Zahnfleisch stärken: Was wirklich hilft

Das Zahnfleisch stärken gelingt mit sinnvollen Routinen. Sie helfen bei der Entzündungsvorbeugung und machen das Gewebe widerstandsfähiger.
Optimale Mundhygiene
Zahnfleisch stärken: Was wirklich hilft (Bild: iStock)

Zahnfleisch stärken: Optionen für den Alltag

Ursachen und Warnsignale von Zahnfleischproblemen

Zahnfleischprobleme kommen in der Regel nicht über Nacht, sondern entwickeln sich langsam und schleichend. Genau das stellt gleichzeitig das grösste Problem dar, denn die meisten Menschen bemerken Veränderungen erst dann, wenn sich das Zahnfleisch sichtbar vom Zahn zurückzieht. Ein typisches und dabei regelmässiges Warnsignal ist Zahnfleischbluten, wenn Sie Ihre Zähne putzen. Dieses Anzeichen sollten Sie nicht ignorieren, denn es macht deutlich, dass Ihr Zahnfleisch bereits angegriffen ist. Ursachen, Symptome und Therapie zu Parodontitis lesen Sie auch beim Schweizerischen Zahnärzte Verband

Die häufigste Ursache für Probleme mit Ihrem Zahnfleisch sind Bakterien. Sie setzen sich als Beläge fest und greifen langfristig das Gewebe an. Eine unzureichende oder fehlerhafte Zahnreinigung ist bei Weitem nicht der einzige mögliche Auslöser. Auch hormonelle Veränderungen oder Medikamente können dazu beitragen. Kritisch ist zudem oftmals ein nächtliches Zähneknirschen. Es erhöht den Druck auf Ihre Zahnwurzeln und trägt so indirekt zu einer Schwächung des Zahnfleischs bei. Auch ein zu kräftiges Putzen der Zähne kann nachteilig sein. Wenn Sie mit sehr viel Druck putzen, beseitigen Sie nicht nur unerwünschte Beläge, sondern möglicherweise auch Gewebe, das als Schutz erforderlich ist.

Achten Sie im Alltag auf frühe Anzeichen, etwa in Form von feinen Rötungen, die sich am Rand des Zahnfleischs bemerkbar machen können. Ein veränderter Geschmack wie auch ein leichtes Spannungsgefühl und ebenso Mundgeruch, der durch Mundhygiene nicht vollständig beseitigt wird, können bedeutsam sein.

Hilfreiche vorbeugende Strategien, um das Zahnfleisch zu stärken

Wenn Sie Zahnfleischrückgang stoppen und Ihr Zahnfleisch insgesamt stärken wollen, ist es mit regelmässigem Zähneputzen alleine leider nicht getan. Es kommt auf das Zusammenwirken mehrerer unterschiedlicher Faktoren an, die in ihrer Gesamtheit zum Schutz des Zahnfleischs beitragen.

Setzen Sie bei Ihrer täglichen Mundpflegeroutine auf sanfte und dabei konsequente Reinigung. Beim Entfernen der Beläge ist eine eher weiche Zahnbürste hilfreich und eine korrekte Putztechnik, die den Rand des Zahnfleischs nicht reizt. Viele Menschen wenden, ohne es zu ahnen, bis ins hohe Erwachsenenalter eine fehlerhafte Technik an. Dentalhygieniker (Prophylaxeassistenten) erklären gern die beste Variante.

Von Vorteil sind auch elektrische Zahnbürsten. Sie arbeiten mit deutlich weniger Druck, dafür aber gleichmässig und effektiv. Ergänzend sind Interdentalbürsten sinnvoll. Damit können Sie genau die Bereiche reinigen, die von Ihrer Zahnbürste nicht abgedeckt werden. Sie verhindern dadurch, dass sich Beläge am und unter dem Zahnfleischrand absetzen, und sorgen vor, damit Sie später keine Zahnfleischentzündung behandeln müssen.

Setzen Sie beim Putzen auf kleine vorsichtige massierende Bewegungen. Sie tragen zur Stärkung der Zahnfleischdurchblutung bei und können zudem die Regeneration fördern. Auch kauintensive Lebensmittel, etwa frisches Gemüse oder Vollkornbrot, können den Speichelfluss und damit die natürliche Reinigungsfunktion unterstützen und die Durchblutung des Zahnfleischs anregen.

Manche Menschen empfinden zudem das Spülen mit Salbei- oder Kamillentee als wohltuende Ergänzung zur Mundpflege. Auch das sogenannte Ölziehen ist eine Option, um die Speichelproduktion anzuregen und dadurch die Bakterien im Mund zu reduzieren. Dazu können Sie täglich oder nach Bedarf einen Löffel Pflanzenöl für etwa 15 Minuten im Mund hin und her bewegen und anschliessend ausspucken.

Typische Fehler bei der Mundhygiene

Vielleicht investieren Sie bereits viel Zeit in Ihre Mundhygiene und wähnen sich deshalb auf der sicheren Seite. Achten Sie darauf, typische Fehlerquellen zu vermeiden, um Ihr Zahnfleisch zu stärken, anstatt es zu schwächen.

Putzen Sie nicht mehr als zwei-, maximal dreimal täglich Ihre Zähne. Es gibt auch ein Zuviel des Guten, bei dem nicht nur die störenden Beläge, sondern auch der schützende Zahnschmelz weggeputzt werden. Seien Sie konsequent bei der Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten. Beides sollte nicht nur dann zum Einsatz kommen, wenn Sie glauben, etwas zwischen den Zähnen zu haben, sondern als täglicher Bestandteil der Mundhygiene.

Ein oft unterschätzter, aber dennoch wichtiger Aspekt betrifft die Flüssigkeitsaufnahme. Sie beeinflusst nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit, sondern auch die Zusammensetzung Ihres Speichels. Für einen gesunden Speichelfluss kommt es auf das ausreichende tägliche Trinken, vor allem von Wasser, an. Speichel bietet einen natürlichen Schutz und unterstützt das Neutralisieren von Plaque-Bakterien. Ein verminderter Speichelfluss und damit verbundene Mundtrockenheit sorgt hingegen dafür, dass sich bakterielle Beläge schneller absetzen. Auch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen kann den natürlichen Schutzmechanismus unterstützen.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie mit richtigem Zähneputzen Ihren Mund sauber halten und was noch zu richtiger und guter Mundhygiene gehört.

Konkrete Massnahmen für Ihren Alltag

Der wichtigste Aspekt, um Ihr Zahnfleisch zu stärken und Zahnfleischrückgang zu stoppen, ist das zuverlässige Etablieren einer täglichen Mundhygiene. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie diese wirklich konsequent umsetzen, denn ein gesundes Zahnfleisch lebt von der Regelmässigkeit der durchgeführten Pflege.

Ein realistischer Plan könnte entsprechend so aussehen:

  • Putzen Sie jeden Tag nach dem gleichen Muster, im Idealfall morgens nach dem Frühstück und abends nach der letzten Mahlzeit.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit. Die meisten elektrischen Zahnbürsten haben einen eingebauten 2 Minuten Timer.
  • Putzen Sie strukturiert und bewegen Sie die Zahnbürste nicht irgendwie hin und her, sondern arbeiten sich quadrantenweise vor, rund 30 Sekunden für jeden Quadranten. So können Sie sicher sein, nichts auszulassen.
  • Versorgen Sie sich mit ausreichend Wasser und gewöhnen Sie sich eine tägliche Trinkmenge von etwa zwei Litern an. Damit ist auch Ihr Mundraum ausreichend befeuchtet.
  • Gehen Sie ein- bis zweimal jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle und lassen auch eine professionelle Zahnreinigung ornehmen. So werden versteckte Problembereiche frühzeitig erkannt und hartnäckige Beläge gründlich beseitigt.
  • Ergänzend können Sie - wenn es für Sie angenehm ist - gelegentlich eine milde Mundspülung oder natürliche Alternativen wie Salbeitee einsetzen.

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