Sparplan oder Einmalanlage? – langfristig vorsorgen

In jungen Jahren für das Alter vorsorgen!
In jungen Jahren für das Alter vorsorgen! (Photo by bruce mars on Unsplash)
Die Zinsen liegen schon seit Jahren am Boden. Traditionelle Formen des langfristigen Vermögensaufbaus bringen kaum noch Rendite, angesichts der Inflation wird damit sogar Geld verbrannt.

Deshalb treten Aktien und Wertpapiere immer mehr in den Vordergrund, wenn es darum geht, die Zukunft der Nachkommen abzusichern oder die eigene Altersversorgung aufzupeppen.

Nun ist nicht jedermann ein Börsenguru und das Traden auf dem virtuellen Parkett verlangt eine intensive Beschäftigung mit dem Finanzgeschehen. Nicht jeder hat die Zeit oder die Lust, täglich die Börsennachrichten zu verfolgen. Für diese Menschen werden zwei Anlageformen interessant. Wer einen langfristigen Vermögensaufbau mit Wertpapieren ins Auge fasst, der kann das mit einer Einmalzahlung oder über einen Aktiensparplan für die Altersvorsorge tun. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Aktiensparplan, was ist das?

Grundsätzlich ähnelt der Aktiensparplan dem eines herkömmlichen Sparplanes, bei dem ein Sparvertrag mit der Bank abgeschlossen wird. Es wird vereinbart, welcher Geldbetrag in welchen Zeitabständen über einen festgesetzten Zeitraum eingezahlt werden soll. Beim Aktiensparplan werden von den Einzahlungen Wertpapiere gekauft. Anstatt Zinsen erhält der Sparer Dividenden, welche entweder zur freien Verfügung stehen oder zu weiteren Käufen genutzt werden können. Zudem kann von Kurssteigerungen profitiert werden. Dabei entscheidet der Sparer selbst, welche Wertpapiere er mit einem monatlichen Festbetrag kaufen möchte. Es gilt jedoch zu beachten, dass nicht alle Wertpapiere sparplanfähig sind.

Bei Aktiensparplänen wird nicht nach Stückzahlen eingekauft. Ist eine Aktie z. B. 100 SFR wert, die monatliche Rate beträgt aber nur 50 SFR, wird dem Sparer demnach nur eine halbe Aktie gutgeschrieben. Experten raten deshalb zu Fondssparplänen oder gar zu ETFs (Exchange Traded Funds). Bei ersteren werden Anteile an einem Fonds gekauft, der wiederum in Aktien investiert. Mit dieser Art der Anlage wird sowohl vom Fachwissen des Fondsmanagers als auch von der Risikostreuung profitiert. Eine Spielart des Fondssparplanes stellt der ETF-Sparplan dar. Dabei wird in einen kompletten Index investiert wie z. B. den SIX Swiss Exchange oder den DAX (Deutscher Aktien Index).

Was bedeutet Einmalanlage?

Hier wird einmalig ein grösserer Betrag an der Börse investiert. Dies kann wie beim Aktiensparplan in Einzelaktien, Fonds oder ETFs geschehen. Entscheidend ist dabei, den richtigen Zeitpunkt des Einstiegs und des Ausstiegs zu finden. Das exakte Timing beeinflusst den Ertrag des Investments.

So lautet eine Börsenregel, dass im Bärenmarkt gekauft werden soll. Die Hoffnung dabei ist, dass die Wertpapiere günstig erworben werden können. Dem gegenüber steht allerdings eine weitere Regel, die besagt, dass niemand ins „fallende Messer“ greifen solle. Der Begriff beschreibt das Szenario, das auch fallende Kurs noch weiter fallen können und eine Rendite somit in die Zukunft verschoben wird, wenn sich die Kurse wieder erholen. Bis dahin können Monate bis Jahre vergehen.

Aktiensparplan oder Einmalanlage?

Die Antwort auf diese Frage liegt irgendwo in der Mitte und ist auch der individuellen Situation des Betreffenden geschuldet. Experten für Finanzen propagieren in der Regel den Sparplan. Anlagen mit dem Hintergrund des Vermögensaufbaus lohnen sich üblicherweise nur, wenn in jungen Jahren damit begonnen wird. In dieser Altersstufe haben die Interessenten aber im seltensten Falle Summen von 5.000, 10.000 oder 20.000 SFR übrig, um sie in die Altersvorsorge zu stecken. Monatlich 50 oder 100 SFR zu sparen ist daher das realistischere Ziel. Ein Aktiensparplan hat weiterhin den Vorteil, unabhängig von Kursschwankungen zu bleiben. Bei niedrigem Kurs erhält man einfach entsprechend mehr Anteile, in Hausse-Zeiten werden weniger Anteile gutgeschrieben.

Bei einer Einmalanlage wird selten der beste Zeitpunkt zum Einstieg erwischt, können diesen doch nicht mal Insider vorhersagen. Doch auch diese Form des Vermögensaufbaus hat ihre Vorteile. Wenn die Möglichkeit besteht, etwa durch eine Erbschaft einen grösseren Betrag anlegen zu können, dann sollte zugegriffen werden. Je mehr Geld investiert wird, desto mehr wird vom Zinseszinseffekt profitiert und umso schneller wachsen die Erträge. Deshalb dürfte die beste Taktik darin bestehen, beide Anlageformen zu mischen. Zu Beginn kann mit einem Aktiensparplan begonnen werden und sobald grössere Beträge zur Verfügung stehen, werden diese als Einmalanlage investiert, wenn die Situation günstig erscheint.

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