Wie wärs mit Geige oder einem Tanzkurs?

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Ein Musikinstrument spielen zu lernen geht auch im Alter - es dauert einfach länger (Bild: Fotolia)
Wenn man beim Memory-Spiel von den Enkeln geschlagen wird, macht man sich Gedanken. Dabei sollte niemand den Kopf hängen lassen.

Lesen Sie einige Fragen und Antworten zu den Veränderungen, die das Leben mit sich bringt:

Wurde der Ausdruck Altersweisheit nur erfunden, um den Senioren Trost zu spenden?

So etwas wie Altersweisheit ist tatsächlich weit verbreitet. Es ist sonst nicht zu erklären, weshalb ältere Menschen trotz zunehmender Beschwerden immer zufriedener werden. Ältere Menschen schildern ein aktuell wesentlich ausgeprägteres Glücklichsein als in jüngeren Jahren, obwohl sie damals viel häufiger positive Erlebnisse hatten. Mit weniger zufrieden sein und Unangenehmes besser verarbeiten können ist also ein Ausdruck von Altersweisheit.

Gibt es einen idealen Lebensabschnitt, um Gewicht zu verlieren?

Abnehmen kann man in jedem Alter. Wenn man jung und fit ist, geht es aber sicher einfacher. Ab 50 wird es schwieriger, weil der Grundumsatz, also der Energieverbrauch im Ruhezustand, aufgrund der abnehmenden Muskelmasse spürbar sinkt. Normal ist zudem, dass Männer ab etwa 65 und Frauen ab etwa 70 oft langsam an Gewicht verlieren, weil sie Muskelmasse verlieren und sie wenige Appetit haben.

Kann auch die Generation 50plus noch lernen, Ballett zu tanzen oder Tennis zu spielen?

Ja. Auch im Alter können alle koordinativen Fähigkeiten noch gefordert und gefördert werden, allerdings benötigt es etwas mehr Zeit. Der Einstieg fällt leichter, wenn man zuvor schon ähnliche Sportarten ausgeübt hat, weil dann eine vergleichbare Bewegungserfahrung vorhanden ist. 

Verändert sich der Geschmackssinn im Laufe des Lebens?

Unsere Geschmackspapillen sind wie alle unsere Körperzellen während des ganzen Lebens Erneuerungen unterworfen. Im jungen Alter werden sie in der Regel schneller erneuert als ins späteren Lebensphasen. Das führt bei vielen Menschen ab 60 zu einer Abnahme der Geschmacks-, aber auch der Geruchsempfindung, was individuell oft durch verstärktes Würzen mit Salz oder Zucker kompensiert wird.

Retardiert man im Alter wieder zum Kind, was das emotionale Empfinden betrifft?

Nein, diese Aussage ist sowohl unzutreffend wie diskriminierend. Aus der psychologischen Forschung weiss man, dass die Persönlichkeit eines Menschen ziemlich zeitstabil ist. Allenfalls wird man mit zunehmendem Alter immer mehr sich selbst, lässt unterdrückte Aspekte des Selbst also vermehrt zu und relativiert zunehmend äussere Standards und Zwänge.

Wie stehts mit Klavierspielen lernen im Alter?

Ältere Menschen lernen anders, brauchen mehr Zeit und eine ihnen angepasste Umgebung, etwa Noten in grosser Schrift und eine methodisch flexible Lehrperson. Übt der hochmotivierte Späteinsteiger aber regelmässig, stehen die Chancen gut. Nach 20 Minuten Klavier üben werden bei erwachsenen Anfängern Nervenzellenverbände in den Hörrinden und den sensomotorischen Hirnarealen gekoppelt und archiviert, was bedeutet, dass sich die musikalische Aktualität positiv auf andere Denkfertigkeiten auswirkt.

In welchem Alter lernt man am besten Fremdsprachen?

Im Prinzip so früh wie möglich, also als Kleinkind. In späteren Jahren fällt einem in der Regel die exakte Aussprache und damit das akzentarme Sprechen immer schwerer. Eine Drittsprache lernt man leichter, wenn sie ähnliche Wörter wie die Zweitsprache aufweist, wie etwa im Falle von Englisch und Französisch.

Wie gut funktioniert das Hirn im Altern noch?

Im Alter von 20 bis 30 Jahren beginnen sich das Kurzzeitgedächtnis und die Verarbeitung von Sinnesleistungen zu verlangsamen. Ab 60 nehmen zwar unsere Sinnesleistungen und Verarbeitungsprozesse weiter ab, dafür nehmen Fähigkeiten wie Sprachfähigkeit weiterhin zu.

 


 

 

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