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Weshalb Gratisspiele genau so viel Spass machen wie Bezahlspiele

Gratis spielen macht Spass

Gratis spielen macht Spass (Foto: Florian Olivo on Unsplash)

Videospiele sind aus der heutigen Zeit nicht wegzudenken. In der Unterhaltungsindustrie sind sie ein wichtiger Wirtschaftszweig und Menschen auf der ganzen Welt spielen auf PC, Konsole oder Smartphone.

Doch nicht jeder möchte sein Portemonnaie schröpfen, um in den Genuss eines guten Spiels zu kommen. Wir zeigen euch, warum man bei Gratisspielen trotzdem voll auf seine Spasskosten kommen kann.

Wo und wie kann ich Gratisspiele bekommen?
Auf nahezu jeder Plattform - PC, Konsole oder mobiles Endgerät - lassen sich zahlreiche Gratisspiele (Free2play-Spiele) entdecken. Die Genre sind dabei sehr breit gefächert: Es gibt die lockere Rätsel- und Puzzlespiele, um sich die Langeweile entspannt zu vertreiben.

Racinggames oder Jump'n'Runs testen deine Fingerfertigkeit, Rollenspiele oder taktische Strategietitel fordern Zeit und Motivation. Und alles gilt sowohl für Einzelgänger, die alleine ein Spiel genießen wollen, als auch jene Gamer, die gemeinsam oder gegeneinander ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollen.

Gratisspiele im Fokus der Öffentlichkeit
Doch Gratisspiele haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie mehr sind als ein bloßer Zusatz zur bereits sehr breiten Palette von Videospielen auf dem Markt.

Der Erfolg der Puzzlespiele Angry Birds von Rovio Entertainment kam unerwartet. 2009 erstmals für iPhones veröffentlicht, begann die grosse Popularität mit dem Release auf Android-Geräten, wo das Spiel kostenlos angeboten wurde.

Das Spielprinzip ist einfach: Über ein Katapult schiesst der einen Vogel, der bestimmte Flug- und Krafteigenschaften hat, auf böse, grüne Schweine, die den Vögeln die Eier gestohlen haben. Je grösser die Zerstörung, desto erfolgreicher war der Spieler.

Mehr brauchte es bei Angry Birds nicht, um eine große Popularität auszulösen. Auf Konsole waren die Spiele wieder kostenpflichtig und Jahre später folgten Animationsfilme aus Hollywood.

Diese Popularität besass das Pokémon-Franchise sicherlich schon lange, bevor Pokémon GO auf den Markt kam. Entwickler Niantic gelang es allerdings, das einfache Spielprinzip derart zu adaptieren, dass die Stärken von Smartphones zur Geltung kamen.

Heraus kam ein Spiel, bei dem Spieler nicht nur den Spass am Sammeln der Originalspiele erleben konnten, sondern zugleich auf Entdeckungsreise durch die Welt gehen mussten. Da sage man nochmal, Videospiele würden nur Stubenhocker erzeugen.

Ein weiterer Aspekt, der manche Gratisspiele von seinen kostenpflichtigen Brüdern und Schwestern abhebt, ist der soziale Faktor. In den vergangenen Jahren stieg die Popularität des sogenannten eSports, Turniere nach dem Vorbild sportlicher Turniere mit Videospielen als zentralem Austragungsort.

So wurde auch das einstmals kostenpflichtige Counter Strike: Global Offense nachträglich kostenlos angeboten, um allen Fans des eSports das Spiel zur Verfügung stellen zu können. Und das MOBA League of Legends füllt ebenso die Zuschauerränge wie das kostenpflichtige FIFA im eSport oder dessen reale Vorbilder auf dem Fußballplatz.

Ein Genre, was allerdings stark vom freien Kostenfaktor profitiert hat, sind die sogenannten Battle Royale-Spiele. In diesen treten teilweise hundert Spieler in einer Arena gegeneinander an und wer am Ende übrig bleibt, ist der Sieger.

Während Player Unknown Battlegrounds dieses Spielprinzip salonfähig gemacht hat, haben die Gratisspiele Fortnite: Battle Royale und Apex Legends nicht nur wegen ihres Spielprinzips, sondern auch der großen Zahl an Spielern, die ihre Gefechte ins Internet gestreamt haben, ein Massenphänomen ausgelöst.

Kostenfalle Free2play
Doch die Entwickler der Gratisspiele sind keine heiligen Gönner, die euch nur Spass bereiten wollen. Auch diese Menschen wollen mit ihrem Produkt Geld verdienen und manche Gratisspiele machen dies mehr, mal weniger offensichtlich.

Einige Spiele sind so gestaltet, dass ohne bezahlbare Verbesserungen kein Fortschritt zu erkennen ist. Wieder andere profitieren von verknappten Ressourcen, die man mit Geld auffüllen kann, oder der Popularität ihrer Marke für kostenpflichtige Kostüme.

Wenn man Spass mit Free2play-Titeln haben will, sollte man genau schauen, wie das Spiel diese Bezahlinhalte einbindet. Sonst kann der Spass schneller vorbei sein oder mehr Geld investiert werden, als dem Spieler lieb ist.