Vanlife statt Altersheim: Warum Freiheit kein Verfallsdatum hat

Vanlife statt Altersheim - klingt cool und ist auch sehr bereichernd. Entdecken Sie, wie wenig Sie für ein glückliches und erfülltes Leben brauchen.
Vanlife statt Altersheim: Warum Freiheit kein Verfallsdatum hat
Flexible Wohnformen (Bild: iStock9

Vanlife statt Altersheim: Freiheit mit Aussicht

Wenn die Freiheit anklopft

Statt eines fixen Tagesplans an einem fixen Ort öffnen Sie morgens die Tür Ihres Vans, schauen auf einen See, in die Berge oder in einen Weinberg. Kaffee im Becher, Sonnenaufgang vor der Nase. Viele, die das Vanlife wählen, berichten, dass sie sich wacher und lebendiger fühlen, gerade weil der Tag nicht komplett durchorganisiert ist, sondern Raum für spontane Ideen lässt.

Wieso also nicht aus dem Vollen schöpfen! Starten Sie Ihr Abenteuer jetzt und gestalten Sie Ihr Leben, anstatt zu warten, bis nur noch das Alters- oder Pflegeheim übrigbleibt und Sie sich Chancen für ein erfülltes Leben verspielen. So können Sie sich gemütlich in das Vanlife einleben und bleiben dadurch automatisch aktiv und flexibel – auch geistig. Das hält Sie fit und auf Trab. Auch wenn es simpel klingt – es ist tatsächlich so, dass ein regelmässiger Wechsel der Umgebung und die Orientierung an neuen Orten dazu beitragen, geistig fit zu bleiben und nicht zu rosten.

Falls das Altersheim oder Pflegeheim dann wirklich einmal ein Thema wird, sind die Kosten nicht zu unterschätzen. Ein Platz in einem Alters- oder Pflegeheim kostet in der Schweiz im Durchschnitt rund  10 000 Franken pro Monat, je nach Kanton deutlich mehr oder weniger. Orientierung zu Finanzen und Lebensgestaltung finden Sie ebenfalls bei uns unter Pensionierung Finanzen

Ja klar, das Vanlife ersetzt kein Pflegeheim, wenn eine intensive Betreuung nötig ist. Aber für viele gesunde Menschen in der zweiten Lebenshälfte kann es eine absolut bereichernde Phase sein, in der Freiheit und Sicherheit neu austariert werden. Sie können Neues entdecken, flexibel sein, sich nach dem Wetter bzw. der Jahreszeit ausrichten und ganz einfach Orten folgen, die Ihnen gefallen. Das klingt doch nach einem genialen Plan!

Vanlife statt Altersheim als Lebensentwurf auf Probe

Das Besondere am Vanlife ist, dass Sie nicht sofort alles aufgeben müssen. Statt die Wohnung oder das Haus zu verkaufen, können Sie mit einem Probelauf starten. Ein gemieteter Camper für ein paar Wochen zeigt sehr schnell, ob Sie das Leben auf wenigen Quadratmetern mögen. Starten Sie und testen Sie! So finden Sie heraus, ob der geräumige Camper schlussendlich doch etwas zu gross und zu umständlich ist oder der sehr kompakte Van doch einen Ticken zu knapp ist etc. Sie werden schnell merken, was Ihnen wichtig ist und was Sie bei einem allfälligen Kauf unbeingt haben möchten oder im Gegenzug nicht brauchen. Anbieter in der Schweiz und in Deutschland bieten Langzeitmieten gerade für Menschen im Ruhestand an. Starten Sie und testen Sie! Anbieter und Inspiration für Stellplätze finden Sie beispielsweise über https://nomady.camp.

Hilfreich ist ein Drei-Stufen-Plan:

  • Stufe eins: Ein bis zwei Wochen mit einem Mietvan in vertrauter Region testen, wie Sie mit dem Schlafen, Stauraum und der Nasszelle zurechtkommen.
  • Stufe zwei: Einen Monat unterwegs sein, inklusive Alltag mit Wäsche, Arztbesuch, Einkaufen und vielleicht auch etwas Homeoffice.
  • Stufe drei: Entscheiden, ob ein eigener Van, eine längere Reise oder ein wiederkehrender Rhythmus aus Wohnsitz und Reisemonaten zu Ihnen passt.

So wird das Vanlife statt Altersheim nicht zur übereilten Flucht, sondern zu einer bewussten Entscheidung.

Falls Sie Inspiration suchen: schauen Sie sich online oder auf Social Media um. Sie werden bestimmt rasch gleichgesinnte sowie interessante Ansätze, tolle Routen, schöne Plätze, Tipps und Trickts etc. finden.

Einfach leben, klug planen

Ein mobiles Leben braucht weniger Dinge, dafür etwas mehr Struktur. Wer im Van lebt, reduziert automatisch seinen Besitz - etwa Kleidungsstücke, Küchenutensilien und Papierberge. Weniger zu Besitzen und sich von Unnötigem zu befreien, ist extrem beflügelnd und befreiend. Weniger ist mehr. Probieren Sie es! Plötzlich erkennen Sie, was Sie tatsächlich benutzen und benötigen. Und vor allem auch, was eigentlich nur unnötiger Balast ist und Sie zurück hält. Viele Vanlifer berichten, dass sie Ausgaben senken konnten, ohne auf Lebensqualität zu verzichten.

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend:

  • Gesundheit: Mit Hausärztin oder Hausarzt klären, welche Medikamente und Unterlagen Sie brauchen, wie Rezepte im Ausland organisiert werden und welche Telemedizin-Angebote für Sie passen.
  • Versicherung: Prüfen, wie lange die Grundversicherung Leistungen im Ausland übernimmt und ob eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist, besonders bei längeren Reisen.
  • Finanzen: Einen einfachen Monatsplan für das mobile Leben erstellen, der Fixkosten wie Versicherung, Sprit, Stellplätze und Rücklagen enthält.

Wer diese Basis geklärt hat, erlebt den Alltag im Van meist entspannter als erwartet.

Die praktische Seite der Freiheit

Freiheit braucht eine solide Basis. In der Schweiz müssen Sie auch als Vanlifer irgendwo gemeldet sein, Steuern zahlen und eine Postadresse führen. Oft löst man das, indem man eine kleinere Wohnung behält, ein Zimmer untervermietet oder bei vertrauten Menschen eine Administrationsadresse vereinbart. Bei einem längerfristigen Projekt lohnt sich ein Gespräch mit der Gemeinde, einer Steuerberatung und mit Fachstellen für die Alterssicherung, damit AHV, Pensionskasse und Krankenversicherung sauber laufen.

Für den Alltag unterwegs helfen drei Bausteine:

  • Stellplätze: Neben Campingplätzen gibt es in der Schweiz immer mehr einfache Stellplätze auf Bauernhöfen, bei Winzerinnen und Winzern oder über Plattformen wie Nomady, oft mit viel Ruhe und Natur statt Animation.
  • Gesundheitsnetz: Eine kleine Mappe mit Notfallnummern, Hausarztkontakt, wichtigen Befunden und einem Medikamentenplan griffbereit im Van haben.
  • Routinen: Feste Tage für das Waschen, die Routenplanung und Videoanrufe mit Familie und Freundeskreis. Das schafft Sicherheit in der Freiheit

Schlussendlich gibt es immer eine Lösung. Zerbrechen Sie sich also vorab nicht zu fest den Kopf über Eventualitäten, dessen Eintrittschancen extrem gering sind. 

Vanlife statt Altersheim als Haltung

Am Ende ist ein Vanlife statt Altersheim mehr als die Frage, wo Ihr Bett steht. Es ist eine Haltung. Sie trauen sich zu, Ihr Leben noch aktiv zu gestalten. Sie können den Rahmen selbst bestimmen, zum Beispiel mit drei Monaten unterwegs und neun Monaten in einer kleineren Wohnung. Oder mit einem Jahr auf Achse und einem anschliessenden neuen Wohnort.

Wichtig ist, dass Sie nicht versuchen, ein perfektes Social-Media-Leben nachzubauen, sondern Ihr eigenes Tempo finden. Manchen genügt es, ein bis zwei Monate pro Jahr im Van unterwegs zu sein, andere machen ihn ganz zum Zuhause. Bei allen Varianten gilt: Freiheit hat kein Verfallsdatum, solange Körper, Kopf und das Netz aus Menschen und Strukturen mitspielen.

Ihr erster Schritt darf ganz klein sein, zum Beispiel ein Wochenende im Mietbus, eine Checkliste mit offenen Fragen oder ein Gespräch mit jemandem, der diesen Weg schon geht. Aus diesen ersten Schritten kann ein Lebensabschnitt entstehen, in dem Sie morgens die Tür öffnen und denken: „Genau so wollte ich immer schon aufwachen!“


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