Warum die Zweierbeziehung in 5 Phasen abläuft

Liebe, Zweierbeziehung, Schmerz
Die Liebe in einer Zweierbeziehung ist ständig gefordert (Bild Freestocks on Unsplash).
Nichts ist schöner und zugleich schmerzhafter als die Liebe. Doch solange die Beziehung anhält, ist sie das Schönste, was der Mensch erleben kann.

1. Der eine Mensch unter Milliarden

Es geschieht ganz plötzlich. Da war nur ein kurzer Blick und doch scheinen wir diesen fremden Menschen zu kennen. Jeden Tag gehen wir an unzähligen Menschen vorüber und dann ist von einem Moment auf den anderen alles ganz anders. Die Welt scheint sich ausschliesslich um diesen einen Menschen zu drehen und alles andere versinkt in Belanglosigkeit. Herzklopfen, Appetitlosigkeit und Tagträume sind die typischen Anzeichen, wenn wir auf unsere zweite Hälfte gestossen sind.

2. Verliebtheit und Partnerschaft

Haben sich zwei Menschen gefunden und gehen sie eine Partnerschaft ein, sind die ersten Wochen von überquellender Liebe erfüllt. Jeder liest dem anderen die Wünsche von den Augen ab und fühlt sich gleichzeitig wie im siebten Himmel. Beide Partner schöpfen aus der Beziehung so viel Aufmerksamkeit und Bestätigung, dass sie sich vorkommen, als ob sie auf rosaroten Wolken schweben. Wie die äusseren Umstände auch sind - Verliebte sind mit ihren Gedanken ständig beieinander und lächeln daher ununterbrochen vor sich hin.

3. Die Flitterwochen in der Beziehung sind vorbei

Die Zeit der positiven Erfahrungen geht leider vorüber und auch die "negativen" Eigenschaften beider Partner tauchen plötzlich in der Partnerschaft auf. Ausserdem meldet sich der Alltag zurück, der den Fokus zerstreut und die Wahrnehmung auch auf andere Dinge lenkt.

  • Die gemeinsamen Zeiten verringern sich durch den Job
  • Alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Haushalt, Rechnungen zahlen oder familiäre Verpflichtungen unterdrücken liebevolle Gefühle
  • Plötzlich tauchen Verhaltensweisen und Charakterzüge auf, die der Partner vorher nicht gezeigt hat
  • Die Vorstellungen von einer gemeinsamen Beziehung gehen weiter als gedacht auseinander
  • Die grenzenlose Aufmerksamkeit des anderen hört auf und man selbst fühlt sich plötzlich wieder alleine

4. Machtkampf in der Beziehung

Vorbei ist das so machtvolle Gefühl der bedingungslosen Liebe. Plötzlich zeigen sich ganz neue Charakterzüge am anderen. Auch die Intensität der Aufmerksamkeit verändert sich, denn beide Partner sind nicht mehr rund um die Uhr miteinander alleine. Tauchen unliebsame Eigenschaften am anderen Partner auf, wollen wir intervenieren. Er oder sie möge sich das abgewöhnen und lassen. Die ganze romantische Stimmung verschwindet aufgrund von Kritik. Wir bekommen den ganzen Menschen zu sehen und erleben eine Person, die unter Umständen wütend, frustriert, nachtragend, eifersüchtig oder nicht kommunikationsfähig ist. Mit diesem Teil des Menschen, der uns sehr an die eigenen Schwächen erinnert, wollen wir nichts zu tun haben. Ab diesem Zeitpunkt gibt es in der Partnerschaft häufig Streit. Warum?
Wegen unerfüllter Erwartungen.

5. Liebe oder Trennung in der Partnerschaft

In dieser Phase geht es darum, wer das Sagen hat und welche Dinge demzufolge getan werden. In einer gesunden Beziehung wird es auch Kompromisse geben. Zieht dabei einer der Partner immer den Kürzeren, sind es keine wirklichen Kompromisse. Dann dominiert und manipuliert ein Partner den anderen, während sich dieser mit seiner Rolle abfindet. Wir sollten uns immer fragen, wie wir dem anderen jeden Tag

  • ein treuerer Freund
  • ein liebenswerterer Kamerad
  • ein aufrichtigerer Partner

sein können. Es geht nicht darum, was wir vom anderen erhalten, denn das können wir nicht beeinflussen. Liebe bedeutet, im anderen Menschen immer die beste Persönlichkeit zu sehen und ihm durch das eigene Verhalten zu ermöglichen, zu genau dieser Person zu werden.

Wodurch kommt dieses starke Glücksgefühl zustande?

Treffen wir auf diesen ganz bestimmten Menschen, setzt der Verstand aus, das Herz klopft wie wild, wir werden rot und bekommen kaum ein Wort heraus. Der Körper wird von einer riesigen Menge an Glückshormonen überschwemmt und ist deswegen zu keiner rationalen Reaktion fähig. Warnsignale, die Aussenstehende registrieren, werden von den Betroffenen nicht wahrgenommen. Alle Fehler und Schwachstellen werden ausgeblendet und das nur, weil sich zwei Seiten derselben Medaille gefunden haben.

Warum bleibt das Gefühl von Verliebtheit nicht erhalten?

In der Zeit des Kennenlernens sind wir ausschliesslich auf den anderen Menschen konzentriert und zeigen uns selbst von der besten und verführerischsten Weise. Dadurch wird der Wunsch geweckt, mit genau dieser Person den Rest des Lebens zu verbringen. Doch jeder Mensch hat neben Höhen auch Tiefen. Daraus resultiert Enttäuschung, die in Ärger, Eifersucht oder Wut umschlägt, weil wir nicht mehr bekommen, was wir in den Flitterwochen ganz selbstverständlich erhalten haben.

Wie lässt sich die Beziehung erhalten?

Der beste Rat ist, dass wir alle Erwartungen aneinander beiseitelegen, Eigenheiten des anderen akzeptieren und verstehen, dass unser Partner nicht auf diese Welt gekommen ist, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Haben wir keine Vorstellungen, wie sich unser Partner verhalten sollte, werden wir weniger enttäuscht. Wo keine Enttäuschung aufkommt, ist weiterhin Platz für die Liebe.

 

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