Wann es professionelle Hilfe braucht

Den Generationenkonflikt überwinden
Den Generationenkonflikt überwinden (Bild Tyler Nix on Unsplash)
Lieber alleine als schon wieder Streit in der Familie: Sich von der Familie zurückzuziehen, ist ein erstes Warnzeichen. Lassen Sie sich helfen, falls Sie die Situation nicht mehr überblicken.

Lassen Sie sich helfen, falls Sie die Situation nicht mehr überblicken.
Die Gründe für Familienstreits sind vielfältig. Was vielen nicht bewusst ist: Der Streit in der Familie hat oft ein ganz anderes Thema als das, worüber gesprochen wird. "Immer dieselbe Leier" ist ein Indiz für verdeckte Konflikte. Streits über Nichtigkeiten ebenfalls. Professionelle Hilfe kann verdeckte Konflikte aufdecken.

Was ist ein verdeckter Konflikt?

Die erwachsene Tochter ist zu Besuch. Sie hat ihre Tasche im Auto vergessen und möchte diese trotz der Minusgrade rasch im T-Shirt holen. Die Mutter gibt den gut gemeinten Rat: "Zieh deine Jacke an!" Es beginnt der Streit darüber, dass es gar nicht so kalt ist. Und dass es plus zwei, nicht minus zwei Grad hat.

Unter diesem sinnlosen Streit liegt folgender Konflikt: Die Tochter denkt, ihre Mutter traue ihr nicht zu, sich um sich selbst zu kümmern. Das muss nicht wahr sein. Dennoch kann der Eindruck einer Schieflage der Beziehung bestehen. Es muss nicht der Konflikt gelöst werden, ob es kalt ist. Sondern der, wie Mutter und Tochter eine Beziehung auf Augenhöhe führen können.

Beziehungen in der Familie: Auf Augenhöhe?

Keiner möchte bevormundet werden. Dennoch haben Eltern gegenüber ihren Kindern Pflichten und Rechte, solange diese minderjährig sind. Dabei ändern sich die Verhältnisse in einer Familie über die Jahre. Zunächst sind die Eltern untereinander auf Augenhöhe. Sie stehen allerdings über den Kindern, und das ältere Geschwisterkind über den jüngeren.

Verantwortungsfähigkeit, Lebenserfahrung, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind die Gründe. Mit den Jahren kippt diese Ordnung zu einer Beziehung auf Augenhöhe. Die Kinder werden erwachsen. Später kann sich das Verhältnis sogar ganz umkehren: Sind die Eltern pflegebedürftig, werden die Kinder zu Verantwortungsträgern. Das Konfliktpotential dabei ist gross. Der Hochseilakt zwischen Beschützen und Bevormunden kann Unterstützung erfordern. Eine unangemessene Schieflage der Beziehung kann durch einen Blick von aussen aufgedeckt werden. In solchen Fällen hilft eine professionelle Beratung, um die Beziehung zueinander wieder geradezurücken.

Den Generationenkonflikt überwinden

Mit dem Generationenkonflikt sind die verschiedenen Sichtweisen gemeint, die aufgrund der Zugehörigkeit zu verschiedenen Generationen aufeinanderprallen. Die Nachkriegsgeneration wurde von Hunger und Armut geprägt: Wichtig sind finanzielle Absicherung und gutes Essen. Die heutige Generation ist geprägt von Vielfalt und Klimawandel: Wichtig sind Klimaschutz und Akzeptanz. Auch sind die Probleme, denen man mit zwanzig begegnet, ganz andere als die mit fünfzig.

Die Sichtweise der anderen Generation zu erkennen, ihren Ursprung zu verstehen und in gegenseitigem Respekt Kompromisse zu finden ist nicht einfach. Professionelle Hilfe kann Wege aufzeigen, um einander zu verstehen.

Was passiert nach der Erziehung der Kinder?

Eltern erziehen ihre Kinder: Sie geben Regeln vor, erklären die Welt, versorgen, übernehmen Verantwortung. Die Aufgaben sind vielfältig und anfangs oft eine Belastung. Doch was bleibt, wenn diese weniger werden? Ist das Kind erwachsen und geht seiner Wege, entsteht manchmal eine Leere, die in Einsamkeit der Eltern mündet. Darauf können Enttäuschung, Vorwürfe und Grenzüberschreitungen folgen.

Professionelle Hilfe ist dann ratsam, wenn versäumt wurde, die Beziehung zu den Kindern auf mehr als dem Erziehungsauftrag aufzubauen. Wie man sich als Erwachsene begegnet und Gemeinsamkeiten erkennt, kann in einem geschützten, neutralen Rahmen entdeckt werden.

Wann ist der Gang zur Familientherapie notwendig?

Streits in der Familie sind normal. Professionelle Hilfe zu suchen kann jedoch nötig sein bei:

  • verdeckten Konflikten.
  • Schieflage der Beziehungen.
  • Generationskonflikten.
  • fehlenden Beziehungsgrundlagen.

 

 


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