Tipps für die perfekte Ohrhygiene

Viele Menschen pflegen ihre Ohren zu oft.
Viele Menschen pflegen ihre Ohren zu oft. - (Bild: de.depositphotos.com; Titel: Frau mit juckenden Ohren; ID: 91398814; Autor: VGeorgiev)
Die menschlichen Ohren sind ein faszinierendes Organ. Das wird vor allem beim komplexen Aufbau des gesamten Ohrs und den filigranen Elementen im Innenohr deutlich.

Das Ohr ist nicht nur dazu da, um die Schallwellen einzufangen und in für uns verständliche Geräusche und Töne umzuwandeln, sondern enthält unter anderem auch den Vestibularapparat, der für unser Gleichgewicht verantwortlich ist. Umso wichtiger ist es, die Ohren richtig zu pflegen und sauber zu halten.

Der wichtigste Tipp: Nicht übertreiben

Die meisten Menschen pflegen ihre Ohren nicht zu wenig, sondern zu viel. Experten raten deshalb dazu, es mit der Ohrhygiene auf keinen Fall zu übertreiben, denn die Ohren sind grundsätzlich dazu in der Lage, sich selbst zu reinigen.

Das Ohrenschmalz ist dabei ein natürliches Schmiermittel, dass die Haut im Gehörgang schützt und dafür sorgt, dass keine Fremdkörper und kein Schmutz bis ins Trommelfell gelangen. Entfernt werden sollte deshalb immer nur das sichtbare Ohrenschmalz. Dazu ist ein feuchter Lappen ausreichend, mit dem das Ohr vorsichtig ausgewischt wird.

Wattestäbchen haben im Ohr nichts verloren

Wattestäbchen sehen oft sehr harmlos aus. Doch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rät dringend davon ab, sie für die Pflege der Ohren zu verwenden. Joachim Wichmann, Vizepräsident des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte, erklärt dazu, dass durch das eigenhändige Herumstochern im Gehörgang mit einem Wattestäbchen die Absonderungen nur noch tiefer hineingeschoben werden.

Generell sollte selbst gar nichts in den Gehörgang eingeführt werden. Denn die Gefahr, dabei das sensible Trommelfell zu schädigen, ist viel zu groß. Wer tatsächlich noch etwas nachhelfen möchte, kann für die Ohrenpflege zusätzlich auch noch Ohrensprays beziehungsweise Ohrentropfen verwenden. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und helfen dabei, die klebrige Substanz aufzuweichen, um sie im Anschluss daran leichter entfernen zu können.

Was tun, wenn´s juckt?

Wenn das Ohr ständig juckt, steckt oftmals eine Infektion dahinter. Manchmal ist diese durch eine zu intensive Pflege der Ohren auch selbst verschuldet. Spitze Gegenstände oder der kleine Finger können den Gehörgang laut der Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Dr. Ellen Lundershausen zusätzlich verletzen.

Das beeinflusst dann nicht nur unser Hörvermögen, sondern kann sogar zu Gleichgewichtsstörungen führen, da auch der Gleichgewichtssinn vom Ohr beeinflusst wird.

Juckt das Ohr nur in bestimmten Situationen, dann gilt es, den Auslösern auf den Grund zu gehen. Als Schuldiger dafür stellt sich oftmals der Schmuck in den Ohren heraus. In vielen Fällen steckt aber auch eine Allergie dahinter. Klarheit darüber bringt ein Allergietest. Sind keine Auslöser für den Ohrenschmerz erkennbar, hilft nur noch der Ganz zum Arzt.

Dieser macht sich bei einer ausführlichen Anamnese ein Bild vom Zustand der Ohren und untersucht sie danach gründlich. Liegt eine Entzündung des Gehörgangs vor, verschreibt er gegebenenfalls Antibiotika bei bakteriellen Entzündungen beziehungsweise Antimykotika bei einer Pilzerkrankung. Liegt hingegen eine Allergie vor, werden dafür vor allem Antihistaminika eingesetzt.

Regelmäßiges Workout für die Ohren

Muskeln bleiben nur dann stark, wenn sie regelmäßig beansprucht werden. Das gilt nicht nur für die Bauchmuskeln und den Bizeps, sondern auch für den Hammermuskel und den Steigbügelmuskel im Ohr.

Trainiert werden können die Muskeln im Ohr mit der sogenannten Tomatis-Methode, die in den 1950er-Jahren vom HNO-Arzt Alfred Tomatis entwickelt wurde. Die Methode ist mittlerweile durch mehr als 80 klinische und wissenschaftliche Studien validiert und basiert auf der Rezeption und Integration von Hörreizen, um das Gehirn zu stimulieren und so Hörbeeinträchtigungen durchzuführen. Mittlerweile bieten dieses „Workout für die Ohren“ auch zahlreiche Institute und Privat-Coaches an.

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