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GEDÄCHTNIS

Wie Sie sich Dinge besser merken können

Mit den richtigen Tipps kann jeder sein Gedächtnis trainieren.

Johannes Mallow kann sich die Reihenfolge von 52 Spielkarten in weniger als 20 Sekunden einprägen und merkt sich in fünf Minuten mehr als 130 historische Daten. Wie macht er das?

Der 36-Jährige ist mehrfacher deutscher Gedächtnismeister und hat 2012 sogar den Weltmeistertitel geholt. Mit seinen Tipps kann jeder seine Techniken im Alltag nutzen und sein Gedächtnis verbessern.

Eine Methode ist zum Beispiel, sich Dinge bildlich vorzustellen:Will man sich etwas merken, dann soll man versuchen, eine kleine verrückte Geschichte daraus zu machen. Weil diese bildlichen Geschichten etwas ganz Besonderes für das Gehirn sind – es merkt sie sich eigentlich schon fast automatisch.

Schwieriger sind Zahlen wie beispielsweise Geburtstage, denn dazu haben wir keine Bilder im Kopf. Mallow rät deshalb, sich selbst eines dazu auszudenken. Eine "2" sieht zum Beispiel aus wie ein Schwan, die "1" sieht aus wie eine Kerze. Und wenn jetzt jemand am 21. Geburtstag hat, dann kann man sich vorstellen, dass der Schwan eine Kerze auf dem Rücken trägt.

Oder die "9" erinnert an einen Luftballon. Man kann versuchen, aus den abstrakten Zahlen ein Bild zu machen. Derjenige der am 9. Dezember Geburtstag hat, hat dann einen Luftballon in der Hand, in diesem Luftballon ist eine Kerze und die wird vom Schwan gegessen: 9-1-2, der 09.12.

Der jonglierende Thomas 

Für viele sind Namen besonders schwierig zu merken. Aber auch da funktioniert der Trick mit den imaginären Bildern. Bei dem Namen Andreas wäre das zum Beispiel ein Andreaskreuz, das er auf dem Kopf trägt. Bei einem Thomas, kann man sich einfach vorstellen, wie dieser mit Tomaten jongliert. Das Prinzip ist immer das gleiche: aus dem Abstrakten sollen Bilder gemacht werden. 

Auch für den Alltag kennt Mallow spannende Tricks. Eine Einkaufsliste für Spaghetti beispielsweise lässt sich mithilfe des Körpers merken. Braucht man fünf Sachen für die Spaghetti, wählt man fünf Punkte am Körper aus: Die Haare. Die Augen. Die Nase. Den Mund. Das Kinn. Dann fängt man mit den Tomaten an und stellt sich vor, wie man die Tomaten auf den Haaren zermanscht. Nummer zwei sind die Spaghetti. Damit verbindet man sich in seiner Vorstellung die Augen.

Jetzt kommt die Nase. Da merkt man sich den Knoblauch und stellt sich vor, wie stark er riecht. Nummer vier: der Mund und das Olivenöl. Dazu stellt man sich vor, wie man mit dem Olivenöl die Zähne putzt und gurgelt. An fünfter Stelle kommt das Kinn und das soll helfen, an den Rotwein zu denken. Dazu stellt man sich vor, wie die Rotweinflasche an einem Faden hängt und einen nach unten zieht. 

Steht man im Laden und versucht, sich an die Liste zu erinnern, geht man von den Haaren zu den Augen, zur Nase, zum Mund und zum Kinn und erinnert sich einfacher an die Zutaten.

Die Loci-Methode

Einen andere Möglichkeit sein Gedächtnis zu trainieren, ist die Loci-Methode. Dabei handelt es sich um eine Lernmethode, bei der die Inhalte in eine fiktive Struktur eingeordnet werden. Dabei verknüpft man gedanklich die einzuprägenden Stichworte mit Gegenständen in einem bestimmten Raum oder an einem bestimmten Platz (Loci = lateinisch für Ort).

Am besten eignen sich dafür gewohnte Umgebungen, wie das eigene Wohnzimmer, der Arbeitsweg oder bekannte öffentliche Plätze. Man ordnet jedem Objekt im Raum einen zu lernenden Begriff zu. Um die Wörter dann wiedergeben zu können, wird im Kopf eine Route gegangen und Schritt für Schritt die einzelnen Elemente im Raum mit ihren Lerninhalten aufgezählt. 

Auch das Gesicht kann als Route genutzt werden, um von dem Haaransatz bis zum Kinn Lernstoff zuzuordnen.