Mit autogenem Training die inneren Kräfte trainieren

Innere Kräfte wecken durch Autogenes Training
Innere Kräfte wecken durch Autogenes Training (Bild Simon Rae on Unsplash)
Autogenes Training zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Verfahren, um innere Kräfte der Selbstheilung und Entspannung zu aktivieren.

Ständige Anspannung, Leistungsdruck, Stress und Konflikte mit Mitmenschen - das sorgt bei vielen Menschen für enorme psychische und körperliche Belastungen. Autogenes Training ist ein Verfahren, das jeder einsetzen kann, um sich selbst wieder zur Ruhe zu bringen und tiefe Entspannung zu erfahren. Es ist leicht zu lernen, und seine Wirksamkeit ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.

Autogenes Training führt von der Stressreaktion zu tiefer Entspannung

Beim Autogenen Training lernen Sie, mit Hilfe von Konzentration auf Körperwahrnehmung und Suggestionsformeln innere Prozesse - Herzschlag, Atmung, Muskelspannung - wirkungsvoll zu beeinflussen. Die Stressreaktion ist ein automatisch ablaufendes biologisches Programm, das in Gang gesetzt wird, wenn wir uns bedroht, hilflos oder überfordert fühlen. Auch Wut und Ärger können eine Stressreaktion auslösen. Bei einer Stressreaktion kommt es unwillkürlich zu Veränderungen im Körper:

  • die Herzschlagrate steigt,
  • die Atmung wird flacher und schneller,
  • Muskeln spannen sich an (um besser kämpfen oder fliehen zu können).

Passiert dies allzu oft oder hält eine Stressbelastung zu lange an, können viele Organsysteme dadurch geschädigt werden. AT wird daher oft eingesetzt, damit es gar nicht erst zu stressbedingten Erkrankungen kommt. Die Entspannungsreaktion, die beim Autogenen Training eintritt, ist der Stressreaktion genau entgegengesetzt:

  • der Puls verlangsamt sich;
  • eine Ruheatmung tritt ein;
  • Muskeln entspannen sich.

Durch die Entspannungsreaktion kommt der Körper wieder ins Gleichgewicht und baut Stress ab. So kann das Autogene Training dazu beitragen, Stresserkrankungen zu vermeiden und das Wohlbefinden zu bewahren.

Innere Kräfte wecken durch Autogenes Training

Innere Kräfte wie unser Immunsystem, unsere Selbstheilungskräfte, unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit hängen stark davon ab, ob wir mit Stressbelastungen richtig umgehen. AT soll im Idealfall eine lebenslange Gewohnheit werden wie das Zähneputzen. Und wer regelmässig übt, merkt oft, dass man nicht nur gelassener mit Alltagsbelastungen umgeht, sondern auch ausgeglichener, konzentrierter und weniger anfällig für Infektionen ist. Gleichzeitig sorgt der harmonische Wechsel zwischen Phasen von Anstrengung und tiefer Entspannung dafür, dass die inneren Organe ihrer Tätigkeit besser nachkommen können. So hat regelmässiges Autogenes Training auch einen positiven Einfluss auf den Schlaf- und Wachrhythmus, das allgemeine Wohlbefinden, die Verdauung, die Leber- und Nierenfunktion und das hormonelle Gleichgewicht des Körpers.

Autogenes Training in der Medizin und Psychologie

AT kann unterstützend bei einer Vielzahl von Störungen und Erkrankungen eingesetzt werden, zum Beispiel:

  • Spannungskopfschmerzen und Migräne,
  • Ohrgeräusche (Tinnitus),
  • chronische Schmerzerkrankungen,
  • Nervosität und Angststörungen,
  • psychosomatische Erkrankungen,
  • Schlafstörungen,
  • cranio-mandibuläre Dysfunktion und Schnarchen.

So hat Autogenes Training inzwischen längst seinen Platz im Gesundheitswesen gefunden - sowohl in der Vorbeugung als auch in der Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen.

Wo kann man Autogenes Training lernen?

Kurse in Autogenem Training finden oft in Volkshochschulen, Kultur- und Gemeindezentren und Einrichtungen der Erwachsenenbildung statt. Auch psychologische Beratungseinrichtungen, psychologische Praxen oder Physiotherapiepraxen bieten oft Kurse an.

Wie lange dauert es, Autogenes Training zu lernen?

Ein Kurs sollte über mehrere Wochen laufen, da der Kursleiter nur so effektiv Hilfestellung bei Problemen oder Fragen geben kann. Ein typisches Kursformat ist zum Beispiel 6 x 90 Minuten oder 8 x 60 Minuten bei einem Termin pro Woche. Entscheidend ist jedoch, dass Sie zwischen den Kursterminen selbstständig zuhause üben.

Wer bezahlt Autogenes Training?

In Deutschland können Krankenversicherte einen Zuschuss von bis zu 80% der Kurskosten erhalten, wenn der Kurs als Präventionskurs zertifiziert ist. Je nach Krankenkasse kann die Höhe der Zuschüsse unterschiedlich ausfallen. In der Schweiz gehört Stressprävention durch Autogenes Training nicht zur Grundversorgung, kann aber durch eine Zusatzversicherung (Leistungen zur Entspannung und Prävention) abgedeckt werden.

Warum soll man Autogenes Training nicht durch Bücher, CDs oder Videos lernen?

Lernmedien oder Online-Videos können einen guten Einstieg ins Autogene Training bieten. Oft fehlt jedoch der Anreiz, auch tatsächlich regelmässig zu üben, und Sie können weder einem Kursleiter Fragen stellen noch Feedback erhalten, ob Sie alles richtig machen. In Gruppen macht das Lernen nicht nur mehr Spass, sondern man profitiert auch von den Erfahrungen und Rückmeldungen der anderen Teilnehmer.

 

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