Superpille für Senioren vorerst gescheitert

Der Weg zu einem langen, gesunden Leben für alle ist noch weit.
Die Idee ist faszinierend: Eine einzige Pille soll Blutdruck und Blutfettwerte in Schach halten und damit Tausende Todesfälle verhindern. Ältere Menschen sollten diese "Polypille" generell vorbeugend bekommen, so der Gedanke. Doch eine Studie zeigt jetzt, dass das nicht funktioniert, wie die Ärztezeitung berichtet.

Die Idee der Polypille wurde von britischen Wissenschaftlern entwickelt. Sie sieht vor, dass ältere Menschen vorbeugend eine Kombination aus Blutdrucksenkern, Statinen und Aspirinbekommen, um das Herzinfarktrisiko zu senken.

In der sogenannten HOPE-3-Studie untersuchten Wissenschaftler an 228 Zentren in 21 Ländern, wie sich die Einnahme der Polypille auf das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, auswirkt. Daran nahmen laut Ärztezeitung mehr als 12.700 Menschen teil.

Die Teilnehmer der Studie waren ausnahmslos über 55 Jahre alt, die Frauen überwiegend über 65 Jahre. Sie hatten alle ein moderat erhöhtes Herzkreislaufrisiko: Entweder waren sie Raucher, übergewichtig oder sie hatten ungünstige Blutfett- beziehungsweise Blutzuckerwerte.

Nach durchschnittlich 5,6 Jahren untersuchten die Wissenschaftler, ob die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle durch die Einnahme der Polypille gegenüber einer Vergleichsgruppe gesenkt wurde. Doch das war nicht der Fall. Lediglich bei Patienten, die zu Beginn der Studie einen erhöhten Blutdruck hatten, sank das Risiko.

Die Hochdruckliga äussert sich wenig überrascht über die Ergebnisse. "Seit langem steht fest, dass eine Blutdruck-Senkung nur bei erhöhten Werten sinnvoll ist", sagte Vorstandsvorsitzener Professor Martin Hausberg laut Ärztezeitung. "Bei normalen Blutdruckwerten kann die Einnahme von Antihypertensiva sogar schaden."


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