Wenn Hund, Katze und Fisch abends auf der Matte stehen

Yoga nicht nur Symbol eines trendigen Lifestyles
Yoga nicht nur Symbol eines trendigen Lifestyles (Bild Hüsler Nest AG)
Yoga. Ist das der neue Modesport? Auf einmal machen alle Yoga. Und berichten dann, wie viel besser sie sich jetzt fühlen.

„Ich bin so entspannt!“, „Ich kann viel besser schlafen!“ und „Ich fühle mich so viel fitter!“ hört man seit Beginn des Yoga-Hypes überall. Aber kann das bisschen Stretchen und kontrolliertes Ein- und Ausatmen wirklich dafür sorgen, dass man tagsüber vitaler ist und nachts entspannt durchschläft? Was genau passiert im Körper, wenn wir Yoga machen?

Für wen Yoga nur ein übertriebener Wirbel um schlichte Gymnastikübungen mit lustigen Namen wie der „Sonnengruss“, die „Baumstellung“ oder der „Fisch“ ist, der wird hier erleuchtet. Denn Yoga ist kein vorübergehender Trendsport, der nur von Hipstern und Anhängern des neuen Öko-Lifestyles praktiziert wird. Tatsächlich handelt es sich bei Yoga um eine uralte indische Technik, mit deren Hilfe wir unseren Körper in Einklang mit unserer Umwelt bringen. Das heisst, dass die unterschiedlichen Übungen wichtige physiologische Prozesse in Gang setzen, die den zahlreichen täglichen Stressfaktoren entgegenwirken und schliesslich dazu beitragen, dass wir uns wohler fühlen. Was lange Zeit als traditionelle Heilkunst galt, ist heute genauso anerkannt wie moderne Medizin.

Studien haben nun die biologische Wirksamkeit von Yoga untersucht und die molekularen Beweise für den Wohlfühleffekt gefunden. Yoga ist wie eine innere Massage für Muskeln, Nerven und Organe. Durch die verschiedenen Bewegungsabläufe wird vor allem das sogenannte endokrine System – die Gesamtheit aller hormonproduzierenden Drüsen – stimuliert und reguliert. Yoga hilft also, unseren Hormonhaushalt wieder in Fahrt zu bringen. So wird beispielweise die Menge des Stresshormons Cortisol verringert und die Produktion von Wachstumshormon verstärkt, was besonders im Schlaf die Regeneration von Gewebe und Knochen fördert. Eine Runde Yoga am Abend erleichtert also das Einschlafen und unterstützt die nächtliche Erholung. Das Ergebnis: Am nächsten Morgen starten wir fit in den Tag.

Durch das intensive, bewusste Ein- und Ausatmen beim Yoga wird die Sauerstoffzufuhr erhöht. Sowohl einige der „tierischen“ Stellungen wie der „Herabschauende Hund“, die „Katze“ oder das „Kamel“ als auch ein einfacher Kopfstand verbessern zudem die Blutzirkulation. So werden Organe, Gehirn und Muskeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und steigern ihre Leistung. Ein leistungsfähigerer Körper kann Stress besser abpuffern und schwierigen Situationen entspannt entgegentreten. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der ein hoher Stresspegel und akuter Schlafmangel auf der Tagesordnung stehen, kann Yoga zum wahren Lebensretter werden.

Hinter Yoga und den einzelnen Bewegungsabläufen steckt mehr als es scheint. Und der Sport ist nicht nur Symbol eines trendigen Lifestyles. In Sachen Wohlbefinden bezieht Yoga im wahrsten Sinne des Wortes „Stellung“. Höchste Zeit, die Matte auszurollen und unseren Gleichgewichtssinn auf die Probe zu stellen.

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