Wie oft 50plus sich lieben sollten

Liebesleben, Beziehung, Intimität, Zärtlichkeit
Wie häufig sollten 50plus Intimität haben? Finden Sie das eine merkwürdige Frage? (Bild: Fotolia)
Ist unser Liebesleben normal? Das wollen fast alle Paare wissen, die zu einem Therapeuten gehen. Sie wollen wissen, ob sie genug miteinander schlafen.

Und ob der Partner recht hat, wenn er mehr Liebesleben fordert. Häufig glauben sie, dass sie im Bett total andere Dinge machen sollten. Eine Antwort zu geben ist nicht einfach. Wir geben deshalb fünf.

Was Therapeuten dann normalerweise sagen: «Vergesst das Wort normal. Es führt zu nichts. Das Liebesleben ist nicht normiert.» Das Wichtigste ist Empathie für den Partner. Man muss akzeptieren, was er von der Liebe in der Partnerschaft erwartet. Die Vorstellungen dazu können leider sehr weit auseinandergehen.

Einige Beispiele und Hinweise aus der Praxis:

1. Denken Sie nicht dauernd darüber nach, wie häufig es andere Paare tun.

Jedes Paar hat seine Gewohnheiten. Ein sehr aktives Liebesleben ist nicht für jedes Paar richtig. Wenn aber während Jahren dreimal die Woche Sex üblich war für ein Paar und es nun nur noch einmal pro Woche gibt, muss man darüber sprechen. Vor allem darüber, ob das mit den dreimal pro Woche überhaupt so war oder nur Wunschdenken. Paare, die angeben, jede Woche gleichviel Beischlaf zu haben, flunkern in der Regel. Solche Ansagen, überhaupt Zahlen und Statistiken, setzen Paare unter Druck.

2. Was jetzt gut für ein Paar ist, kann in ein paar Jahren falsch sein.

Statt eine nationale Durchschnittsbeischlafquote zu suchen und sich selbst mit ihr zu vergleichen, wäre es viel besser, herauszufinden, wie viel Liebesleben Sie selbst eigentlich wollen an dem Punkt, an dem Sie im Leben gerade stehen. Sind Sie dauernd mit Enkeln beschäftigt? Fühlen Sie sich fit und gesund? Finden Sie Ihren Partner noch anziehend? Ihr gemeinsames Liebesleben ist ein dauerndes Navigieren zwischen Ihrer Lust, den zeitlichen Möglichkeiten, Ihrer Energie und dem gegenseitigen Wunsch, den Beischlaf einer anderen Beschäftigung vorzuziehen. Häufige Gespräche über die Partnerschaft und viel Zärtlichkeit im Alltag sind das beste Rezept für eine befriedigende Partnerschaft.

3. Verlieren Sie nicht die Hoffnung, wenn Sie in der Partnerschaft Derjenige oder Diejenige mit dem stärkeren Trieb sind.

Jemand muss den Anfang machen und das Liebesleben pflegen wollen. Sonst enden Sie unter Umständen in einer Sackgasse. Beischlaf ist nicht immer spontan. Manchmal braucht es eine Aufwärmphase mit Zärtlichkeit und Nähe. Manchmal entwickelt sich die grosse Leidenschaft nicht am Anfang, sondern während des Aktes. Das Paar muss sich bewusst sein, dass man Leidenschaft erst entwickeln muss. Mit Küssen, Tanzen, erotischer Literatur oder Filmen. Man muss sich darauf einlassen - und dann sehen, wohin es führt.

4. Wenn Sie der Partner mit dem kleineren Trieb sind, dann forschen Sie mal nach dem Grund.

Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, wenn man weniger Lust hat. Solche Unterschiede sind in Partnerschaften weit verbreitet. Falls Sie aber etwas ändern wollen, müssen Sie den Dingen auf den Grund gehen. Es kann sein, dass Sie physische oder hormonelle Veränderungen spüren und Geschlechtsverkehr Sie schmerzt. Oder Sie sind einfach der immer gleichen Prozedur im Schlafzimmer überdrüssig. Oder der Druck Ihres Partners nimmt Ihnen jede Lust. Sie fühlen sich ihm verpflichtet. Nur ist Pflicht ganz sicher ein Lustkiller.

5. Guter Beischlaf kann nicht quantifiziert werden.

Denken Sie danach nicht daran, ob es andere Paare besser machen. Seien Sie proaktiv: Fragen Sie Ihren Partner, was er im Bett tun möchte. Probieren Sie neue Dinge aus. Lachen Sie auch mal im Bett, masturbieren Sie. Vereinbaren Sie eine offene Beziehung, wenn beiden danach ist. Aber sprechen Sie darüber. Machen Sie nicht die Faust im Sack. Das Geheimnis eines guten Liebeslebens ist nicht nur, zu bekommen, was man will, sondern auch zu geben, was der Partner liebt.

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