PEX-Syndrom – Ursachen Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Augengesundheit, Sehen, Augen, 50PLUS
Dr. med. (H) Richard Nagy vom Lux Augenzentrum im Glattpark, Opfikon
Mit dieser Bezeichnung kann wahrscheinlich nicht jeder sofort etwas anfangen.

Die Abkürzung PEX steht für Pseudoexfoliation. Auch dieser Begriff ist außer bei den Augenärzten kaum bekannt. Es handelt sich um eine spezielle Form des Glaukoms, das eher als grüner Star bekannt ist. Von dieser Erkrankung wird nur selten berichtet, obwohl zahlreiche Menschen davon betroffen sind. Am häufigsten tritt dieses Augenleiden bei Frauen ab dem 70. Lebensjahr auf. Laut Statistik sind etwa fünf Prozent aller Menschen über 70 Jahren davon betroffen. Es gibt aber auch einige Männer, die von dieser Erkrankung betroffen werden.

Typische Symptome für PEX

Die betroffene Person merkt meistens gar nicht, dass dieses Syndrom aufgetreten ist. Das PEX-Syndrom verursacht keine Schmerzen. Eine Verschlechterung der Sehleistung tritt erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Meistens wird erst dann ein Augenarzt aufgesucht. Werden jedoch regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt durchgeführt, dann entdeckt er dieses Leiden schon rechtzeitig.

Für den Augenarzt ist es nicht schwer, das PEX-Syndrom zu diagnostizieren. Bei der Untersuchung der Augen mit der Spaltlampe sieht er sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es handelt sich um Eiweißmoleküle, die sich im Auge sammeln. Diese verschließen immer mehr den Abfluss der Augenflüssigkeit. Dadurch steigt der Druck im Auge langsam aber stetig an. Erfolgt dann keine Behandlung, kann durch den hohen Augeninnendruck der Sehnerv so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass es zur Erblindung führt.

Das lässt sich dann auch nicht mehr beheben. Ist der Sehnerv so stark beschädigt, dass es zur Erblindung führt, kann er nicht wieder regeneriert werden. Das ist sehr tückisch bei dieser Krankheit. Deshalb sollte schon rechtzeitig damit begonnen werden, den Druck in den Augen zu reduzieren. Meistens ist zunächst nur ein Auge vom PEX-Syndrom betroffen. Es dauert dann aber nicht mehr lange, bis auch das zweite Auge betroffen ist. Die Schwere und der Verlauf hängen aber auch sehr stark vom jeweiligen Patienten ab. Sowohl der Allgemeinzustand als auch chronische Erkrankungen spielen eine wichtige Rolle beim Krankheitsverlauf.

Ursachen für dieses Augenleiden

Obwohl in der Augenheilkunde schon sehr große Fortschritte erzielt wurden, lassen sich die Ursachen für das PEX-Syndrom noch nicht genau benennen. Es ist jedoch bekannt, dass in den meisten Fällen in anderen Körperregionen Entzündungskrankheiten aufgetreten waren. Von diesen bleiben zumeist genau die Eiweißkomponenten zurück, die in den Augen das PEX-Syndrom hervorrufen. Allein schon aus diesem Grund ist es dringend zu empfehlen, dass jeder Mensch, der an entzündlichen Krankheiten leidet, mindestens einmal im Jahr einen Augenarzt aufsucht. Wie bei allen anderen Augenleiden auch, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig für den Therapieerfolg. Die meisten Schäden an den Augen sind degenerativ. Das bedeutet, sind sie aufgetreten, lassen sie sich nicht wieder beseitigen.

Es gibt außer den Entzündungserkrankungen noch eine andere Ursache. Dabei handelt es sich um eine genetische Störung. Es ist mittlerweile bekannt, dass Menschen mit bestimmten Genmerkmalen besonders häufig vom PEX-Syndrom betroffen sind. Allerdings ist die Genforschung noch nicht so weit, dass auf diesem Gebiet etwas erreicht werden kann. Da jedoch kaum ein Mensch etwas Näheres über seine Genmerkmale weiß, hilft auch dann nur die regelmäßige Augenuntersuchung beim Augenarzt.

Möglichkeiten der Behandlung

Das eigentliche PEX-Syndrom kann nicht behandelt werden. Derzeit steht keine Möglichkeit zur Verfügung, die verursachenden Eiweißkörper aus dem Körper zu entfernen. Sollte der Patient jedoch noch akut an einer Entzündungskrankheit leiden, dann muss diese zunächst behandelt werden.

Der Augenarzt hat aber Möglichkeiten, den Innendruck der Augen zu reduzieren. Dafür gibt es spezielle Tropfen. Diese werden vom Patienten regelmäßig angewendet. In dem Fall sollte der Augeninnendruck jedoch in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um die Dosis der Tropfen entsprechend anpassen zu können. Damit gelingt es in den meisten Fällen sehr gut, den Augeninnendruck auf ein unschädliches Niveau zu halten.

Falls aus irgendwelchen Gründen die Tropfen nicht wirken, dann gibt es noch eine weitere Therapiemöglichkeit. Bei dieser Methode werden die Ablagerungen in den Augen mit Laserstrahlen beseitigt. Anschließend fließt die Flüssigkeit aus den Augen deutlich besser ab. Da jedoch die eigentliche Ursache nicht therapiert werden kann, muss die Lasertherapie in bestimmten Intervallen wiederholt werden.

In sehr hartnäckigen Fällen kommt auch die Entfernung der Linse infrage. Diese Therapie ist identisch mit der Behandlung des grauen Stars. Die natürliche Linse wird in einem kleinen Eingriff entfernt und eine neue Linse eingesetzt. Nach einer solchen Maßnahme treten hinterher meistens keine Probleme mehr mit der Druckerhöhung in den Augen auf. Es besteht dann keine Gefahr mehr, dass durch das PEX-Syndrom der Sehnerv zu stark beeinträchtigt wird. Allerdings können beim Patienten dann die üblichen Beeinträchtigungen wie nach einer üblichen Behandlung des grauen Stars eintreten. Das könnten eventuell eine höhere Lichtempfindlichkeit oder ähnliche Unannehmlichkeiten sein.

Falls Sie weitere und detailliertere Informationen zum PEX-Syndrom haben möchten, können Sie sich an folgende Adresse wenden:

Dr. med. (H) Richard Nagy

Lux Augenzentrum

Thurgauerstasse 105

8152 Glattpark /Opfikon)

044 829 22 87

https://luxaugenzentrum.ch/

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