Wohnen wie Don Draper in den Achtzigern

Wohnen wie in den 50ern: Heute wieder im Trend
Wohnen wie in den 50ern: Heute wieder im Trend
Man ahnt, was Sie Anfang der 80er-Jahre dachten: Nie mehr Nierentische, nie mehr Mahagoni- oder Teakmöbel! Raus mit dem Zeug.

Und heute? Alles wieder da. Die Wohneinrichtungsgeschäfte beschäftigen sich wieder mit den 50er- und 60er-Jahren. Die Generation der 30-Jährigen mit etwas Geld ist hin und weg. Schuld am Revival der Retro-Möbel trägt in hohem Masse die Fernsehserie «Mad Men». Die Serie spielt in New York City in den frühen 1960er Jahren. Die Handlung dreht sich um die fiktive Werbeagentur Sterling Cooper, ihre Mitarbeiter, deren Angehörige und das weitere Umfeld. Im Mittelpunkt steht der ehrgeizige und erfolgreiche Werbefachmann Don Draper. Mit einer aufwendigen Ausstattung versucht die Serie, das Lebensgefühl und die Ästhetik der Ära detailgenau wiederzugeben.

Das Jahrzehnt ist gleichermassen von konservativen Zwängen wie auch von Aufbruchstimmung geprägt. Verkörpert von Drapers frustrierter Ehefrau Betty, die ihren Modeljob ihrer Mutterrolle opfern musste und nun auf der Couch eines Psychologen die Lebensfreude sucht. Für Aufbruch steht die junge Peggy, die als Sekretärin anfängt und als Werbetexterin Karriere macht. Aber ein Kunde der Agentur steht für die Zukunft: American Airlines. In den 60ern macht die sich entwickelnde Airline-Industrie die Welt plötzlich bereisbar.

Die Widersprüche der Zeit, spiegeln sich auch in der Inneneinrichtung wieder. Biedere Bürgerlichkeit ist genauso zu finden, wie futuristisches Design. Nicht nur die Möbel verändern sich, auch die Lebensgewohnheiten. Während in den 50ern die gute Stube höchstens benutzt wird, wenn man Besuch hat, wird das Wohnzimmer zehn Jahre später jeden Tag genutzt.

Zur Grundausstattung gehört eine gut gefüllte Hausbar. Das klassische Sofa aus dieser Zeit ist eine gepolsterte Bank, mit klaren, schnörkellosen Formen. Darauf liegen schmale Kissen aus Wollstoff. Meist bunt, denn die Kombination von Farbe und Holz ist typisch für die Sixties. Sie sorgt dafür, dass die Einrichtung zwar reduziert, aber dennoch genug gemütlich wirkt.

Dass die Sixties ein Revival erleben, hat auch damit zu tun, dass die heute 30-Jährigen keine negativen Erinnerung an diese oft doch sehr konservative Zeit haben und die 50plus nur noch die schönen Erinnerungen abrufen. Sie betrachten die Epoche durch eine geschönende Retrobrille und lassen sich beim Anblick der schlichten skandinavischen Designs vielleicht gar zur Idee verleiteten, dass das Leben damals ein bisschen einfacher gewesen sein muss.

Vintage, also secondhand, ist auch bei Kleidern seit Jahren ein grosser Trend, der nun die Wohnwelt ergriffen hat. Die Weggwerf-Generation scheint fasziniert von der Qualität der alten Stücke, die oft doppelt so alt wie sie und in Brockenhäusern oder auf online Auktionshäusern wie Ricardo zu finden sind. Ausserdem erzählen sie ein Stück Geschichte.

Schauen Sie sich Ihre recyclierte Vergangenheit in den Möbelgeschäften an. Vielleicht bekommen Sie einen Impuls für ein grosses Einrichtungsabenteuer.

 

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