Meisterwerke der modernen Fotografie von MoMA               

Das MASI Lugano zeigt vom 25. April bis zum 1. August 2021 erstmals in Europa die Sammlung Thomas Walther des Museum of Modern Art, New York.

Die einzigartige Auswahl von über zweihundert Glanzstücken der Fotografie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt, wie Fotografinnen und Fotografen jener Jahrzehnte dank ihrer Experimentierfreude und Kreativität die Grenzen des fotografischen Ausdrucksvermögens immer wieder sprengten und die Fotografie zum wichtigsten visuellen Gestaltungsmittel unserer Gegenwart werden liessen.

Nie wurden die kreativen Möglichkeiten der Fotografie so intensiv und fruchtbar erforscht wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Fotografinnen und Fotografen, aber auch viele bildende Künstler in Europa und in den USA  experimentierten mit grenzenloser Entdeckungsfreude mit dem immer noch neuen Medium. Sie erfanden und entwickelten die stilbildenden Techniken und Methoden, welche bis heute die Grundlage ambitionierter fotografischer Gestaltung bilden. Dies gilt nicht nur für die Anwendungen der Fotografie in Reportage, Architektur-, Mode- und Werbefotografie, insbesondere der Einsatz fotografischer Mittel in der bildenden Kunst erlebte in diesen Jahrzehnten eine prachtvolle Blüte.

Die Auswahl von über 200 Fotografien aus der Thomas Walther Collection des Museum of Modern Art, New York, welche vom MASI zum ersten Mal in Europa präsentiert wird, bietet eine einmalige und unübertreffliche Übersicht über diese Entwicklung. Der Sammler Thomas Walther spürte in den Jahren zwischen 1977 und 1997 die besten überhaupt noch existierenden historischen Abzüge der wichtigsten Künstlerinnen und Künstler der modernistischen Bewegungen sowie vieler vergessener Fotografinnen und Fotografen der Zeit vor dem 2. Weltkrieg auf und vereinte sie in einer weltweit einmaligen Kollektion, die vom MoMA in den Jahren 2001 und 2017 erworben werden konnte.

Ob auf der Strasse, in der Landschaft oder im Studio entstanden, ob für die historisch bedeutsamsten Ausstellungen oder Publikationen der künstlerischen Avantgarden hergestellt: Die Werke lassen auf einmalige Weise erfahren, durch welch radikale Neuerungen die bedeutendsten Fotografinnen und Fotografen jener Zeit das moderne Sehen definierten und erforschten. Die Ausstellung zeigt ikonische Bilder der amerikanischen (Alfred Stieglitz, Edward Steichen, Paul Strand, Walker Evans, Edward Weston) und europäischen (Karl Blossfeldt, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, André Kertész, August Sander) Klassiker der Moderne. Besonders unterstreicht die Sammlung Walther die zentrale Rolle der Frauen in der frühen modernen Fotografie mit Werken von Berenice Abbott, Marianne Breslauer, Claude Cahun, Lore Feininger, Florence Henri, Irene Hoffmann, Lotte Jacobi, Lee Miller, Tina Modotti, Germaine Krull, Lucia Moholy und vielen anderen. Die Ausstellung lässt mit Meisterwerken der Fotografie des Bauhaus (El Lissitzky, Lucia Moholy, László Moholy-Nagy), des Konstruktivismus (Aleksandr Rodchenko, El Lissitzky) und des Surrealismus (Man Ray, Maurice Tabard, Raoul Ubac) und von mehr als hundert weiteren Vertreterinnen und Vertretern der fotografischen Avantgarden der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts erfahren, wie sich die Fotografie ihre zentrale Position im Feld der visuellen Künste errungen hat.

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung erschient bei Silvana Editoriale, Milano, ein Katalog in englischer und in italienischer Sprache. Er enthält einen Essay von Sarah Meister, Kuratorin am Department of Photography des MoMA, einleitende Erläuterungen zu den einzelnen Kapiteln der Ausstellung sowie sowie Abbildungen der ausgestellten Werke.  

 

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