Wie man Kinder auf eine Scheidung vorbereitet

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Die Bedeutung für Scheidungskinder (Bild Fotolia)
Es ist ein Trugschluss, dass nur kleine Kinder unter den Folgen der Trennung leiden. Das Weltbild der erwachsenen Kinder kann ebenso ins Wanken kommen.

Was spricht für eine Vorbereitung von erwachsenen Kindern auf die Scheidung der Eltern?

  • es hilft den Kindern dabei, die eigene Ehe nicht infrage zu stellen
  • es signalisiert Zusammenhalt, weil die Eltern sich um Aufklärung bemühen
  • Eltern halten ihre Vorbildfunktion aufrecht

Warum sollten auch erwachsene Kinder auf die Scheidung vorbereitet werden?

Eltern sind den Kindern fortwährend Vorbild, unabhängig vom Alter.

Wie ist es möglich, erwachsene Scheidungskinder auf die Trennung vorzubereiten?

Idealerweise partizipieren beide Elternteile an der Vorbereitung. Vor allem Sachlichkeit ist wichtig und die Eltern sollten keinesfalls Konflikte vor den Kindern austragen oder besprechen. Bei aller Sachlichkeit sind Tränen und Emotionen nicht verboten. Die Sachlichkeit bezieht sich viel mehr auf die Argumentationsführung.

Wann sollten die Kinder auf die Trennung vorbereitet werden?

In diesem Fall gibt es nicht den idealen Moment. Nach Möglichkeit erfolgt eine dezente und schrittweise Vorbereitung so früh wie möglich. Doch die Eltern selbst müssen erst bereit sein und ihre Scheidung emotional fassen, bevor es zu diesem Schritt kommt. Der Zeitpunkt kann individuell nach eigenem Ermessen der Eltern gewählt werden.

Die Bedeutung für Scheidungskinder

Es sind durchaus Fälle bekannt, in denen erwachsene Scheidungskinder ihre eigene Verlobung infrage gestellt haben, nachdem sie von der Trennung der Eltern erfahren haben. Nicht alle Scheidungskinder können es verstehen, dass die Eltern sich nach Jahrzehnten der Ehe für eine Trennung entschieden haben.

Dies trifft in einem besonderen Masse zu, wenn das Verhältnis zwischen den Eltern und den Kindern eine besondere Ausprägung hat. Eltern haben letztlich einen erheblichen Einfluss auf das eigene Beziehungsverhalten der Kinder. Und dieses muss nicht zwangsläufig schlecht werden, sobald es zu einer Scheidung kommt.

Selbst in kritischen Momenten des Lebens, wie es bei einer Trennung der Fall ist, können Eltern ihre Vorbildfunktion nutzen, um den Kindern ein gutes Beispiel zu sein. Zwar klingt es paradox, doch es ist möglich.

Durch einen respektvollen Umgang miteinander können die Eltern zeigen, dass sie trotz der Scheidung in der Lage sind, das Problem auf eine vernünftige Art und Weise zu lösen. Durch eine wertfreie Erklärung können die Kinder das Problem besser einordnen und verarbeiten.

Vorgehensweise bei zerrütteten Verhältnissen

Ist die emotionale Spannung zu geladen und ein gemeinsames Treffen der Eltern ausgeschlossen, so gibt es auch in solch komplizierten Konstellationen Mittel und Wege. Schliesslich ist es keine Seltenheit, dass ehemalige Lebenspartner sich nichts mehr zu sagen haben, zumindest nichts Gutes.

Doch dies sollte nicht nach aussen getragen werden, vor allem nicht vor den Kindern. Auch, wenn der Kontakt zum ehemaligen Ehepartner nicht erwünscht ist, so gilt es nicht schlecht über diesen vor den Kindern zu reden.

Die Ex-Ehepartner können sich zumindest alleine kurzzeitig treffen, um eine gemeinsame Tonalität gegenüber den Kindern zu finden. Das Aufeinandertreffen sollte, je nach Konfliktpotenzial, von kurzer Dauer sein. Anderenfalls kochen alte Konflikte hoch.

Letztlich können beide Elternteile im Alleingang und unabhängig voneinander den Kindern die Situation schildern. Eine Absprache unter den Eltern ist jedoch vorteilhaft, damit keine Widersprüche oder Verwirrungen entstehen.

 

 

 

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