Me Time
Alleinsein ist kein Defizit
Alleinsein als achtsame Quality Time
Sie haben Bedenken, wenn Sie sich zurückziehen und Zeit für sich verbringen wollen? Sie haben den Eindruck, dass Sie sich rechtfertigen müssen? Andere fragen sofort, ob etwas nicht in Ordnung ist? Für diese Befürchtungen gibt es keinen Grund.
Alleinsein ist nicht automatisch ein Ausdruck von Einsamkeit. Bewusst gewählte Zeit mit sich allein kann wertvoll für den Menschen und seine Entwicklung sein. Wer sich vertieft mit dem Thema beschäftigt, findet im Beitrag des SRF Argumente für das Alleinsein und warum wir auch allein in guter Gesellschaft sind.
Mit Alleinsein schenken Sie sich selbst Aufmerksamkeit
Wer Yoga oder Meditation betreibt, weiss um die Qualität dieser Momente. Sie geben Ihnen die Chance auf ein Zwiegespräch mit der eigenen Seele. Und dies, ohne dass jemand stört, Stress, Erwartungen oder überholte Rollenbilder an Sie heranträgt. Eine moderne Erfindung ist dieses Streben nach einer gepflegten Zurückgezogenheit nicht. Achtsamkeit & Entschleunigung, warum wir mehr Zeit alleine verbringen sollten.
Auch Mystiker wie Meister Eckhart haben das regelmässige Alleinsein empfohlen. In den Schriften des christlichen Philosophen aus dem 13. Jahrhundert gibt es dafür einen eigenen Begriff. Er bezeichnet sie als «Abgeschiedenheit». Wenn man seinen Gedanken folgt, bringt diese Abgeschiedenheit Dinge mit sich, die nicht nur von religiösen Menschen geschätzt werden.
Das kann Ihnen das Alleinsein bringen:
- seelisches Loslassen von den weltlichen Dingen des Alltags. Lesenswert dazu auch unser Beitrag "Altlasten: was Sie jetzt endlich abschliessen können"
- innere Zuwendung zu religiösen oder persönlichen Lebenszielen
- Freiheit vom Alltagstrott und den Erwartungen anderer
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Möglichkeit zur Neuorientierung für die eigene Seele
Schützen Sie sich Ihren Raum für innere Ruhe
In der zweiten Lebenshälfte entdecken viele Menschen die Vorteile des Alleinseins. Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen verändert sich das Beziehungsverhalten. Wenn man viel Beziehungserfahrung hat, muss man nicht weiter wie ein frisch verliebter Teenager jede freie Minute an der Seite des Partners oder der Partnerin verbringen.
Man gestaltet gemeinsame Zeit bewusster und gönnt einander Freiraum, um danach mit neuen Eindrücken zurück ins Gespräch zu kommen. Ausserdem nehmen sich viele Menschen Zeit für eine Neuorientierung in der zweiten Lebenshälfte.
Falls Sie den Schritt in diese Richtung machen wollen, kann das Alleinsein essenziell sein. Führen Sie das Gespräch mit Ihrer eigenen Seele. Machen Sie sich in diesen Momenten frei vom Urteil anderer Menschen, die Sie schon lange kennen. So können Sie sich unbefangener orientieren.
Sobald die Pläne konkreter werden, können Sie Partner und Freunde einbeziehen. Eine Sache, die an der Stelle wichtig ist: Halten Sie die Eindrücke und Gedanken fest, die Ihnen während Ihrer Abgeschiedenheit kommen. Wählen Sie eine Methode, die Ihre Gedanken bewahrt, damit sie nicht vergessen werden. Zudem sollte Ihnen die Dokumentation Spass machen.
Das hilft Ihnen beim Bewahren von Eindrücken:
- Tragen Sie Gedanken zum Tag am Abend in ein privates Journal ein.
- Führen Sie stets ein kleines Notizbuch mit sich und nutzen Sie es.
- Sprechen Sie nach dem Alleinsein mit Freunden über Ihre Gedanken.
- Gehen Sie einem Hobby nach, das Ihnen schöne Zeit allein verschafft.
Achtsamkeit: Dem Stress Einhalt gebieten durch Mental Cleanse. Lesen Sie hier, wie mehr Achtsamkeit in Ihrem Alltag zu einer insgesamt besseren und gesünderen Lebensqualität führen können.
Beanspruchen Sie Zeit, die Ihnen guttut
Achtsames Alleinsein wird Ihnen nicht geschenkt. Sie müssen sich diese Zeit nehmen. Eine Partnerschaft kann belebt werden, wenn Sie Erfahrungen für sich alleine machen. Gehen Sie öfter mal alleine essen oder ins Café. Manche Paare entscheiden sich in der zweiten Lebenshälfte für getrennte Kurzurlaube.
Zum einen kann man so Reiseziele besuchen, die den Partner nicht interessieren. Zum anderen kommen Sie mit tollen Urlaubseindrücken zurück. Erzählen Sie dem Partner von dem, was Sie erlebt und gesehen haben. Gerade falls er Ihren Alltag ansonsten auswendig kennt, gibt Ihnen das neue Gesprächsthemen.
Inspiration finden Sie dazu auch in unserem Artikel Singlereisen: Allein, aber nicht einsam.
Sie haben noch berufliche Verpflichtungen, sind in einem Ehrenamt engagiert oder fühlen sich Ihren Kindern und Enkelkindern verpflichtet? Das sind die typischen Verpflichtungen, die es in der zweiten Lebenshälfte gibt. Viele dieser Verpflichtungen sind mit sozialen Kontakten verbunden.
Sie bringen Glück in Ihr Leben. Und doch ist es entscheidend, dass Sie Nein sagen können. Sprechen Sie es aus, sobald Sie Zeit für sich brauchen. Sie werden überrascht sein, wie viel Verständnis Ihre Liebsten haben und wie Sie familiär bestärkt werden.
Machen Sie es sich und Ihrem Umfeld leicht
Es gibt Aktivitäten, bei denen Sie nicht weiter begründen müssen, warum Sie alleine losziehen. Legen Sie sich eine Kamera zu und gehen Sie alleine auf Fototouren. Oder entscheiden Sie sich für ein Hobby wie Fahrradfahren oder Laufen.
Sie können mit einem guten Buch an einen Stammplatz in einem Café gehen oder in den Park. In solchen Fällen stellt das Umfeld meist keine Fragen mehr. Es ist sofort klar, dass Sie einer Aktivität nachgehen, die Ihnen seelisch guttut. Um nichts anderes geht es bei der achtsamen Abgeschiedenheit und dem gepflegten Alleinsein. Sobald Sie sich Partnern und Freunden erneut widmen, werden diese spüren, dass Sie deutlich entspannter sind.
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