen können.

Als Therapie werden heutzutage oft zunächst entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt und erst wenn diese nicht anschlagen, ein Antibiotikum verschrieben.

Blasenschwäche / Inkontinenz

Unter Harninkontinenz versteht man den ungewollten Urinverlust. Dies ist keine Krankheit, sondern ein Anzeichen für eine Schwäche im Bereich der Harnblase und des Beckenbodens. Die Ursachen können sehr verschieden sein, wie z.B. Störungen der Blasenfunktion, der Nerven, die die Blasenentleerung steuern, anatomische Besonderheiten, Schliessmuskelprobleme oder Medikamente.

Die Häufigkeit und das Risiko einer Inkontinenz steigen mit dem Alter und Frauen sind allgemein häufiger betroffen als Männer. Wichtig ist eine detaillierte Abklärung und Diagnostik für die Umsetzung der optimalen Therapie – dazu können Beckenbodentraining, medikamentöse oder operative Therapien, mechanische Hilfsmittel, Injektionen oder Implantationen gehören.

Blasen-, Nieren- oder Harnleitersteine

Urologische Steine können entstehen, da im Urin viele Stoffe und Mineralien gelöst sind, die bei starker Konzentration ausfällen können und zu festen Gebilden führen. Ein Stein wächst meist durch Anlagerung dieser Stoffe. Ursachen können sein: unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, falsche Ernährung, Stoffwechselstörungen, Abflussbehinderungen im Harntrakt, chronische Harnwegsinfekte, langjährige mangelhafte Blasenentleerung oder eine Verengung unterhalb der Blase.

Steine können zu starken Schmerzen (meist Koliken), Entzündungen und Harnstau führen – dann sollte umgehend ein Spezialist aufgesucht und eine entsprechende Behandlung in die Wege geleitet werden. Kleine Steine, die nicht stören und nichts verletzen, sollten beobachtet werden und können nach einiger Zeit spontan selber abgehen. Bei grösseren Steinen ist meist eine Therapie nötig, wie Zertrümmerung durch Stosswellen von aussen oder eine operative Entfernung.

Urologen-Netzwerk: Uroviva

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